12.04.2015 18:37 Krieg und Gewalt

Ausstellung im Frauenmuseum Bonn: Frauen in Krieg und Frieden

Biggi Slongo Gastrich Cinderella

Zeitgenössische, internationale Künstlerinnen spiegeln die Thematik Krieg und Frieden in Film, Rauminszenierungen, Fotografie und Malerei, Quelle: Frauenmuseum Bonn

Meinl Karin Krieg im IrakHeide Pawelzick NaturemorteMo Kleinen Das ueberspannte NationalbewusstseinPace Delegates USA 1915Tremezza von Bretano Kriegspaare
Von: GFDK - Dr. Klaudia Nebelin

2015 jähren sich zum 100. Mal die Internationale Friedenskonferenz sozialistischer Frauen von Bern und der Internationale Frauenfriedenskongress bürgerlicher Frauenrechtlerinnen in Den Haag. Mehr als 1000 Repräsentantinnen aus zwölf Staaten nahmen 1915 viele Hürden und polizeiliche Schikane in Kauf, um gemeinsam über Wege zum Frieden zu diskutieren und Resolutionen zu verfassen.

Ausstellung zum Thema Frauen in Krieg und Frieden

Anlass für das Bonner Frauenmuseum eine Ausstellung zum Thema Frauen in Krieg und Frieden zu realisieren. Im Mittelpunkt der Ausstellung (19.4. bis 8.11.2015) stehen die Aktivitäten der Frauen für und gegen den Ersten Weltkrieg. Durch die Werke der Künstlerinnen und das Veranstaltungsprogramm werden die Auswirkungen von Kriegen jedoch bis in die heutige Zeit thematisiert. So zeigt die Künstlerinnengruppe „Trümmerfrauen“ Arbeiten zur Zeit nach 1945. Homa Emami präsentiert als „Heimatlose“ ein „Labor der Zeichen und Dinge“ zur aktuellen Krisensituation 2015 im Iran. Marlen Seubert zeigt mit „Projektfläche Haut“ zeitübergreifend die existentielle Bedrohung der Frauen durch Krieg und Gewalt.


Im historischen Teil wird neben vielen Beispielen aus dem Deutschen Reich auch die Situation aus anderen beteiligten Staaten präsentiert. Frauen waren sowohl an der „Heimatfront“ als auch zum ersten Mal in größerem Umfang an der Front am Ersten Weltkrieg beteiligt: Als „Etappenhelferinnen“ im deutschen Heer, in Großbritannien im „Women’s Army Auxiliary Corps“, als Fliegerinnen - wie die Französin Marie  Marvingt, die als erste Frau Bombenflugzeuge flog - oder als Spioninnen. In Russland gab es sogar mehrere Frauenbataillone.


Im zivilen Leben übten Frauen auf vielen Ebenen traditionell männliche Berufe aus: Als Arbeiterinnen in der Schwerindustrie, als Straßenbahnführerinnen oder Postbotinnen. Darüber hinaus werden mit Blick auf die jüngste Geschichte und auf die Gegenwart Beispiele für Friedensinitiativen und Friedensnobelpreisträgerinnen gezeigt.

Ausstellung in Bonn

Mit der Ausstellung unterstützt das Frauenmuseum die Forderung nach gleich-berechtigter Repräsentanz auf allen Ebenen der Friedenspolitik durch die zügige Umsetzung der Aktionsplattform von Peking (1995) und der Resolutionen 1325 (2000) und 1380 (2008) des UN-Sicherheitsrates.
Kunst: Zeitgenössische, internationale Künstlerinnen spiegeln die Thematik Krieg und Frieden in Film, Rauminszenierungen, Fotografie und Malerei.

Ausstellungsparcour:  

EG:  
Bertha von Suttner c/o Dr. Marlies Obier  

1.OG:
Frauen in Krieg und Frieden  15 - 45 - 15 (Historie und Kunst) und Binnenausstellung Kriegsfotografinnen: Lee Miller. Andrea Bruce, Anja Niedringhaus, Camilla Lepage u.a. 

2. OG:
10.05.2015 – 14.06.2015
Trümmerfrauen. Aus der Spur. Skulpturen und Installationen (Ateliergemeinschaft Schloss Senden: Andrea Gawaz, Francis Mesenhöller, Andrea Terfort, Uta Krüger-Naumann, Annedore Richter und Helga Vissers)

21.06.2015 – 16.08.2015
Homa Emami – Im Labor der Zeichen und Dinge 

23.08.2015 – 11.10.2015
Marlen Seubert – Projektionsfläche H a u t

18.10.2015 – 1.11.2015
Künstlerinnen aus dem Blue Roof Museum of Chengdu

Ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm mit Vorträgen, Filmvorführungen, Diskussion, Theaterstücke, Schul- und Kinderprogramm etc. ist geplant. Jeden Sonntag öffentliche Führungen.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Ausstellung in Bonn

19.04.2015 bis 08.11.2015

Frauen in Krieg und Frieden

klaudia.nebelin@frauenmuseum.de