25.09.2020 14 Jahre in kleinen Betongehegen

Nach 14 Jahren Gefangenschaft wurden die Präsidentenbären gerettet

von: GFDK - Kultur und Medien

VIER PFOTEN rettet ‘Präsidentenbären’ Leo und Melanka in der Ukraine - Nach 14 Jahren Gefangenschaft erwartet sie ein neues Leben im BÄRENWALD Domazhyr.

Die globale Tierschutz- organisation VIER PFOTEN hat erfolgreich zwei Braunbären in der Ukraine gerettet und sie in ihren BÄRENWALD Domazhyr bei Lwiw gebracht. Leo und Melanka verbrachten 14 Jahre in kleinen Betongehegen auf dem Gelände der Präsidenten-Residenz Syniogora im Dorf Huta, südöstlich von Lwiw.

Mehrere ukrainische Staatsoberhäupter haben regelmäßig die Residenz für Meetings, Urlaube oder zum Jagen besucht und wurden somit Zeugen der grausamen Haltungsbedingungen. Nach jahrelangen Verhandlungen mit den Behörden kann VIER PFOTEN die zwei Bären nun endlich vor weiterem Leid schützen.

Den Behörden zufolge wurden Leo und Melanka im Jahr 2006 als erschöpfte Jungtiere alleine aufgefunden und schließlich in die Präsidenten-Residenz Syniogora im Westen der Ukraine gebracht.

Dort wurden sie ohne Beschäftigungsmöglichkeiten in kleinen, schmutzigen Betongehegen gehalten – ohne Schutz vor der Witterung. Die ukrainischen Behörden hatten zuvor mehrere Rettungsversuche von VIER PFOTEN zurückgewiesen, doch unermüdlicher Einsatz und öffentlicher Druck führten schließlich dazu, dass die Rettung der Bären genehmigt wurde.

Am 22. September befreite ein Team von VIER PFOTEN die beiden Bären und brachte sie in den BÄRENWALD Domazhyr. „Leo und Melanka haben die Reise gut überstanden.

Vor der Abfahrt wurden sie gechippt und geimpft; eine umfangreiche Untersuchung erhalten sie, sobald sie sich eingewöhnt haben. Als Folge der schlechten Haltung zeigen beide Tiere Verhaltensstörungen.

Jetzt können sie sich ausruhen und bekommen die Pflege, die sie nach Jahren der Vernachlässigung dringend brauchen“, sagt Ihor Nykolyn, Site Manager im BÄRENWALD Domazyhr.

Unkontrollierte Zucht und illegale Bärenkämpfe in der Ukraine

Die Privathaltung von Bären ist in der Ukraine seit 2011 verboten. Aufgrund mangelnder Kontrollen werden jedoch weiterhin Bären gezüchtet und gehandelt.

Geschätzt 80 Bären leben noch in grausamer Haltung in der Ukraine. Während die meisten als Gästeattraktionen neben Restaurants oder in Zirkussen gehalten werden, fristen rund 20 Tiere ihr Dasein auf Jagdstationen. „Melanka hat mehrere Junge zur Welt gebracht.

Möglich ist, dass diese als Kampfbären an Jagdstationen weitergegeben wurden, um Jaghunde zu trainieren. Bären müssen in der Ukraine weiterhin leiden, weil die Gesetze weder effektiv umgesetzt noch entsprechende Strafen ausgestellt werden“, so Nykolyn.

Seit 2015 dürfen Bären nicht mehr zum Abrichten von Jagdhunden eingesetzt werden, sie leben aber immer noch als Haustiere auf Jagdstationen. Es wird vermutet, dass sie dort nach wie vor für illegale Bärenkämpfe missbraucht werden.

19 gerettete Bären in artgemäßem Tierschutzzentrum

Der von VIER PFOTEN geführte BÄRENWALD Domazhyr wurde im Oktober 2017 für Besucher eröffnet. Mit den Neuankömmlingen Leo und Melanka leben derzeit 19 aus katastrophalen Haltungsbedingungen gerettete Bären auf zehneinhalb Hektar Land. Nach Fertigstellung aller Bauarbeiten soll Platz für bis zu 30 Bären sein.

Mit dem BÄRENWALD Domazhyr hat VIER PFOTEN ein artgemäßes Zuhause für leidgeprüfte Bären erschaffen und unterstützt die ukrainische Regierung dabei, das Verbot von Kampfbären im Land effektiv umzusetzen.