13.02.2019 Gesangswettbewerb Das Lied

Glückwunsch an Nikola Hillebrand - Es kann nur eine geben

von: GFDK - Kultur und Medien

Die 26-jährige Sopranistin Nikola Hillebrand aus Deutschland ist Siegerin des diesjährigen Internationalen Gesangswettbewerbs „Das Lied“.

Neben einem Preisgeld von 15 000 Euro (gestiftet von der Manfred Lautenschläger-Stiftung) ist der 1. Preis verbunden mit mehreren Konzertauftritten bei renommierten Konzertveranstaltern und Musikfestivals sowie einer professionellen Produktion in einem Rundfunkstudio, ermöglicht durch SWR2.

Der von Gesangslegende Thomas Quasthoff gegründete Gesangswettbewerb zählt zu den wichtigsten weltweit und fand dieses Jahr zum zweiten Mal in Heidelberg statt, unter dem Dach des Internationalen Liedzentrums des „Heidelberger Frühling“.

Den 2. Preis in Höhe von 10 000 Euro teilen sich die 25-jährige Mezzosopranistin Yajie Zhang aus China und der 26-jährige Bariton Konstantin Krimmel aus Deutschland. Konstantin Krimmel erhielt ebenso den Publikumspreis in Höhe von 2 000 Euro.

Der 3. Preis in Höhe von 5 000 Euro ging an den 25-jährigen Bariton Michael Rakotoarivony aus Madagaskar. Den Förderpreis in Höhe von 2 500 Euro (gestiftet vom Freundeskreis Heidelberger Frühling e.V.) erhielt der 26-jährige Bass-Bariton Jeeyoung Lim aus Südkorea.

 Als bester Pianist des Wettbewerbs und mit 5 000 Euro Preisgeld wurde in Abwesenheit der 29-jährige Pianist Matthew Fletcher aus Großbritannien ausgezeichnet.

Albrecht Puhlmann, Intendant der Oper des NTM: »Nikola Hillebrand ist mit ihrem leuchtenden, so ausdrucksstarken wie substanzreichen Sopran ein großer Gewinn im Mannheimer Opernensemble. In vielen Partien – von Monteverdis Poppea über Verdis Gilda bis zu Strauss’ Sophie – überzeugte sie gleichermaßen sängerisch und als Darstellerin, und auch ihre Liederabende begeistern regelmäßig.

Dass sie nun diesen wichtigen Preis gewonnen hat, erfüllt uns am NTM mit Stolz und Freude. Ich gratuliere ihr sehr herzlich dazu und freue mich schon auf die nächste Neuproduktion mit ihr, die Koproduktion von Tanz und Oper ›Sanssouci‹.«

70 junge Sängerinnen und Sänger und 51 Pianistinnen und Pianisten aus aller Welt hatten sich zur Teilnahme beworben. Davon traten nach einer Vorauswahl 25 Duos aus 21 Nationen in Heidelberg an.

Zur Jury unter Vorsitz von Thomas Quasthoff gehörten die Sopranistinnen Juliane Banse und Charlotte Lehmann, Lied-Pianist Malcolm Martineau, Lied-Professor Richard Stokes, die Künstleragentin Helga Machreich sowie die Intendanten John Gilhooly (Wigmore Hall London) und Thorsten Schmidt (Heidelberger Frühling).

Neben interessiertem Publikum besuchten auch zahlreiche Talentscouts den Wettbewerb, unter anderem vom Festspielhaus Baden-Baden, Schloss Elmau, Musikverein Graz, Hidalgo-Festival München, der Internationalen Hugo-Wolf-Akademie Stuttgart oder aus der Schweiz, Tschechien und den Niederlanden.

Eine besondere Ehre für alle Mitwirkenden war die Anwesenheit von Martina Killmayer beim Wettbewerbsfinale, der Witwe des Komponisten Wilhelm Killmayer, dessen Lieder zum Wettbewerbsrepertoire gehörten.

Der Livestream des Wettbewerbs verzeichnete mehr als 10 000 Aufrufe. Videoaufzeichnungen aller Wettbewerbsbeiträge sind unter www.das-lied.com zu finden.

Der biennale Gesangswettbewerb „Das Lied“ fand bis 2015 in Berlin statt und hat im Jahr 2017 seine neue Heimat unter dem Dach des Internationalen Liedzentrums des „Heidelberger Frühling“ gefunden, das im Februar 2016 gegründet wurde.

Mit dem Wettbewerb von Thomas Quasthoff beheimatet Heidelberg neben Thomas Hampsons Lied Akademie zwei Nachwuchsförderprojekte von internationaler Strahlkraft. Ziel des Liedzentrums ist es, die Aktualität des Liedes ins Bewusstsein von Künstlern, Veranstaltern und Publikum zu rücken und neue Perspektiven zu eröffnen.

Über die 1. Preisträgerin

Die in München aufgewachsene deutsche Sopranistin Nikola Hillebrand ist seit der Spielzeit 2016/ 2017 Mitglied im Ensemble des Nationaltheaters Mannheim. Im Juli 2017 gab sie ihr Debüt an der Bayerischen Staatsoper als Azema in Rossinis »Semiramide«. 

Noch während ihres Studiums bei Prof. Fenna Kügel-Seifried an der Hochschule für Musik und Theater München gastierte Nikola am Theater Bonn als Belinda in »Dido & Aeneas«, Papagena sowie Königin der Nacht in »Die Zauberflöte« und als Marzelline in einer Neuproduktion von »Fidelio«. 

2015 gab sie ihr Glyndebourne-Debüt als Blondchen in David McVicars Neuproduktion von Mozarts »Die Entführung aus dem Serail«. In der darauffolgenden Saison wurde sie erneut nach Glyndebourne eingeladen, um die Barbarina zu singen und die Rolle der Susanna in »Le nozze di Figaro« zu covern. 

In ihrer Debütspielzeit wurde sie zur Trägerin des 50. John Christie Awards ernannt. In Mannheim stand sie unter anderem als Adele (»Die Fledermaus«), Sophie (»Der Rosenkavalier«), Königin der Nacht (»Die Zauberflöte«), Despina (»Così fan tutte«) und Poppea (»L’incoronazione di Poppea«) auf der Bühne.

In der Spielzeit 2018/19 wurde ihr der Arnold-Petersen-Preis verliehen, der jährlich für eine herausragende künstlerische Nachwuchsleistung vergeben wird.

Derzeit ist Nikola Hillebrand am NTM als Marzelline in »Fidelio« (16. Februar), in »Carmina Burana« (10. März), in »Sanssouci« (Premiere am 14. März), im Musiksalon-Abend  »Verfemt« (6. April) sowie in Monteverdis »Marienvesper« (6. Juni) zu erleben.

Christine Diller