26.02.2012 07:13 ist der bedeutendste Fotograf Litauens

Ausstellung in Berlin: ANTANAS SUTKUS "Foto – Serie Jean Paul Satre" vom 02. März 2012 bis 29. März 2012

(c) Antanas Sutkus

Von: Letizia Fiori

Antanas Sutkus ist der bedeutendste Fotograf Litauens, der auch internationale Anerkennung genießt. Die künstlerische Fotografie in der ehemaligen Sowjetunion am Ende der 1960er Jahre wurde durch Antanas Sutkus emotional bewegende, realitätsnahe Fotografien stark beeinflusst.Eine große Rolle spielte auch seine charismatische Persönlichkeit. Sutkus ist der Gründer von Litauens Verband der Fotokünstler, er hat eine rege Ausstellungstätigkeit entwickelt und die litauische Fotografie populär gemacht. Mit seinem eigenen Werk geht er auf eine ungewöhnlich offene Art um. Er war sein ganzes Leben lang vom Drang besessen zu vermitteln und hat an Hunderten Ausstellungsplätzen seine Fotos gezeigt – nicht nur in Museen und Galerien, sondern auch in Ministerien, Fabriken, und Schulen. Die Spannbreite in früheren Jahren erstreckte sich vom Museum in Vilnius, der Photographers Gallery in London bis zum Kulturhaus im burjatischen Ulan Ude. Der heute weltberühmte Fotograf Sutkus ist trotz des Ruhms seiner Einstellung treu geblieben: in den wichtigsten internationalen Fotosammlungen vertreten, nimmt er doch weiter an FIAP_Wettbewerben teil, und in seiner Ausstellungsliste findet man neben der Londoner Tate Gallery das Kinotheater Rekord in Niznij Novgorod oder das Ocean-Museum in Kaliningrad.

Sutkus sagt: „Mienen sind keine Porträts, sondern Kontextuelle Situationen in denen die Blicke meiner Helden sprechen – die sind der Schlüssel zu meiner Fotografie“. Er erzählt die Geschichte seines Lebens in den Lebensgeschichten anderer Menschen.

Im Jahr 1965 entstanden die berühmten Bilder von Jean Paul Sartre und Simon de Beauvoir auf der kurischen Nehrung, die in der Ausstellung der Walter Bischoff Galerie/immaginaria arti visive Gallery gezeigt werden. Nur ein Foto aus der Serie wurde damals veröffentlicht, andere verschwanden im Archiv und blieben für viele Jahre unsichtbar.

Seit Anfang der 1980er Jahre wurde für Sutkus die Arbeit im eigenen Archiv wichtiger als das Fotografieren. Fast zwanghaft kehrt er immer wieder zu den für sein Werk wichtigen 1960er und 1970er Jahren zurück. In seinem Negativfundus untersucht er das eigene und das kollektive Gedächtnis, um über Bilder die Vergangenheit zu rekonstruieren. Auf diese Weise kommt Vergessenes und Verschwiegenes zutage. Manches, was früher nebensächlich erschien, erhält mit dem historischen Abstand eine neue, bis dahin ungeahnte Dimension. Trotzdem greift er nie inszenierend in die Situation ein oder überhöht Bilder durch dramatische oder monumentalisierende Effekte. Er vermeidet das Groteske, ist aber auch kein passiver Beobachter. Seine Arbeiten sind keine Reportagen, der Fotograf agiert sozusagen als Autor, der subjektiv Erlebtes aus eigener Erfahrung erzählt.

 

Letizia Fiori

immaginaria arti visive gallery
walter bischoff galerie
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