27.07.2013 07:00 bis 11.08.2013

Ausstellung in Bochum: Micha Laury. Human Mind Body Space - eröffnet dem Betrachter eine verstörende Welt

Von: GFDK - Kunstmuseum Bochum - 5 Bilder

Sieht man sich erstmalig mit den Zeichnungen des jüdischen Künstlers Micha Laury konfrontiert, eröffnet sich dem Betrachter eine verstörende Welt: wild gestikulierende Hände, die Gesichter bedecken, Kinderbetten, die an Gefängnisse erinnern, Menschen die ihre Notdurft verrichten, Totenschädel und menschlichen Figuren die in Särgen oder Massengräbern zu liegen scheinen.

Besonders die in den 1970er Jahren entstandenen Zeichnungen erinnern dabei an Aquarelle, die Otto Dix nach seinen Erfahrungen im Ersten Weltkrieg fertigte. Obwohl der Großteil von Laurys Arbeiten oftmals flüchtig und skizzenhaft wirkt, drängen sich dem Betrachter auch Werke von Goya, Dürer oder Leonardo da Vinvi auf. Vielleicht liegt dies im großen Interesse am Menschen begründet – seine Stärken und Schwächen, seine Brutalität und Verletzlichkeit gleichermaßen zu entdecken. Alle genannten versuchten auf ihre ganz eigene Art und Weise das Geheimnis Mensch zu ergründen.

Ausstellung in Bochum

Wie eng Laurys Zeichnungen mit seinen Skulpturen, Objekten sowie Installationen und Lifeperformances verbunden sind, zeigen nicht zuletzt seine Vorstudien, die gleichsam als autonome Werke angesehen werden müssen und sich vor allem in den letzten Jahren kaum mehr von der freien Zeichnung unterscheiden lassen.

Bildende Kunst in Bochum

Sie alle lösen beim Betrachter sehr körperbezogene Empfindungen aus und lassen so einzelnen Stadien seiner Denk- und Empfindungsprozesses nachvollziehen, geben Einblick in die Genese vom spontanen Gedanken hin zur endgültigen Konzeption. Speziell in Deutschland erhält Laurys Rezeption vor dem Hintergrund des Schaffens von Joseph Beuys spannungsvolle Aspekte, so wie Beuys gilt auch Laury als moderner Querdenker, der die Tradition des Universalgelehrten in unserer Zeit fortführt.

Freunde der Kunst

Erstmalig zeigt das Kunstmuseum Bochum in der Ausstellung Human Mind Body Space unterschiedlichste Arbeiten auf Papier aus dem fast fünfzigjährigen Schaffen, des heute in Paris lebenden Künstlers. Parallel dazu ist im Museum Goch eine Auswahl an Objekten zu sehen, die so den Blick auf das künstlerische Oeuvre Laurys abrunden.
Darüber hinaus ist die Ausstellung eine Kooperation mit dem Museum of Art in Ein Harod in Israel und dem Musée d’Art Moderne im französischen Saint Étienne.

kontakt@remove-this.kumg.org

Weiterführende Links:
http://www.kumg.org/museum/