26.04.2014 07:00 zeitgenössische Kunst

Ausstellung in Berlin: Lili Dujourie - Jeux de dames - neue Ausstellung in der Galerie Michael Janssen

Lili Dujourie ausstellung berlin

Dujourie’s Arbeit umfasst Video, Collage, Skulpturen und Fotografie; (c) Lili Dujourie

Von: GFDK - Michael Janssen Berlin

Michael Janssen Berlin freut sich, die zweite Ausstellung mit der belgischen Künstlerin Lili Dujourie präsentieren zu dürfen. Unter dem Titel Jeux des dames zeigen wir die gleichnamige Samt-Skulptur aus dem Jahr 1987, frühe Videoarbeiten sowie die Fotoserie Oostende (Sturm) aus dem Jahr 1976.

Ausstellung in Belrin

Dujourie’s Arbeit umfasst Video, Collage, Skulpturen und Fotografie. Sie gilt als Vorreiterin mit ihren in den 1970er Jahren entstandenen feministischen Videoarbeiten. In den 1980ern begann Dujourie in ihre Skulpturen Samt zu integrieren, der meist über Stahl und Holz drapiert ist. Die Arbeiten drücken den ganzen Reichtum und die Komplexität einer Kultur aus, in der Vergangenheit und Gegenwart eng miteinander verwoben sind. Sie stellt den Samt in der traditionellen Malerei ein Stilmittel des Hintergrundes und der Kulisse, in den Mittelpunkt auf die Bühne der zeitgenössischen Skulptur.

In Dujouries Jeux des dames (frz. für Damespiel, aber hier auch wortwörtlich Spiele unter Damen) trifft ein dramatisches Schalgebilde aus schimmernd blauem Samt auf eine kantige Tafel aus schwarzem Holz, die auf einem marmornen Schachbrett steht. Die Szene wirkt, als habe sie das weibliche Modell gerade verlassen. Sie hat aufgehört zu posieren, nur das Ornamentale der Rundungen ihres Samtschmuckes bleibt.

Freunde der Kunst

Éditions de tête, 1972-1981 besteht aus 14 schwarz-weiß Videos, die zwischen 1972 und 1981 entstanden. Hier lässt Dujourie sehr intime, einnehmende Bilderwelten ohne Ton entstehen, in altertümlich malerisch anmutendem Grisaille. Zur Schau gestellt wird der menschliche Körper, meist ihr eigener, in seiner skulpturalen Qualität.
Die ursprünglichen Bänder wurden 1990 aus konservatorischen Gründen auf digitale Medien übertragen, und die Arbeiten werden seither wieder gezeigt und viel diskutiert. Sie gelten als "entscheidend wichtig zum Verständnis eines schon sehr früh entstehenden künstlerischen Bewusstseins für das Potenzial der elektronischen bewegten Bilder." (Anders Kreuger - The actions of bodies: approaching Lili Dujourie; in: Afterwall, Autumn/Winter 2013).

Kontinuierlich setzt sie sich mit der zeitgenössischen Neuinterpretation von Themen, Formen und Gesten der Kunstgeschichte auseinander. Ihr facettenreiches, gleichzeitig dicht und präzise artikuliertes Werk ist gerade deshalb sowohl visuell als auch intellektuell herausfordernd. Die minimalistische und konzeptuelle Formsprache ihrer Arbeiten hinterfragt die Beziehung zwischen Objekt und Betrachter sowie die Bedeutung dieses Verhältnisses für unsere Wahrnehmung.

Bildende Kunst

Im P.S.1 in New York, im Museum of Contemporary Arts in Los Angeles, auf der Documenta 12, der Sharjah Biennale 2010 und auf der Gwandju Biennale 2008 wurden ihre Arbeiten gezeigt. Lynne Cooke kuratierte 2005 eine umfangreiche Einzelausstellung im Palais des Beaux Arts in Brüssel. In 2011 hatte die Galerie eine große Einzelausstellung mit Dujourie in Berlin.
In 2014 wird das Leopold-Hoesch-Museum in Düren eine Einzelausstellung mit Dujourie zeigen.


3. Mai - 21. Juni
Eröffnung 2. Mai, 18 - 21 Uhr

f.pink@galeriemichaeljanssen.com