06.05.2015 09:00 Film und Video

Ausstellung in Aachen: Videoarchiv - Elektronische Bilder malen

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Die Ausstellung „Elektronische Bilder malen“ zeigt Positionen aus der ersten Videokunstdekade, die das Wechselverhältnis der Medien erproben; Bild 1: Ulrike Rosenbach, Reflexionen über die Geburt der Venus, 1975/76, 20

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Min., Farbe, U-matic, Videostill

Von: GFDK - Ludwig Forum

Unter dem Titel „Elektronische Bilder malen“ zeigt das Videoarchiv Werke aus der eigenen Sammlung, die mit der Malerei in einen Dialog treten.

Ausstellung in Aachen

Die audiovisuellen Bildmedien Film und Video haben sich seit ihrer Erfindung immer an der Malerei gerieben, gemessen und sich von ihr abgegrenzt. So ist die Entwicklung des Genres maßgeblich von Neuformulierungen malerischer Strategien und konventioneller ästhetischer Regeln beeinflusst. Das gilt auch umgekehrt. Während Werke der elektronischen Bildkünste immer wieder den Bezug zum traditionsreichen Feld der Malerei suchen, greifen Maler in ihren Werken Ausdrucks- und Wirkungsweisen der neuen Medien auf. Und als Video in den 1960er und 1970er Jahren zum künstlerischen Medium wird, sind es viele Maler, Bildhauer, Konzept- und Performancekünstler, die mit den neuen Möglichkeiten experimentieren.

Die Ausstellung „Elektronische Bilder malen“ zeigt Positionen aus der ersten Videokunstdekade, die das Wechselverhältnis der Medien erproben: weil sie wie gemalte Bilder gemacht sind, sich mit formal-gestalterischen Elementen auseinandersetzen oder weil sie Bilder zum Thema haben und sich kritisch oder karikierend mit der Kunstgeschichte beschäftigen. Sie zitieren berühmte Werke und stellen den traditionellen Bild- und Kunstbegriff in Frage.

Künstler wie Hakudo Kobayashi und Franz Buchholz nutzen das Bildgebungsverfahren Video, um malerische Abstraktionen zu generieren. Statt mit Pinsel und Farbe kreieren sie elektronische Bilder auf dem Bildschirm, die sich in der Dimension der Zeit stetig zu neuen Formen fügen.

Nan Hoover sprach von Fotografie, Video und Licht als „unterschiedlichen Pinseln“ für ihre Arbeit. Hoover, die zunächst 20 Jahre als Malerin arbeitete, lässt vor der statischen Kamera durch die behutsame Bewegung von Gegenständen und Lichtquelle fließende, flächige und oftmals abstrakte Kompositionen entstehen. Dabei nutzt sie die Bildqualität der frühen Videotechnik mit ihren geringen Kontrasten für beinahe unmerkliche Übergänge von Figur und Grund.

Einen besonderen Schwerpunkt in der Sammlung bilden Positionen belgischer Videokunst. Die hier gezeigten Videos richten ihr Augenmerk auf ironische Weise auf Malerei und ihre Geschichte. So überzeichnen Pol Burys humoristische Video-Sketche traditionelle Motive und Stile, während Jacques Lenneps von Selbstironie gezeichnete Sequenzen den Künstler beim Malen ohne das benötigte künstlerische Equipment zeigen und somit die künstlerische Attitüde vorführen.

Außerdem mit dabei sind Arbeiten von Ulrike Rosenbach, Leo Copers, Douglas Davis.

Im Rahmen des von der Volkswagen-Stiftung geförderten Forschungsprojektes „Videoarchiv“.

Kuratorinnen: Lou Jonas, Miriam Lowack, Anna Sophia Schultz

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