17.06.2013 09:42 momentaufnahmen

Ausstellung in Berlin: Nina Nolte nährt das voyeuristische Verlangen nach der Welt des Glanzes und Glamours

Ausstellung Nina Nolte As time goes by

Wohlfrisierte Frauen am Pool, die in „The Best is yet to come“ Lippenstift auftragen und darüber das eigentliche Leben zu vergessen scheinen (c) Nina Nolte/ Courtesy GALERIE FRIEDMANN-HAHN

Ausstellung Nina Nolte Alice in WonderlandAusstellung Nina Nolte Some Day my Prince will comeAusstellung Nina Nolte time rememberedAusstellung Nina Nolte the best is yet to comeAusstellung Nina Nolte  Rainy night
Von: GFDK - GALERIE FRIEDMANN-HAHN - 6 Bilder

Plätschern, leises Lachen, gleißende Sonne, die entsprechenden Hüte und Brillen, dazu Wasser und nasse Haare – La Dolce Vita. Die Malerin Nina Nolte stellt Menschen in Momentaufnahmen dar, die auf den ersten Blick mit Neid betrachtet werden können: Gutsituierte Frauen mittleren Alters mit einem kühlen Drink in der Hand am Pool, schicke Partygesellschaften beim ausgelassenen Tanz oder vergnügte Kinder, die gerade ins kühle Nass springen. Doch hinter diesen Szenen des „leichten Lebens“ lassen sich immer auch Abgründe erahnen.

La Dolce Vita - Menschen in Momentaufnahmen

Die Galerie Friedmann-Hahn, die auf eine Reihe erfolgreicher Einzelausstellungen zurückblickt, stellt jetzt Werke der in El Salvador geborenen und in Spanien und Deutschland aufgewachsene Künstlerin Nina Nolte aus. Ihr Oeuvre wird seit über 20 Jahren in internationalen Galerien und auf Messen präsentiert und ist Bestandteil vieler renommierter Sammlungen. In der Charlottenburger Galerie sind nun Arbeiten aus ihren eindrucksvollen Reihen wie den „Pool Paintings“, „Social Paintings“ und „The best is yet to come“ zu sehen.

Erste Einzelaufstellung von Nina Nolte

Den Malern der neuen Sachlichkeit nicht unähnlich, friert Nina Nolte mit realistischem Pinselstrich Momente einer Gesellschaft ein. Sie nährt das voyeuristische Verlangen nach der Welt des Glanzes und Glamours. Ihre Bilder offenbaren aber gleichzeitig ein hinter der Oberfläche verborgenes Unbehagen. Während in der Weimarer Republik eine unüberwindbare Kluft herrschte zwischen der sozialen Realität der Arbeiter und den rauschenden Festen der Zwanziger Jahre, ergeben sich heute die Abgründe zwischen den Verlieren der Globalisierung und der internationalen Haute Volée.

Nina Nolte als kühle Betrachterin

Nina Noltes Arbeiten weisen häufig schnappschussartigen Charakter auf. Durch außergewöhnliche Perspektiven – beispielsweise der Blick von oben auf ihre Protagonisten – sowie ihre realistische Malweise erzeugt die Malerin Distanz. Auf diese Weise erweist sie sich als kühle Beobachterin. Sie kommentiert und interpretiert nicht - sie dokumentiert. Allein die einladende Farbigkeit ihrer Bilder, die sich besonders in den türkisblauen Poolbildern offenbart, zeugen von einer emotionalen Bindung zu ihren Sujets.

Attraktive Frauen am Pool in Szene gesetzt

Die Motive, ganz gleich wie spontan eine Szene wirken mag, wählt die Künstlerin mit Bedacht und schafft so ihre vielschichtigen Bilder, die ein sensibles Abbild unserer zeitgenössischen Gesellschaft darstellen. Mit den wohlfrisierten Frauen am Pool, die in „The Best is yet to come“ Lippenstift auftragen und darüber das eigentliche Leben zu vergessen scheinen. En Vogue und sehr auf ihr Äußeres bedacht sind auch die zwei Freundinnen mit schickem Turban, die ihre Unterhaltung im Pool sitzend führen. Bei näherem Betrachten entlarvt dann nicht nur der Titel den vermutlichen Inhalt des Gesprächs: „What are you doing the rest of your life“. Was tun, wenn die materiellen Wünsche erfüllt sind, die Frage nach den Lebensträumen aber bleibt? Die attraktiven Frauen am Pool verkörpern eine Generation, die sich dem Altwerden widersetzen möchte, aber erkennen muss, dass nicht mehr das ganze Leben vor ihnen liegt.

Freunde der Kunst

Überhaupt sind es diese offenen Fragen und nicht erfüllten Wünsche, an die uns Noltes Bilder denken lassen. In Arbeiten wie „The night has a thousand eyes“ sehen wir Ausgelassenheit und wilde Partys, die mit verrutschtem Make-up und dem unumgänglichen Kater am nächsten Morgen enden. Eben auf diese Sprünge im scheinbar glatten Bild verweist Nina Nolte mit ihren Arbeiten, indem sie nicht urteilt, sondern auf anziehende und verführerische Weise nachhakt. Doch trotz der inhärenten Schatten möchte man doch eigentlich nur eines – mit Verve in genau diese Farben tauchen, im Wasser planschen und gleich den nächsten kühlen Drink bestellen.

Ausstellung in Berlin - Galerie Friedmann-Hahn

14 neue Werke der Malerin Nina Nolte in der Ausstellung The Best is yet to come. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Nina Nolte in der GALERIE FRIEDMANN-HAHN, Wielandstr. 14, 10629 Berlin-Charlottenburg. Bis zum Samstag, 29. Juni 2013.

Pressekontakt:    Kristina Pomplun – kristina.pomplun@pomplunspanier.com
Jette Skorna – jette.skorna@galeriefriedmann-hahn.com

Weiterführende Links:
http://ninanolte.com/