27.03.2012 07:53 23. März bis 24. Juni 2012 - Berlin

ARTandPRESS - Die Funktion der Zeitung als Instrument der Aufklärung oder der Manipulation

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Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Zeitung Material und Gegenstand der Kunst. Künstler setzen sich mit diesem Medium, ob in der Funktion als Instrument der Aufklärung oder der Manipulation, auf vielfältige Weise auseinander. Motivation und Bedeutung für die Nutzung des Mediums sind dabei immer unterschiedlich.

Die Ausstellung ARTandPRESS zeigt über 50 künstlerische Positionen zu dem Thema, von Andy Warhol über Sigmar Polke bis zu Ai Weiwei. Die Bandbreite der Werke reicht von Malerei und Collage über Skulptur und Installation bis zur Fotografie.

Viele Künstler haben eigens für die Ausstellung neue Arbeiten realisiert oder aus ihrem Œuvre ausgewählt. Anselm Kiefer zeigt zum Beispiel seine Sicht auf das Thema Medienwandel im zentralen Lichthof des Martin-Gropius-Bau mit einer großen Installation. Der junge iranische Künstler Farhad Moshiri beschäftigt sich in seiner Installation "Kiosk de Curiosité" mit dem Thema Zensur.

In ihrem Bilderzyklus "London Pictures" werfen Gilbert and George mit zitierten Schlagzeilen die Frage nach der Produktion von Nachrichten und deren Wahrheitsgehalt auf. Ai Weiwei hat für die Ausstellung eine Rauminstallation aus Armier-Stahl geschaffen.

Das Material dafür stammt von einem erdbebenzerstörten Schulgebäude, unter dem über 5000 Schüler begraben wurden – der Stahl als Beweisstück auf der Suche nach der Wahrheit, über die in China nicht berichtet werden durfte.
 

ARTandPRESS - 23. März bis 24. Juni 2012 - Berlin

Neben den zeitgenössischen Exponaten ist ein historischer Überblick wesentlicher Bestandteil der Ausstellung. Er informiert über die Rolle der Zeitung in der Kunst ab Mitte des 19. Jahrhundert bis in die 1990er Jahre, denn seit Beginn der Moderne haben Künstler die Zeitung höchst unterschiedlich eingesetzt und genutzt: Etwa als eigenständiges Sujet, als künstlerisches Material, als politisches Statement oder als Motivvorlage.

Präsentiert wird der kunsthistorische Ausstellungsteil nicht im Original, sondern mittels iPad: Das Medium, das man als digitale Seite der Zeitung und zugleich als ihren großen Herausforderer beschreiben könnte, wird seinerseits zum Träger von Kunstinformationen, in bildlicher und interaktiver Form.

Von Otto Dix über Kurt Schwitters bis John Heartfield wird die künstlerische Auseinandersetzung mit der Zeitung digital vermittelt und macht den Besucher mit wesentlichen Werken des Impressionismus, des Kubismus, des Dadaismus, der Neuen Sachlichkeit, der Pop Art und der Konzeptkunst bekannt.

Quelle:
http://www.faktor-it.de/aup/au...