13.02.2013 09:00

Ausstellung in Berlin: Michael Klipphahn und Hirofumi Fujiwara bis zum 7.3.2013 in der galerie gerken

Ausstellung in Berlin: Michael Klipphahn und Hirofumi Fujiwara bis zum 7.3.2013 in der galerie gerken

Bild 1: Hirofumi Fujiwara, Daydreamer-S-, 2013, Ton, Kunststoff, 22 x 9 x 22 cm

Bild 2: Michael Klipphahn, Frau, 2011, Öl auf Leinwand,190 x 135 cm

Von: GFDK - Galerie Gerken

Bereits kurz nach Aufnahme seines Kunststudiums an der Okayama Prefectural University in Japan, beeindruckte Hirofumi Fujiwara mit seinem künstlerischen Talent bereits so, dass er kurz darauf seine ersten Werke in Galerien, Museen und anderen kulturellen Institutionen ausstellen konnte. Im Jahr 2010 wechselte er zur Kunstakademie Karlsruhe, wo er sich unter Stephan Balkenhol erstmals auch der Bildhauerei widmete. Heute schafft Fujiwara vor allem filigrane Figuren und fein modellierte Büsten aus Terrakotta.

Während die Figuren ohne Gestik sind, die Arme am Körper anliegend zum Boden weisen und die Körper gestreckt in den Raum ragen, deuten die nach vorne gerichteten Augen, die der Betrachter zwangsläufig fragend aufzusuchen scheint, umso mehr auf eine lebendige Innenwelt. Auf eine ebensolche scheinen auch die zarten, aus Kunststoff gefertigten kleinen Röllchen zu verweisen, die sich teils um Hände legen, um Körper winden oder, wie etwa bei „Daydreamer“, um die ganze Figur legen. Das transparente, luftige, weiche Kunststoffmaterial steht dem festem und schwerem Material des Tons gegenüber; es suggeriert eine Immaterialität und damit eine Verwandtschaft mit Traum- und Gedankenwelten.

Michael Klipphahn schloss sein Studium an der Hochschule für Bildende Kunst in Dresden mit dem Diplom in 2012 ab; seit 2008 nahm er an der  Fachklasse Professor Ralf Kerbachs teil. Seitdem hat er seine Werke in Galerien und Museen der Öffentlichkeit präsentieren können.

Kerbach selbst schreibt über seinen ehemaligen Schüler: Michael Klipphan schafft eine neue Bildwelt, die mit dem Denken, welches die Klippen und Problemfelder einer modernen Wissensgesellschaft genau im Focus hat und das Lebensgefühl einer heranwachsenden Netzgeneration dabei nicht ausschließt.

Die Klipphahns Generation vertretende junge Künstlerin Karen Packebusch ergänzt: Klipphahn verwehrt uns in seinen Arbeiten unsere heimlichen Reserven der Wahrnehmung und intendiert dabei eine psychisch-physische Auflösung des Individuums, um ein Eindringen in den Körper möglich zu machen. Wir werden hierbei zu Beobachtern eines Paares oder einer Gruppe, die das Übriggebliebene, Nicht-Sichtbare überliest und in Klipphahns Malerei verfleischlicht wiederfindet.

Diese Materialisierung geschieht in grellen Farben, die eine harmlose Situation vortäuschen, beim näheren Betrachten aber Einblicke in binäre Positionen von schönem Schein und innerer Zerfressenheit ermöglichen, welche durch grobe, grelle, teils monochrome Farbflächen und der minimalistischen Vorgabe des Raumes entromantisiert werden. Wie der Aufschrei eines „einarmigen Banditen“, der in kurzen, lichtzuckenden, bunten Intervallen ein kaum einzuhaltendes Versprechen gibt, wird der Betrachter in verschiedene Wahrnehmnungsebenen katapultiert, die verstörende Gefühlsregungen wach zu rufen scheinen.

Kontakt

galerie gerken, Tanja Gerken
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Tuesday - Saturday, 12 - 6 pm
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