10.06.2016 01:19 Verlängerung bis Ende August 2016

Ausstellung in Berlin: Cindy Shermam - Works from the Olbricht Collection

Ausstellung in Berlin: Cindy Shermam

Cindy Sherman, Untitled # 96, 1981 © Courtesy of the artist, Metro Pictures, New York and Sprüth Magers

Von: GFDK - me Collectors Room Berlin

Ein unschuldiger Blick vom Spültisch im Schwarz-Weiß der 50er Jahre, eine goldblonde Maria lactans mit leeren Augen und Plastikbrust oder eine alternde Upper Class-Beauty mit zu viel Schmuck und viel zu viel Make-Up, Cindy Sherman (*1954 , USA) ist eine Meisterin der Maskerade. Sie agiert als Darstellerin und Fotografin, Subjekt und Objekt in Personalunion.

Doch zeigen ihre Selbstportraits keine authentischen Persönlichkeiten, sondern paraphrasieren soziale und kulturelle Stereotype, um sie durch verschiedene Möglichkeiten der Darstellung aus Kino, klassischer Malerei oder Werbung zu dekonstruieren.

Bekanntheit erlangte die Künstlerin schon in den 1970er Jahren mit der schwarz-weißen Serie „Untitled Film Stills“, in denen sie klischeehafte Frauenfiguren der 40er und 50er Jahre in fiktiven Filmszenen verkörpert. Ab 1980 folgte nicht nur der Wechsel zu farbigen Abzügen und großen Formaten, sondern mit den „Centerfolds“ auch der große künstlerische Erfolg. Provokant an die Bildsprache des Playboy angelehnt, zeigen sie Frauen in mysteriösen emotionalen Krisen. Dieses Rätselhafte dominiert auch die „Fairy Tales“ (1985) und „History Portraits/Old Masters“ (1988-1990), auf denen Sherman meist mit Hilfe sichtbarer Prothesen oder Puppen Figuren und Szenerien aus der Welt der Märchen und altmeisterlicher Gemälde verzerrt.

Überblick über das Gesamtwerk der Fotokünstlerin

Übergroße Zähne, plastikblonde Haare oder hausmütterliche Einfalt verkörpern die Figuren der „Hollywood/Hampton Types“ (2000-2002), während sich das humoristisch Unheimliche der Maskerade in der Serie der „Clowns“ (2003-2004) verdichtet, um in den traurig vulgären Porträts alternder „Society-Ladies“ (2008) zu gipfeln. Alle ihre Serien liefern eine subtile Analyse, lenken den Blick auf das Ringen des Individuellen mit kollektiven Klischees und der Macht des Symbolischen.
Cindy Sherman hat ein unverwechselbares und wegweisendes Werk geschaffen, das die Formensprache der Fotografie auf ungeahnte Weise erweitert hat.

Die Ausstellung ist in enger Zusammenarbeit mit Cindy Sherman entstanden.

Im Rahmen von „Cindy Sherman – Works from the Olbricht Collection“ ist eine umfangreiche Broschüre: 96 Seiten, 69 Abbildungen, Texte von Thomas Olbricht „Meine persönlichen Erlebnisse mit Cindy Sherman und ihrer Kunst“ und Sarah Sonderkamp „Enzyklopädie der Stereotype“ für 14,80€ erschienen.
Außerdem steht den Besuchern eine kostenlose App mit Audio-Videoführung und vielen weiteren Informationen zur Verfügung. Für Schulklassen bieten wir Führungen inkl. praktischen Workshops zum Thema: Rollenspiel und Inszenierung an.


me Collectors Room Berlin / Stiftung Olbricht