08.12.2018 Zeitalter der Fische

Die Suche nach Gerechtigkeit und Gott - ein Gespinst aus Kälte, Hass und Verzweiflung

von: GFDK - Theater und Premieren

Die „Carte Blanche“ ist am Theater Bremen eine Art Blankoscheck für alle Formen künstlerischer Darstellung. Mit großer Freiheit ermöglicht dieses Format den Künstler*innen der verschiedenen Sparten, die Bühne mit eigenen Ideen und Projekten für sich zu erobern – jenseits des festgelegten Spielplans.

Das haben im Dezember Regieassistentin Mathilde Lehmann und Schauspielerin Mirjam Rast vor: Sie zeigen im Brauhauskeller Ödön von Horváths „Jugend ohne Gott“.

Der Roman des österreichisch-ungarischen Schriftstellers erschien 1937 und erzählt von einem Lehrer, der sich der aufstrebenden Naziideologie gegenüber zwar ablehnend, aber aus Feigheit zunächst indifferent und zurückhaltend verhält.

Doch die Verrohung um ihn herum lässt ihm keine Ruhe, treibt ihn um. Ein Kneipenabend leitet die Wende ein, am Tresen trifft er einen ehemaligen Kollegen, der ihm seine Theorie vom „Zeitalter der Fische“ erzählt.

Mehr und mehr wird der Lehrer in dieses Theoriegebäude hineingezogen, durch die ausdruckslosen Augen seiner Schüler darin bestärkt: Das Antlitz der Menschen scheint ähnlich unbeweglich zu werden, wie das der Fische.

Während seiner Suche nach Gerechtigkeit und Gott, nach einer Möglichkeit, Verantwortung für sich und sein eigenes Handeln zu übernehmen und dessen Konsequenzen zu tragen, verstrickt er sich immer tiefer in ein Gespinst aus Kälte, Hass und Verzweiflung.

„Carte Blanche: Jugend ohne Gott“ ist am 7. und 8. Dezember jeweils um 20 Uhr im Brauhauskeller zu sehen.

Theater Bremen GmbH
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