16.06.2020 Die Welt der Rosa Loy

Bei Rosa Loy hat die Weiblichkeit die Oberhand

von: GFDK - Kultur und Medien

Rosa Loy, Hauptvertreterin der Neuen Leipziger Schule, malt ausschließlich Frauen und hat eine klare Message - Eröffnung von „Rosa Loy – Ausblick“ am 16. Juni 2020 in der Augsburger Galerie Noah.

Die Frau als weise Baumwollspinnerin, sorgsame Brutpflegerin wie große Beschützerin, als robuster Rettungsanker und stetes Schutzschild, eine Netzwerkerin vor dem Herren, im Auftrag ewiger Harmonie unterwegs, zugleich Urmutter und Urheberin allen Seins, mit Reizen nicht geizend und in ihrer Liebenswürdigkeit kaum zu übertrumpfen – die Weiblichkeit in allen Formen und Facetten, in ganzer Pracht und Bandbreite hat in der Welt der Rosa Loy klar und deutlich die Oberhand.

Nichts, was Frau nicht leisten könnte. Besonnen bis beseelt halten ihre Protagonistinnen, oft Armee-Soldatinnen in sozialistischer Uniform, eine Anspielung an die Vergangenheit der Künstlerin in der DDR, zusammen, was zusammengehört, den Kosmos am Laufen.

„Frauen heute sind ganz besonders darauf angewiesen, in Gruppen zu agieren. Wir befinden uns zwar in einem Zeitalter, in dem sich Mann und Frau gleichauf begegnen, doch die weibliche Stimme ist lange noch nicht so laut wie die männliche“, sagt Rosa Loy.

„Wir Frauen machen Karriere, im Einklang, achten auf Schönheit und soziale Stärke mit gegenseitigem Respekt, dessen aktuelle Bedeutung es im Übrigen unbedingt zu klären gilt.“

Rosa Loy, Hauptvertreterin der Neuen Leipziger Schule, Ehefrau von Künstler-Kollege Neo Rauch, schafft auf phantastische Weise eine neue Weiblichkeit und weiß in ihrer aktuellen Malerei auf das geänderte Rollenmuster der Frauen hinzuweisen. In ihren Kompositionen, oft märchenhafte, metaphorische Feature, dem magischen Realismus zuzuordnen, verknüpft sie ihre Hauptdarstellerinnen ganz selbstverständlich mit der Natur.

Offensichtlich kennt sich frau aus in der wundersamen Welt der Flora und Fauna - kein Wunder, ist Rosa Loy, 1958 in Zwickau geboren, später Meisterschülerin von Professor Rolf Münzner an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, selbst studierte Diplomgartenbauingenieurin. Rosa Loy, international gefeiert, umreißt ein Frauenbild, das den Macherinnen dieser unserer Gesellschaft den Weg bahnt, die Angst nimmt und zu verzaubern weiß – wenngleich ihre neuen Arbeiten etwas düsterer, oft Blau in Blau daherkommen. „Es wird ernst“, so Loy, „wir Frauen brauchen uns mehr denn je“