06.02.2012 08:06 In Paris malte er das aufregende Leben in den Strassen

Ausstellung in Basel: «Pierre Bonnard» - feiert den berühmten französischen Koloristen bis 13.05.2012

Von: FONDATION BEYELER - 4 Bilder

 Mit der Ausstellung «Pierre Bonnard» feiert die Fondation Beyeler den berühmten französischen Koloristen und einen der faszinierendsten Maler der Moderne. Über 60 Gemälde aus renommierten Museen und Privatsammlungen geben Einblick in alle seine Schaffensphasen. Pierre Bonnard (1867–1947) war Mitbegründer der Künstlergruppe der «Nabis», die den Stil von Paul Gauguin und die japanische Holzschnittkunst verehrten. In Paris malte er das aufregende Leben in den Strassen und Cafés der Metropole, bevor er sich zunächst in die Normandie, ganz in die Nähe von Monets Seerosengarten, und dann an die sonnige Côte d’Azur zurückzog, wo ihn Licht und Farben der mediterranen Natur inspirierten. Experimentierfreudig gestaltete er in immer neuen Farbzusammenstellungen aus überraschenden Blickwinkeln variantenreiche Bilder des häuslichen Lebens, in welchen die Zeit nur scheinbar stehen zu bleiben scheint. Das Lieblingsmodell des Künstlers war die geheimnisvolle Marthe, seine Muse und Ehefrau. Bonnard schuf harmonische Stillleben, hintergründige Interieurs, intime Frauenakte, berührende Selbstporträts und dekorative Landschaften, deren Farbenpracht in der modernen Malerei einzigartig ist.
Kurator ist Ulf Küster

Zeit seines Lebens pendelte Pierre Bonnard zwischen Stadt und Land und verbrachte viele Monate in seinen Häusern "Ma Roulotte" in Vernonnet und "Le Bosquet" in Le Cannet bei Cannes an der Côte d’Azur. Neben den farbenprächtigen Darstellungen der jeweiligen Gärten waren es vor allem die Szenen im Inneren der Häuser, denen er sich in immer neuen Farb- und Raumkonstellationen widmete. Durch die Einbeziehung von Spiegeln und die Darstellung offener Fenster und Türen gelang es ihm, den durch die Leinwand vorgegebenen Bildraum optisch zu erweitern und den Innen- mit dem Aussenraum zu verbinden.

In der Fondation Beyeler soll diese Verbindung von Bild und Raum mittels des idealen Hauses Bonnards, seiner "Maison imaginaire", erlebbar gemacht werden: Der Besucher flaniert auf "La Rue" (der Strasse) und tritt dann in einen Raum, welcher dem Thema der "Salle à manger" (dem Esszimmer) gewidmet ist. Er erlebt die persönlichen Blicke im Raum "Salle des bains", der Badezimmerszenen zeigt, und dem Saal "Le Miroir", der sich mit dem Thema des Spiegels befasst. Ausserdem sind drei Säle den Gärten Bonnards und ihrer Umgebung gewidmet: "Le Jardin" (Der Garten). Den Abschluss bildet "Intérieur / Extérieur", der sich dem Übergang zwischen innen und aussen zuwendet, einem sehr wichtigen Thema im Œuvre des Malers.

 

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Bildbeschreibung:

 

1) Place Clichy (Ausschnitt), 1912, Öl auf Leinwand, Musée national d’Art moderne, Centre Georges Pompidou, Foto: © Centre Pompidou © 2012, ProLitteris, Zürich

2) Le Café (Ausschnitt), 1915, Öl auf Leinwand, 73 x 106,4 cm, Tate, Presented by Sir Michael Sadler through, The Art Fund 1941 © 2011, ProLitteris

3) La Symphonie pastorale (Detail), 1916–1920, Öl auf Leinwand, Musée d’Orsay, Paris, Schenkung Fondation Meyer 2009 Foto: © Musée d’Orsay © 2012, ProLitteris, Zürich

4) Grande Baignoire (Ausschnit), 1937–1939, Öl auf Leinwand, Privatsammlung Foto: © Volker Naumann © 2012, ProLitteris, Zürich

Weiterführende Links:
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