19.09.2019 Investigativredaktionen Deutschland

Wer hat Angst vor Frontal 21, Rechercheverbund oder dem Spiegel?

von: GFDK - Kultur und Medien

Eines vorweg. Anmerkung der GFDK Redaktion. Alle Medien arbeiten mit gezielten Formulierungen und einer selektiven Auswahl an Zitaten um eine bestimmte Deutung vorzugeben. Ganz besonders der Spiegel und die Bild machen davon oft gebrauch. Ein Beispiel wie der Spiegel das macht, kann man hier lesen.

Und das ist das neuste vom Spiegel

Märchenstunde beim „Spiegel“? Die kommissarische SPD-Führung wehrt sich mit großer Vehemenz gegen die Behauptung des Magazins, es habe eine gemeinsame Telefonkonferenz zwischen den Interims-Vorsitzenden Malu Dreyer, Thorsten Schäfer-Gümbel und Manuela Schwesig mit Finanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz gegeben, in der er seine Kandidatur annonciert habe.


Dazu schrieb Gabor Steingart: "Der „Spiegel“ bleibt bei seiner Darstellung, möchte oder kann aber keine Beweise vorlegen. Vielleicht liegt ja die Raffinesse des künftigen „Spiegel“-Geschäftsmodells in der innovativen Mischung von Dichtung und Wahrheit.

Denn womöglich tut sich hier eine echte Marktlücke auf: Zwischen den Gattungen Märchenbuch und Nachrichtenmagazin wäre der neue „Spiegel“ eine Art drittes Geschlecht."

Hamburg (ots) Das ZDF-Politmagazin Frontal 21, der Rechercheverbund aus NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung sowie das Nachrichtenmagazin Der Spiegel sind die drei meist gefürchteten Investigativredaktionen bei deutschen PR-Profis. Das ergab der aktuelle PR-Trendmonitor von news aktuell und Faktenkontor. An der Umfrage haben 510 Fach- und Führungskräfte der PR teilgenommen.

Demnach haben die Befragten am meisten Respekt vor dem Rechercheteam des TV-Politformats Frontal 21 (33 Prozent). Fast genauso viele Kommunikationsprofis fürchten den Rechercheverbund von NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung (32 Prozent).

Der Spiegel landet mit 29 Prozent auf Platz drei. Auf Platz vier folgt die Bild. Jeder vierte PR-Experte sorgt sich um eine kritische Berichterstattung durch das Boulevardblatt (25 Prozent).

Weniger gefürchtet ist hingegen das Rechercheteam um den Enthüllungsjournalisten Günter Wallraff. Nur jeder sechste Befragte nennt die Redaktion des auf RTL ausgestrahlten Formats "Team Wallraff - Reporter Undercover" (16 Prozent).

Wenig Sorge bereiten den PR-Profis auch die Recherchen der überregionalen Tageszeitung Frankfurter Allgemeine (fünf Prozent) sowie des vom Bayerischen Rundfunk produzierten TV-Magazins Report München (vier Prozent).

Deutschlands meist gefürchtete Investigativredaktionen:

 

1. Frontal 21 (33%)
2. Rechercheverbund NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung (32%)
3. Spiegel (29%)
4. Bild (25%)
5. RTL Team Wallraff (16%)
6. Monitor (13%)
7. Süddeutsche Zeitung (13%)
8. Panorama (10%)
9. Plusminus (8%)
10. Report Mainz (7%)
11. Handelsblatt (5%)
12. Stern (5%)
13. Kontraste (5%)
14. Frankfurter Allgemeine (5%)
15. Report München (4%) 

 

Quelle: PR-Trendmonitor 2019
Datenbasis: 510 Fach- und Führungskräfte aus Pressestellen und 
PR-Agenturen 
Methode: Online-Befragung, maximal drei Nennung möglich. Gestützte 
Befragung, d.h. Antwortoptionen waren vorgegeben. 
Befragungszeitraum: März 2019