Nachrichten und Veranstaltungen in unserem Archiv

17.02.2017 die besten Filme aller Zeiten

GFDK - Redaktion

Auf einer Liste der besten Filmen aller Zeiten geht es natürlich auch um den eigenen Geschmack. Unsere hier getroffene Auswahl wird sicher nicht jedem Leser gefallen, manchen wird zudem ein ganz bestimmter Film fehlen. Trotzdem sind die drei Filme, um die es in diesem Artikel geht, ein guter Start, wenn man auf der Suche nach den besten Filmen aller Zeiten ist, in denen es um Casinos geht.

Casino und die besten Filme aller Zeiten

Falls man diese noch nicht gesehen hat, dann lohnt es sich, das schon bald nachzuholen. Auf diese Weise kann man auch ein wenig Vorfreude auf den nächsten Besuch im Casino sammeln. Wer schon während dem Schauen die Lust auf das Casinospiel bekommt, kann es im Online-Casino probieren am besten mit einem Neukundenbonus wie auf besterbonus.de.

Auf der Liste der drei besten Filmen, in denen sich alles um Casinos dreht und die zudem einen wichtigen Einfluss auf die Popkultur hatten, darf der Klassiker "Bugsy" auf keinen Fall fehlen. Darin spielt der Gangster Bugsy Siegel die Hauptrolle, der in einer Beziehung mit Virginia Hill lebt.

Siegel und die Schauspielerin kennen sich aus Los Angeles und verlieben sich – der Auftakt zu einer komplizierten Beziehung. Bei einer Reise nach Las Vegas hat der Gangster dann die Idee, ein Casino mit Hotel zu eröffnen. Das Casino ist die Basis für Las Vegas, wie wir es heute kennen. Die Geschichte basiert auf einer wahren Geschichte, wurde mit Anette Benning und Warren Beatty verfilmt und kam 1991 in die Kinos.

Glücksspiele und Showgirls in der Wüste von Nevada

Ein weiterer populärer Film, in dem es um die Casinos von Las Vegas geht, ist "Showgirls" vom Regisseur Paul Verhoeven. Darin spielen zwar nicht die Glücksspiele die Hauptrolle, den Besuch in Las Vegas will man sich nach dem Film jedoch sicher nicht mehr entgehen lassen, sobald man die erotische Geschichte rund um Nomi Malone gesehen hat. Sie will es in der Spielermetropole zu etwas bringen.

Neben der Tänzerin spielen jedoch noch viele andere Persönlichkeiten eine wichtige Rolle, die es in die Metropole in der Wüste von Nevada zieht.

Zu guter Letzt gibt es noch einen etwas jüngeren Film, der schon heute als Klassiker zählt und der wesentlich lustiger ist. In der Komödie "The Hangover" aus dem Jahr 2009 feiern einige Männer einen legendären Junggesellenabschied in Las Vegas und erleben dabei die absurdesten Dinge. Mittlerweile gibt es sogar schon einige Nachfolger von diesem Film.

Eine Reise in eine Spielermetropole Las Vegas

Neben zahlreichen lustigen Sprüchen sowie einigen komischen Situationen geht es natürlich vor allem um die Spiele in den Casinos von Las Vegas, besonders wird in diesem Film Blackjack gespielt. Der eigene Besuch in Las Vegas wird sicher etwas weniger chaotisch, trotzdem bietet The Hangover ganz bestimmt tolle Unterhaltung.

Alles in allem gibt es viele Filme, die dafür sorgen, dass man Lust auf einen Trip ins nächste Casino bekommt. Geheimagenten wie James Bond oder andere smarte Schauspieler sind in ihren Filmen ebenfalls oft beim Spielen zu sehen, darüber hinaus sind Glücksspiele auch in einigen weiteren Produktionen aus Hollywood ein sehr populärer Hintergrund.

Die Popkultur wurde dadurch ebenfalls beeinflusst, schließlich lassen sich viele Menschen dadurch zu einer Reise in eine Spielermetropole inspirieren.

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17.02.2017 7. Philharmonisches Konzert

GFDK - Maren Lüthke

Pianist und Musiker Bernd Glemser, seit 1995 regelmäßig Gast der Rostocker Philharmonie, gestaltet ein besonderes Flügelfest in der Jubiläumssaison des Orchesters. Das sehr selten aufgeführte Klavierkonzert von Max Reger wird erklingen, ein Werk voll von harmonischen und kontrapunktischen Künsten und mit einem enormen spieltechnischen Anspruch.

Eröffnet werden die drei Konzerte mit einer Uraufführung des koreanischen Komponisten Myung-Whun Choi, der sich in seinem neuesten Werk mit Robert Schumann auseinandersetzt.

Nach der Pause widmet sich die Philharmonie unter der Leitung des Berliner Dirigenten Julien Salemkour dem Klavierquartett von Johannes Brahms, welches Arnold Schönberg 1937 für Orchester gesetzt hat und das seitdem scherzhaft als "fünfte Symphonie von Brahms" bezeichnet wird. "Man mag das Originalquartett gar nicht mehr hören, so schön klingt die Bearbeitung", meinte der Dirigent Otto Klemperer nach der Uraufführung in Los Angeles.

Konzert Klassik in Rostock

Vor den Philharmonischen Konzerten bieten wir eine Konzerteinführung an. In ca. 15 Minuten wird Wissenswertes und Interessantes über die Komponisten sowie die Entstehung und Rezeption der gespielten Werke präsentiert. Die Einführung findet eine halbe Stunde vor Konzertbeginn im Intendanzfoyer statt.


TERMINE

Sonntag, 26. März 2017, 18:00 Uhr, Volkstheater Rostock – Großes Haus

Montag, 27. März 2017, 19:30 Uhr, Volkstheater Rostock – Großes Haus

Dienstag, 28. März 2017, 19:30 Uhr, Volkstheater Rostock – Großes Haus
 
Myung-Whun Choi: Hoffnung (Na-rae 4) für Orchester (2017) Uraufführung

Max Reger: Klavierkonzert f-Moll op. 114

Arnold Schönberg: Johannes Brahms' Klavierquartett g-Moll op. 25 für Orchester gesetzt

Leitung: Julien Salemkour

Klavier: Bernd Glemser

Mit: Kinderchor der Singakademie Rostock e.V.

Einstudierung: Dmitry Krasilnikov

 

Volkstheater Rostock GmbH
Patriotischer Weg 33
18057 Rostock

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16.02.2017 Schönheit und Schrecken

GFDK - GAK

Sibylle Springer stellt ihre neuesten Werke in der GAK Bremen aus (*1975 in Münster, lebt in Bremen und Berlin). In Acryl auf Leinwand entstehen große Formate, deren Wirkung von Ambivalenzen gekennzeichnet ist: Sie pendeln zwischen Abstraktion und Figuration, Zeigen und Verbergen, Schönheit und Schrecken, Geschichte und Gegenwart, Tradition und Neuerung.

So auch der Titel ihrer Einzelausstellung in der GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst gift, enthält er doch die Bedeutung der Gabe wie auch des Toxischen.

Das Zwiespältige, Vage, die Zwischentöne sind es, welche Sibylle Springer laut eigener Aussage reizen. So auch in dem Werkzyklus, den sie für ihre Einzelausstellung in der GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst neu schafft: Hierfür nimmt sie historische und aktuelle Darstellungen von körperlicher Intimität und anderen Grenzbereichen in den Blick. Neben einer Vielzahl großformatiger Leinwände werden auch kleinere Zeichnungen zu sehen sein, die um ähnliche Motive kreisen. Des Weiteren wird eine Atelierwand in die Ausstellung transferiert, welche die Recherchearbeit und vielfältigen Bezüge offenlegt, die der Künstlerin als Ausgangspunkte für ihre Malerei dienen.

Ausstellung in Bremen

Die Werkreihe zu gift findet ihre Erweiterung in einem eigens für sie entwickelten Raumkonzept in der GAK, das die zurückgenommene Farbigkeit der Arbeiten kontrastiert: So werden die sonst zumeist weißen Wände des Kunstvereins in Anlehnung an klassisch-museale Präsentationsweisen farbig gestrichen. Mit der Platzierung von Museumssitzbänken im Ausstellungsraum wird ein weiteres Element integriert, das historische und zeitgenössische Formen der Präsentation und Rezeption von Kunst miteinander verschmilzt.


In begleitenden Veranstaltungen werden Aspekte der Ausstellung fortgeführt, ergänzt und vertieft.

Im Anschluss an die Ausstellung erscheint eine Publikation.


Kuratorin: Svea Kellner

Laufzeit: 18. März – 30. April 2017

Eröffnung: Freitag, 17. März, 19 Uhr

GAK GESELLSCHAFT FÜR AKTUELLE KUNST
Teerhof 21
D-28199 Bremen


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16.02.2017 „Integriert euch doch alle selbst!“

GFDK - Stefan Becht

Kaum haben sich die Türen der Ausstellung im NRW-Forum Düsseldorf geschlossen, geht es auch schon weiter. Save the next date: gute aussichten – junge deutsche fotografie // new german photography 2016/2017 eröffnet am Donnerstag 9. März 2017, 19 Uhr, im Haus der Photographie, Deichtorhallen Hamburg seine Pforten.

Kommen Sie vorbei, bringen Sie Ihre Freunde mit und lassen Sie sich überraschen von visuellen und erzählerischen Werken, die in ihrer ganzen Vielfältigkeit doch einem Tenor folgen: Integriert euch doch alle selbst!

Ausstellung in Hamburg

gute aussichten 2016/2017 ist bis Montag 1. Mai 2017 in Hamburg zu sehen.

Die einen, wie die in Finnland geborene Miia Autio und der aus Tübingen stammende Holger Jenss, sind nach Afrika gereist, um die Fremde zu erfahren. Fremde unter Fremden. Die anderen, wie Chris Becher, Julia Steinigeweg und Andreas Hopfgarten, haben vor ihrer Haustür nachgeschaut, was sie an Fremdem ent­decken. Reichlich, können wir sagen. Carmen Catuti, in Rumänien geboren, in Berlin lebend, war in Georgien unterwegs – eine bild­gewaltige Aus­beute. Quoc-Van Ninh, in Deutschland geboren und aufgewachsen, der Vater Vietnamese, die Mutter Chinesin, hat zwar Vietnam besucht, doch die Fremde, die er immer in sich trägt, war dort genauso vorhanden wie hier – dunkel und verklärt. Allen gemein ist: Sie, die Fremden, finden im Fremden immer einen Teil von sich selbst – das Eigene. Was ihnen – und uns – auf den ersten Blick, den ersten Klick, so fremd, entwurzelt, mystisch oder rätselhaft scheint, verkehrt sich bei genauer Betrachtung – und wie ließe sich das besser bewerkstelligen als mit einer Kamera – ins Gegenteil. Fremd bleibt nur das, wovor wir die Augen verschließen.

Integration vs. Aussperren von Fremden

„Integriert euch doch alle selbst!“, scheinen die Bilder von gute aussichten 2016/2017 dem Betrachter zuzurufen, „und entdeckt dabei die Fremde und das Fremde in euch.“ Wer immer nur auf das vermeintlich EIGENE referiert und das FREMDE aussperrt, kommt noch nicht einmal bei sich selbst wirklich an, geschweige denn bei irgend jemand anderem. Das Leben ist, philosophisch betrachtet, eine Reise durch Raum und Zeit. gute aussichten 2016/2017 lädt zu dieser Reise ein. Damit wir selbst, unsere Gesellschaft, unsere Kultur lebendig bleiben, bedarf es des Wandels – eines Wandels, der das „Alte“ immer wieder mit dem „Fremden“ vereint und so „Neues“ hervorbringt.

 

Die Einreichungen & die Jury

77 gültige Einreichungen aus 32 Institutionen erreichten uns für den Wettbewerb gute aussichten – junge deutsche fotografie 2016/2017. An der Jurysitzung, die im Domizil von gute aussichten in Neustadt/Weinstraße stattfand, nahmen teil: Stefan Becht (Neustadt/W.), freier Journalist und Mitbegründer von gute aussichten, Dr. Wibke von Bonin (Köln), Autorin, Kulturjounalistin und Kunsthistorikerin, Herlinde Koelbl (München), international renommierte Fotografin, Mario Lombardo, Art Director, Bureau Lombardo (Berlin), Thomas Neumann (Düsseldorf), Fotograf und gute aussichten 2004/2005 Preisträger, Josefine Raab (Neustadt/W.), Kunsthistorikerin und Gründerin von gute aussichten, Amélie Schneider (Hamburg), Bildchefin des Magazins NEON sowie Ingo Taubhorn, Kurator am Haus der Photographie, Deichtorhallen (Hamburg).

Am Ende des Sichtungstages wurden sieben Arbeiten und Preisträger/innen ausgewählt.

 

Die Preisträger/innen & ihre Arbeiten

Die sieben Preisträger/innen von gute aussichten 2016/2017 und ihre Arbeiten, wie immer, ganz schlicht nach ABC geordnet:

Miia Autio // Variation of White // Fachhochschule Bielefeld

Dunkelhäutige Frauen und Männer in bunter Kleidung bevölkern die Porträts von Miia Autio und verorten diese Menschen in unserem westlichen Blick nahezu instinktiv in Afrika. Irritation erregt jedoch sofort ein roter Punkt an der immer gleichen Stelle. Auch die röntgenartige Optik, die sich in „unser“ Bild drängt, signalisiert, dass unser Eindruck und der wahre Bildgegenstand vielleicht nicht übereinstimmen. Denn nicht das Positiv, sondern das Negativ wurde für den Abzug verwendet. Und dieses sorgt dafür, dass wir schwarze Menschen sehen, die in Wirklichkeit weiß sind. Ein genetischer Defekt hat aus ihnen Albinos gemacht, was in Tansania mit dem Glauben an magische Kräfte verknüpft ist und die Betroffenen zu Außenseitern der Gesellschaft stempelt. So behandelt ‚Variation of White‘ in erster Linie das sub­jektive Sehen und das Entstehen von Bildern in unserem Kopf, das nach vergleichbaren Mustern abläuft wie die Bildung von Vorurteilen.

 

Chris Becher  // Boys // Kunsthochschule für Medien Köln

Um vorgefertigte Bilder und klischeebehaftete Meinungen geht es in ‚Boys‘ von Chris Becher. Dieses Sujet ist ein besonderes Minenfeld, denn Menschen, die professionell ihren Körper anbieten, umgibt in der Vorstellung der „Normalbürger“ ein schmuddeliges, zwiespältiges Image. Es ist schnell die Rede von einem halbseidenen Milieu mit zwielichtigen Protagonisten. Dabei handelt es sich um ein Gewerbe, das so alt sein dürfte wie die Welt. Je nach kulturhistorischem, politischem oder religiösem Kontext schwankt die öffentliche Meinung zwischen Akzeptanz, Ablehnung, Kriminalisierung oder Verfolgung. All dieses hat Chris Becher mit seiner fotografischen Feldstudie elegant umschifft. Indem er uns männliche Sexarbeiter auf gleicher Augenhöhe in sachlichen Schwarz-Weiß-Aufnahmen zeigt, lenkt er unseren Blick auf die Menschen, die im Fokus seiner Untersuchung stehen. Und indem er jegliche Bewertung bewusst vermeidet, öffnet er auch unseren Blick für eine wertfreie Betrachtung.

 

Carmen Catuti // Marmarilo // Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig

Marmor, Gold, Samt und Seide sind Materialien, die in sakralen Kontexten zur Inszenierung von Heiligkeit und Spiritualität dienen. Ihre Kostbarkeit illustriert göttliche Allmacht und Präsenz. Hinzu gesellt sich ein Kanon von Formen, Gesten und Haltungen, der sich im Lauf der Jahrhunderte in der christlichen Bildpraxis etabliert hat. Auf dieses Dreigespann aus Material, Geste und Form referiert ‚Marmarilo‘ (georgisch für Marmor). Gegliedert in zwölf Werkgruppen, befragt, zitiert und interpretiert Carmen Catuti die Zeichensprache religiöser Repräsentanz. So schimmert das Blau als Verweis auf das Göttliche im Bildnis einer jungen Frau, in einem Faltenwurf oder als Dekor für liturgische Artefakte. Gegenspieler ist das Rot, in der Bibel die Farbe für Sünde und Sühne, verknüpft mit Strafe, Krieg und Tod. Im Rot schließt sich der Kreis, ganz im bildhaften Sinne des Wortes – als Metapher und als Versprechen des Ewigen.

 

Andreas Hopfgarten // Die Weltesche Yggdrasil oder die Suche nach einer verlorenen Erinnerung // Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg

Aus Briefen, Dokumenten, Erzählungen, Fotos und anderen Fundstücken konstruierte Andreas Hopfgarten‚ ,die verlorene Erinnerung‘ seiner Familie aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs und unmittelbar danach. Ein hybrides Puzzle mit vielen Leerstellen, das er, einem Archäologen gleich, Stück für Stück ausgräbt, zusammensetzt und mit eigenen Bildern und Objekten füllt. Hopfgartens Vorgehensweise kann als exemplarisch gelten, speist sich unsere Erinnerung doch aus einer Vielzahl von Bruch- und Versatzstücken gelebten Lebens. Sich erinnern ist nie ein faktischer Akt, sondern ein Hineintauchen in die Sedimente unserer Seele. Dorthin, wo wir Angst, Freude, Glück, Liebe, Schmerz und Verlust vergraben, alles  Erlebte speichern wie in einer Blackbox. Ein Geruch, ein Klang, ein Bild vermögen diese Box zu öffnen und uns zu vergegenwärtigen, dass Erinnerungen tief verwurzelt sind in unserem Sein ­– wie die ‚Weltesche Yggdrasil‘, der Weltenbaum, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft umgreift.

 

Holger Jenss // Last Chance Junction // Kunsthochschule Kassel

Ein weißer Europäer fährt nach Afrika – das erweckt in uns Bilder von Forschern und Eroberern, von „Wilden“, denen Kolonialisten Kultur brachten, von Versklavung, Hunger und Krieg, von Dr. Grzimek, Safari und postkolonialer Afrikaromantik.Nichts von alledem hat Holger Jenss aus Ghana mitgebracht, und doch steckt all das in ‚Last Chance Junction‘. „Critical Whiteness“ ist eines der Stichwörter, dem Jenss auf die Spur kommen wollte. Er war in Ghana die Minderheit. Der Weiße, der mit einem Blick nach Afrika kommt, in den unausweichlich all jene Bilder eines Kontinents geflossen sind, der seit der Antike von fremden Mächten heimgesucht wird. So setzt sich Jenss in (selbst)ironischer Weise mit diesen Sedimenten unseres kollektiven (Bild-)Gedächtnisses auseinander und nimmt dabei nicht nur seine eigene kulturelle Aneignung, sondern auch die kuriose Verinnerlichung der weißen Kultur seitens der Afrikaner aufs Korn.

 

Quoc-Van Ninh // Tenebrae // Hochschule für Künste Bremen

Was aktuell moralisch wie politisch für gehörigen Sprengstoff sorgt und zwischen den verschiedenen Fronten zu einem Granulat aus bizarren An- und Aussprüchen zermahlen wird, betrachtet Quoc-Van Ninh in ‚Tenebrae‘ trotz seiner inneren Zerrissenheit mit einer gewissen Gelassenheit. Er hat die gratwandlerische Aufgabe, sich zwischen drei verschiedenen Kulturkreisen zu bewegen: Sein Vater ist Vietnamese, seine Mutter aus China und er in Deutschland geboren und aufgewachsen. Es begleite ihn stets ein Gefühl der Fremde, sagt er, und ich möchte ihm zurufen: „Mich auch!“, bin ich mir doch gar nicht so sicher, ob ich stets auf jene Kultur referieren möchte, die qua Geburt und Familienhintergrund nur deutsch ist. Quoc-Van Ninh ist gerade ob dieses Hin-und-her-Geworfenseins ein gelungenes Beispiel dafür, dass Integration immer dann gelingt, wenn nicht verlangt wird, alle „fremden“ kulturellen Wurzeln zu kappen. Die subjektive Verortung ist bisweilen unbestreitbar schwer, aber sie ist integrativer Bestandteil jeder Sozialisation. Es ist gut, Quoc-Van Ninh in die dunkle Welt seines gefühlten Andersseins zu folgen,erzählt sie uns doch in jedem Fall auch etwas über uns selbst.

 

Julia Steinigeweg // Ein verwirrendes Potenzial // Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg

Puppen haben eine lange Tradition – im Kinderzimmer wie in der Kunst. Im Kinderzimmer wird spielerisch das Leben an ihnen geübt. In der Kunst dienen sie als Modell, als Artefakt oder Objekt, als Projektionsfläche oder als lebensechte Skulptur. Julia Steinigeweg untersucht ein Phänomen, das irgendwo dazwischen angesiedelt ist: Lebensgemeinschaften mit Puppen – als Partner- oder Kindersatz, möchte man instinktiv hinzufügen und bezweifelt sogleich, ob dies so stimmt. Viele Gründe können Menschen dazu bewegen, ihr Leben mit einem lebensechten, aber nicht lebendigen Gegenüber zu verbringen. Die Rollen zwischen Mensch und Puppe jedenfalls sind klar verteilt. Einerseits. Anderseits stellt sich die Frage, in welche Art der Beziehung ein erwachsener Mensch zu einem leblosen Objekt treten kann und will. Und wie reagieren wir auf ein solches Phänomen? Kinder jedenfalls lieben und hassen ihre Puppen, behandeln sie wie ihresgleichen und benehmen sich ihnen gegenüber manchmal auch sehr schlecht. Also durchaus: ‚Ein verwirrendes Potenzial‘.

 

Summa summarum präsentiert gute aussichten – junge deutsche fotografie // new german photography 2016/2017 über 280 Motive, sechs Videos, drei Publikationen, zwei Diaprojektionen, ein Buch und erstmals 78 laubgesägte Holzbäume, einen Duschvorhang und einen Baum aus Papier & Tusche als Objekt.

Im 13. Jahr seines Bestehens zeigt gute aussichten 2016/2017 eine inhaltliche, ästhetische, mediale und formale Bandbreite, wie sie die junge Fotografie in Deutschland hervorbringt. Ein Spektrum überraschend vielfältiger Ideen, Überlegungen und fotografischer Strategien, formaler wie medialer Umsetzungen, die den aktuellen Status Quo der jungen Fotografie abbilden.

 

Der Katalog

Zu gute aussichten – junge deutsche fotografie // new german photography 2016/2017 erscheint Mitte November 2016 der gleichnamige Katalog (Deutsch/Englisch). Er stellt die sieben Preisträger und ihre Arbeiten ausführlich in Wort und Bild vor, wie immer wunderbar gestaltet von pixelgarten, wird von Stefan Becht & Josefine Raab herausgegeben und ist ab Mitte November 2016 in jeder Buchhandlung, in allen Web-Stores oder direkt hier info(at)guteaussichten.org erhältlich: 224 Seiten, über 380 Abbildungen, praktisches Readerformat 16,5 cm x 24 cm, broschiert, 24,90 Euro, Sieveking Verlag, München, ISBN 978-3-944874-54-8

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16.02.2017 Dortmunder Philharmoniker

GFDK - Theater Dortmund

Das Streichquartett gilt seit jeher als die Königsdisziplin der Kammermusik. Im 3. Kammerkonzert „Romantische Liebe“ am 20.02.217 spielt das renommierte Mannheimer Streichquartett mit der Dortmunder Konzertmeisterin Shinkyung Kim im Orchesterzentrum | NRW.

Nach Lehrjahren, während denen das Mannheimer Streichquartett mit vielen Preisen ausgezeichnet wurde, ist es heute fest in der deutschen und internationalen Musikszene etabliert. Zu seinen Mitglieders zählen Shinkyung Kim, Konzertmeisterin der Dortmunder Philharmoniker, sowie von den Essener Philharmonikern Daniel Bell, Konzertmeister, Sebastian Bürger, Soloviola, und Armin Fromm, Solocello. Auf dem Programm des Abends steht
Die schöne Müllerin von Joachim Raff, Crisantemi von Giacomo Puccini sowie Der Tod und das Mädchen von Franz Schubert.

Konzert in Dortmund

Termin: 20.02.2017, 20 Uhr, Orchesterzentrum | NRW
Einheitspreis: 20 €
Rest-Karten gibt es an der Tageskasse im Opernhaus, telefonisch unter
0231/50 27 222 oder auf www.theaterdo.de

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16.02.2017 Ausnahmeerscheinung des deutschen Jazz

GFDK - Sibylle Schreckenberger

Christian Lillinger erhält den je zur Hälfte vom Land Rheinland-Pfalz und vom Südwestrundfunk gestifteten SWR Jazzpreis 2017. Dem 1984 in Lübben geborenen Schlagzeuger wird die Auszeichnung im kommenden Herbst beim Internationalen Festival "Enjoy Jazz" in Ludwigshafen überreicht.

Ebenfalls nominiert für den SWR Jazzpreis waren der Pianist Simon Nabatov, die Cellistin Elisabeth Coudoux und die Saxofonistin Anna-Lena Schnabel.

Ausnahmeerscheinung des deutschen Jazz

Die Begründung der Jury: "Christian Lillinger ist eine Ausnahmeerscheinung des deutschen Jazz. Couragiert und ideenreich sucht er beständig nach Erweiterungen seines Ausdrucksspektrums - und steht ein für das Nonkonformistische der Kunstform Jazz. Lillingers furioses Schlagzeugspiel ist ebenso klangbewusst wie virtuos und darüber hinaus stilistisch ausgesprochen vielgestaltig. Neben seinen Aktivitäten als Impulsgeber in kollektiv geführten Bands wie Gropper/Graupe/Lillinger, dem Trio Grünen oder den Quartetten Amok Amor oder KUU!, setzte Lillinger in den vergangenen Jahren immer wieder auch starke Akzente als Komponist für sein Sextett Grund".

Ältester Jazzpreis Deutschlands

Der SWR Jazzpreis ist der älteste Jazzpreis Deutschlands und wird 2017 zum 37. Mal vergeben. Die Jury besteht aus je zwei Vertreterinnen bzw. Vertretern des SWR (Julia Neupert/Juryvorsitz und Günther Huesmann) und des Landes Rheinland-Pfalz (Georg-Rudolf May, Hans-Jürgen Linke), einem Mitglied einer Jazzorganisation (Frank Gratkowski, Union Deutscher Jazzmusiker) und zwei unabhängigen Musikkritikern bzw. einer -kritikerin (Ulrich Kriest, Maxi Sickert). Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert.

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16.02.2017 musical-klassiker

GFDK - Volkstheater Rostock

Der unsympathische, rechtspopulistische Politiker Eduard Dindon möchte am liebsten alle Schwulenclubs in seinem Wahlkreis schließen lassen. Unglücklicherweise hat sich seine einzige Tochter Anne in den Sohn des Besitzers des berühmt berüchtigten Travestielokals „La Cage aux Folles“ verliebt. Der Versuch, dem Schwiegervater in spe diesen Umstand zu verheimlichen, scheitert kläglich. Nach allen Irrungen und Wirrungen findet dennoch ein Happy End statt - bunt, schrill und voller Glitzer!


Der fulminante Musicalklassiker aus dem Jahre 1983 ist so aktuell wie die Schlagzeilen aus der Tagespresse: Es geht um Minderheiten, Toleranz, Familie und vor allem um ganz viel Liebe!
Schwungvoll auf die Bühne gebracht von Sängern, Schauspielern und Tänzern des Rostocker Theaters zusammen mit der Norddeutschen Philharmonie Rostock.

Klassiker unter den Musicals

Musikalische Leitung: Volker Plangg / Regie & Choroegrafie: Stephan Brauer / Ausstattung: Diana Pähler / Choreinstudierung: Joseph Feigl
Mit: Sean Stephens, Christian Venzke, Paul Lücke, Stephan Brauer, Teresa Lucia Forstreuter/Larissa Potapov, Steffen Schreier, Petra Gorr, Titus Paspirgilis, Antje Luckstein, Annegret Voigt, André Trautmann, Christoph Deuter, Kerry Kelly, Tim Grambow, Daniele Varallo, Anton Shults, Khai Ngoc Vu, Hung-Wen Mischnick/Giorgia Reitani
Tanzcompagnie des Volkstheaters, Opernchor des Volkstheaters, Norddeutsche Philharmonie Rostock

Theater in Rostock

PREMIERE
Samstag, 11. März 2017, 19:30 Uhr, Volkstheater Rostock – Großes Haus

NÄCHSTE TERMINE
Donnerstag, 16. März 2017, 15:00 Uhr, Volkstheater Rostock – Großes Haus
Sonntag, 19. März 2017, 15:00 Uhr, Volkstheater Rostock – Großes Haus
Freitag, 24. März 2017, 19:30 Uhr, Volkstheater Rostock – Großes Haus

Volkstheater Rostock GmbH
Patriotischer Weg 33
18057 Rostock

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15.02.2017 Talent of the Year

GFDFK - C/O Berlin

Nach 10 erfolgreichen Jahren wird das Nachwuchsprogramm Talents neu aufgelegt. Zukünftig vergibt eine internationale Jury die Auszeichnung Talent of the Year und rückt damit eine ausgewählte künstlerische Position in den Mittelpunkt.

Mit einer umfassenden Einzelausstellung und einer begleitenden Publikation im Kehrer Verlag erhalten die Talents eine stärkere Gewichtung im Programm von C/O Berlin. Je nach künstlerischer Position können die Ausstellungen von nun an in jedem Raum im Amerika Haus installiert werden und sind nicht mehr an eine bestimmte Fläche gebunden.

Fotografen-Talente gesucht

Für das in Europa einzigartige Programm können sich Fotografen bis 35 Jahre mit repräsentativen Serien bewerben. Aus den eingesandten Arbeiten wählt eine internationale Fachjury die beste Position für die Auszeichnung Talent of the Year. Die Einreichungsfrist endet am Freitag, den 3. März 2017. Talents ist ein internationaler Wettbewerb, der jährlich ausgeschrieben wird. Für viele junge Fotografen ist er der Ausgangspunkt für weltweite Ausstellungen, unter anderem in den Goethe-Instituten in Paris, Madrid, Washington oder Mexico-City. 

 Dokumentarfotografie

Im Jahr 2017 steht die Talents-Reihe unter dem Thema New Documentary Photography. Die Dokumentation sozialer, politischer, künstlerischer oder alltäglicher Situationen ist seit jeher eng mit dem Medium Fotografie verbunden. Neue digitale Techniken sowie ein schier endloser Bilderfluss haben in den letzten Jahren ganz neue Möglichkeiten und auch Herausforderungen geschaffen. Wie gehen junge Fotografen damit um?

Welche neuen Formen des Dokumentierens schaffen sie, welche Themen stehen im Vordergrund? Wie beeinflussen neue digitale Techniken die Art des Erzählens? Wie werden herkömmliche Erzählstrategien durch den Einbezug von Bewegtbildern, Audio und Video erweitert? C/O Berlin ist neugierig auf neue Wege der Dokumentarfotografie und sucht das Talent of the Year! 

 C/O Berlin - Förderprogramm

Nachwuchs fördern und ihm eine erste Chance für die Zukunft geben – Talents ist ein kreativer Campus für junge internationale Gegenwartsfotografie und Kunstkritik. Seit 2006 fördert die C/O Berlin Foundation mit seinem Programm angehende Fotografen und Kunstkritiker, die sich an der Schwelle zwischen Ausbildung und Beruf befinden. Bisher wurden 80 junge Fotografen und Kritiker mit Ausstellungen und Publikationen unterstützt und so einem breitem Publikum vorgestellt, darunter Andy Spyra, Ann-Christin Bertrand, Florian Ebner, Maria Schindelegger, Sebastian Stumpf, Stephen Wadell oder Tobias Zielony.

Wie bewirbt man sich?

Fotografen können sich mit bis zu 15 Arbeitsproben in gedruckter Form bewerben. Maximale Größe DIN A4, keine Originale. Zu den jeweiligen Fotografien muss eine kurze Projektbeschreibung eingereicht und zusätzlich ein Online-Formular auf der Website von C/O Berlin ausgefüllt werden. Für die Bewerbung wird eine Bearbeitungsgebühr von 40,- Euro erhoben. 

Kunstkritiker können sich mit Arbeitsproben zu jeder Zeit kostenfrei bewerben. Es können sowohl bereits publizierte Texte, als auch für eine Publikation gedachte Texte eingereicht werden. Wichtig ist, dass der spezifische Schreibstil sowie bisherige Themenschwerpunkte des Kritikers erkennbar sind.

Thema New Documentary Photography

Anforderungen bis 35 Jahre

Unterlagen maximal 15 Arbeitsproben, kurze Projektbeschreibung zu jeder Arbeit, ausgefülltes Online-Bewerbungsformular

Bearbeitungsgebühr 40 Euro


Einsendeschluss
 Fotografen 3. März 2017

Stichwort „Talents 2017“, es gilt der Poststempel

Einsendeschluss Kritiker ganzjährig

Stichwort „Talents 2017"

Veranstalter C/O Berlin Foundation 

Hardenbergstraße 22-24 . 10623 Berlin

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14.02.2017 Hommage an das Künstlermanifest

GFDK - Staatsgalerie Stuttgart

Die Freunde der Staatsgalerie – Stuttgarter Galerieverein haben 2016 MANIFESTO von Julian Rosefeldt erworben. Die Staatsgalerie bedankt sich für diese spektakuläre Neuerwerbung mit einer aufwändigen Inszenierung der 13teiligen Filminstallation.

Rosefeldts jüngste Arbeit ist eine Hommage an das Künstlermanifest von Dada, Fluxus, Pop Art, Konzeptkunst bis Dogma 95 und fragt nach der Rolle der Kunst in der Moderne. Durch Kürzung und Kombination dieser historischen Schriften entstanden poetische Textcollagen, die von der Schauspielerin Cate Blanchett in 13 verschiedenen Rollen gesprochen und verkörpert werden. Ob als Choreographin eines Tanzensembles, Grundschullehrerin, Trauerrednerin, Fabrikarbeiterin, Börsenmaklerin oder als obdachloser Mann, immer holen diese Charaktere die historischen Manifeste in die heutige Alltagswelt. Die Formulierungen und Forderungen behaupten sich in ihren neuen Umgebungen und erweisen sich als überraschend aktuell. Die Radikalität der Texte, Rosefeldts Bildwelten und Blanchetts Wandlungsfähigkeit verdichten sich in MANIFESTO zu einem orchestralen Zusammenklang von überwältigender Schönheit und Brisanz.

Manifesto von Julian Rosefeldt

MANIFESTO ist eine gemeinsame Produktion des Australian Centre for the Moving Image Melbourne, der Art Gallery of New South Wales Sydney, der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin und dem Sprengel Museum Hannover. Das Projekt wurde von der Ruhrtriennale und der Burger Collection Hongkong koproduziert. Es entstand dank der großzügigen Unterstützung des Medienboards Berlin-Brandenburg und in Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk.

Der in Berlin arbeitende Künstler Julian Rosefeldt ist international bekannt für seine visuell opulenten und minutiös inszenierten Filmarbeiten, die zumeist als komplexe Mehrkanal-Installationen angelegt sind. Gleichermaßen inspiriert von der Geschichte des Films und der Populärkultur, bedient sich Rosefeldt vertrauter Filmklischees, um den Betrachter in surreale, inszenierte Situationen zu entführen, deren Protagonisten gänzlich in die Rituale des Alltags vertieft erscheinen. Mit Humor und Satire lockt Rosefeldt den Betrachter in vermeintlich vertraute, jedoch verfremdete Welten.

Ausstellung bis 16.5.2017 in Stuttgart

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14.02.2017 belgische Kunst

GFDK - Museum Morsbroich

Der belgische Künstler Hans Op de Beeck (geboren 1969 in Turnhout, lebt in Brüssel) arbeitet in fast allen künstlerischen Medien. Ob in seinen Skulpturen und Raum greifenden Installationen, in seinen Gemälden, den großformatigen Aquarellen und Zeichnungen oder in Animationen und Videos: Souverän bedient er sich der Inszenie-rungsstrategien von Theater, Film und Architektur und schafft atmosphärisch dichte, traumartige Szenarien, die stets vertraut und doch fremd wirken.

Im Dialog mit den Räumen von Museum Morsbroich inszeniert
Hans Op de Beeck eine Auswahl seiner Werke der letzten zehn Jahre wie eine Reihe von offenen Bühnen, die der Besucher betreten kann – teils mit seinen Füßen, immer mit seinen Gedanken. Der Künstler entführt ihn in eine Welt, in der sich Realität und Fiktion überlagern, in der die Zeit still zu stehen scheint: suggestive Szenarien, die an Film Stills erinnern. In Gips geformte Figuren scheinen vom Sockel gestiegen, sie begegnen uns wie selbstver-ständlich in den ehemaligen Wohnräumen und scheinen zugleich eingefroren in Momenten der Stille. Schweigsam begleiten sie uns durch die Schlossräume, wo eigens verlegte Teppichböden die Schritte abfedern, wo eine auf Grau, Schwarz und Weiß reduzierte Farbigkeit eine Atmosphäre der Konzentration erzeugt.

Museum Morsbroich zeigt belgische Kunst

Op de Beeck schafft Orte der Introspektion, er öffnet Assoziationsfelder, in die der Betrachter mit seinen eigenen Erfahrungen, Erinnerungen und Interpretationen eintreten kann. Souverän setzt er Bühnentricks und Lichteffekte ein, gekonnt erzeugt er Spannung. Das Klavier ist stumm (Silent Piano, 2015), die Reitautomaten vor dem Supermarkt ruhen (Entrance, 2005/06), Seerosen überspielen den Blick in die Tiefe des unheimlich schwarzen Teichwassers (Pond, 2016). Der Betrachter spürt, dass jeden Moment jemand auftauchen, etwas passieren könnte. Doch wenn sich etwas abspielt, dann vor allem in seinem Kopf.

Ausstellung in Leverkusen

Die Ausstellung entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler, der ein spezifisches Präsentationskonzept für die Räume von Schloss Morsbroich entwickelt, und in Kooperation mit der renommierten Sammlung Goetz, München, die neben dem Studio Hans Op de Beeck Hauptleihgeber ist.

Ein Katalogbuch zur Ausstellung erscheint zweisprachig deutsch-englisch, mit einem Text von Hans Op de Beeck und einem wissenschaftlichen Essay von Fritz Emslander.

Die Eröffnung findet am Sonntag, den 12. Februar 2017, um 12 Uhr im Spiegelsaal von Museum Morsbroich statt.

Hans Op de Beeck "The Silent Castle"

12. Februar 2017 - 30. April 2017

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