21.05.2013 08:00 geheimnisvolle Gruppe aus vier Skulpturen

Ausstellung in Basel: Thomas Schütte - Aussenprojekt „Vier Grosse Geister“ ab dem 6. Juni in Zürich

Thomas Schütte ausstellung basel

Die Figuren erinnern in ihrer Formgebung an schwerfüssige Golems, an wulstige Michelin-Männchen, Vier Grosse Geister, 2003 (c) Thomas Schütte

Von: GFDK - Fondation Beyeler

Mit dem Aussenprojekt „Vier Grosse Geister“ des international bekannten Künstlers Thomas Schütte bespielt die Fondation Beyeler ab dem 6. Juni in Zürich den öffentlichen Raum. Die einzigartige und geheimnisvolle Gruppe aus vier Skulpturen präsentiert das Museum anschliessend über den ganzen Sommer bis zum Herbst in drei weiteren Schweizer Städten: Genf, Bern und Basel. „Vier Grosse Geister“ kündigt die umfassende Einzelausstellung an, die das Museum aus Riehen dem Bildhauer und Zeichner Thomas Schütte ab 6. Oktober 2013 widmet.

Das Werk „Vier Grosse Geister“ (2003) von Thomas Schütte besteht aus vier Figuren. Die Figuren erinnern in ihrer Formgebung an schwerfüssige Golems, an wulstige Michelin-Männchen oder an aus der Form geratene Maskottchen. Assoziationen an eine Riesenfamilie aus Gullivers Reisen, an unheimliche Geister, die uns aus der Vergangenheit heimsuchen oder an eine Allianz grosser Denker sind allesamt denkbar.

In ihrer Aufstellung als Gruppe stehen die Figuren in merkwürdiger Interaktion miteinander. Gleichzeitig laden sie durch ihre Gestik Passanten und Besucher ein, mit ihnen in Kontakt zu treten. Durch das Imitieren einer Pose oder die stille Betrachtung der eigenwilligen Figuren können Kinder wie Erwachsene das Werk auf individuelle Weise erleben.

Ausstellung in Basel

 Die vier überlebensgrossen Skulpturen zeigen sich in unterschiedlichen Posen: Ein Geist reckt den Kopf weit nach hinten und blickt in den Himmel, ein zweiter steht mit hängendem Kopf da. Der dritte verharrt in erwartungsvoller Siegerpose. Der vierte im Bunde steht leicht gebückt und in sich gekehrt an seinem Platz. So verbindet er die Gegensätze von Bewegung und Stillstand, Hektik und Ruhe, Flüchtigkeit und Dauerhaftigkeit, die jeden öffentlichen Raum charakterisieren.

Seit Mitte der 1990er Jahre beschäftigt sich Thomas Schütte mit diesen Skulpturen. Zuerst in kleinem Massstab, mit diversen Utensilien ausgestattet und in Szenarien gesetzt, fertigte er bald monumentale, an menschliche Gestalten erinnernde Skulpturen an. Diese installiert der Künstler in verschiedenen Konstellationen und giesst sie in Stahl, Bronze oder Aluminium. Aus diesen „Geistern“ ist die Gruppe „Vier Grosse Geister“ hervorgegangen.

Bildende Kunst

Die Aufstellung oder Inszenierung der vier sockellosen Skulpturen ändert sich je nach Ort und Situation. Jede Skulptur hat eine Grösse von ca. 2,50 m und ein Gewicht von ca. 500 kg. Aus Bronze gegossen und schwarz patiniert beleben sie als Gruppe wie auch als einzigartige Gestalten den öffentlichen Raum.

Bisherige Standorte der Skulpturengruppe „Vier Grosse Geister“ waren der Wiener Graben (2011), eine illustre Einkaufspassage in der Wiener Innenstadt sowie der Park der Villa Schöningen in Potsdam (2010). In Wien wurden die Skulpturen hintereinander mitten im urbanen Raum platziert, in Potsdam im Kreis rings um einen Baum aufgestellt. Die vier grossen Geister geistern durch öffentliche Räume, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Ein Trio der Geister steht seit 2004 vor dem Museum of Contemporary Art in Chicago.

Thomas Schütte ist 1954 in Oldenburg, Deutschland geboren. Er lebt und arbeitet in Düsseldorf. Von 1973-1981 studierte er an der Düsseldorfer Kunstakademie. Schütte hat zahlreiche renommierte Auszeichnungen erhalten, beispielsweise den Goldenen Löwen für seinen Auftritt an der Biennale von Venedig (2005). Zu den bedeutenden Ausstellungen der letzten Jahre gehören Präsentationen von Schüttes Werk im Castello di Rivoli in Turin (2012), in der Reina Sofia in Madrid (2010) und am Haus der Kunst in München (2009).

Freunde der Kunst

Seit den 1980er Jahren wurde Thomas Schütte vor allem über seine architektonisch anmutenden Objekte und Modelle wahrgenommen. Erst allmählich wurde offenbar, dass parallel dazu ein ebenso reiches Schaffen von Skulpturen und Zeichnungen entstanden ist, in dessen Zentrum die menschliche Figur steht. Thomas Schütte zählt heute zu den faszinierendsten und wichtigsten Künstlern seiner Generation.

Elena DelCarlo, M.A.

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