27.02.2020 Rundköpfe und Spitzköpfe

Aufstieg, Herrschaft und Machtmechanismen

von: GFDK - Kultur und Medien - Theater

Essen. Für die letzte Premiere der laufenden Spielzeit im Grillo-Theater kehrt ein Regisseur ans Schauspiel Essen zurück, der hier zuletzt die Deutsche Erstaufführung von Robert Menasses „Die Hauptstadt“ herausgebracht hat: Hermann Schmidt-Rahmer.

Seine Inszenierung von Bertolt Brechts „Die Rundköpfe und die Spitzköpfe oder Reich und reich gesellt sich gern“ geht in einer eigens erstellen „Essener Fassung“ erstmals am 25. April ab 19:30 Uhr über die Grillo-Bühne.

Während sich Brecht mit seinem „Greuelmärchen“ aus dem Jahre 1936 auf Aufstieg, Herrschaft und Machtmechanismen des Hitlerregimes bezog, wird Schmidt-Rahmer in seiner Inszenierung plastisch vor Augen führen, welche Widersprüche auch oder gerade heute ein System in der Praxis produziert, das glaubt, Rassismus als Ablenkungsmanöver nutzen zu können.

Die Geschichte spielt in dem fiktiven Staat Jahoo, der pleite ist. Der Konflikt zwischen zahlungsunfähigen Pächtern und unerbittlichen Pachtherren steht kurz vor der Eskalation, ein Bauernaufstand droht.

Um die sozialen Unruhen in den Griff zu bekommen, sucht der Vizekönig Hilfe beim skrupellosen Ideologen Iberin. Der präsentiert sich dem Volk als gerechter neuer Statthalter und unterteilt derweil die Einwohner von Jahoo aufgrund ihrer Physiognomie in Rund- und Spitzköpfe.

Sodann verkündet er willkürlich, dass die Spitzköpfe schuld an allem seien. So wird „an Stell des Kampfs von arm und reich“ eine fingierte Fehde zwischen zwei Bevölkerungsgruppen ausgetragen.

Und die Saat geht auf: Gleichermaßen angestachelt wie eingeschüchtert von einer Terrormiliz verraten rund- und spitzköpfige Pächter all jene, mit denen sie gerade noch Seite an Seite kämpften ...

Die Musik zu diesem Stück komponierte Hanns Eisler.

Es spielen Thomas Büchel, Alexey Ekimov, Jan Pröhl, Stephanie Schönfeld, Sven Seeburg und Beatrix Strobel.

Bühne: Daniel Angermayr, Kostüme: Michael Sieberock-Serafimowitsch, Dramaturgie: Carola Hannusch.

Eintritt bei der Premiere: € 14,00 – 37,00.

Erste Folgetermine: 29. April, 21. Mai. Eintritt: € 14,00 – 29,00.

Karten unter 0201/81 22-200