Nachrichten und Veranstaltungen in unserem Archiv

21.09.2014 Reihe Ohrenöffner mit dem Sinfonieorchester Wuppertal

GFDK - Lena Voss

Auch in der Saison 2014/15 heißt es an fünf Samstagen wieder: Ohrenöffner – Musik im Gespräch. Am Samstag, 27. September 2014 stellt der Musiker und Musikwissenschaftler Bjørn Woll um 12 Uhr in der City-Kirche in Elberfeld unter dem Titel Leben, Werk, Mysterium den österreichischen Komponisten Gustav Mahler in den Mittelpunkt.

Anhand zahlreicher Klangbeispiele werden die Arbeit eines der bedeutendsten Komponisten der Spätromantik, seine Arbeitsweise und ausgewählte Werke vorgestellt. Als Gast an seiner Seite ist an diesem Tag der Solo-Paukist des Sinfonieorchester Wuppertal: Martin Schacht.

Konzert in Deutschland

Die Reihe Ohrenöffner des Sinfonieorchesters Wuppertal hat sich inzwischen als eine besonders erfolgreiche Art etabliert, den Geheimnissen der Klassik auf die Spur zu kommen. Mit verschiedenen Gästen geht Bjørn Woll in spannenden Gesprächsrunden den Mysterien der Musik auf den Grund: Was ist eine Sinfonie? Was ist musikalische Romantik? Und wie verreist eigentlich ein Orchester? Ganz ohne Expertenwissen und Fachterminologie taucht der Besucher in den Kosmos Klassik ein.

Konzert in Wuppertal

Sa, 27. September 2014, 12:00 Uhr

City-Kirche Elberfeld

 

Ohrenöffner – Musik im Gespräch

Leben, Werk, Mysterium: Gustav Mahler – ein Porträt

 

Bjørn Woll, Moderation

Martin Schacht, Gast

 

Der Eintritt ist frei!



Lena Voss

Konzertpädagogik & Öffentlichkeitsarbeit, Sinfonieorchester Wuppertal

l.voss@sinfonieorchester-wuppertal.de

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21.09.2014 Anton Tschechow

GFDK - Theater Münster

Anton Tschechows furioses, kraftvolles Jugendstück (entstanden in den 1870ern) ist ein schillernder Prototyp für seine späteren Meisterwerke und das hochaktuelle Panorama einer übersättigten Gesellschaft, die nach Visionen sucht.

Theater in Münster

Wildheit und Energie, böse Komik und leise Melancholie prägen dieses große Ensemblestück, in dem alle geliebten Figuren der späteren Dramen die Bühne betreten: Die fordernden jungen Frauen, die desillusionierten Studenten, die müden Revolutionäre, die hellsichtigen Außenseiter und der resignierte Liebhaber, der Projektionsfläche für die Sehnsüchte aller ist.

Auf dem heruntergekommenen Landgut der bankrotten Generalswitwe kommen sie alle zusammen, um mit viel Alkohol zu feiern: Ein verzweifelt zerstörerisches Fest, das schließlich in die Katastrophe treibt, nach der sich alle irgendwie gesehnt haben.

Freunde der Kunst

Im Zentrum dieser Gesellschaft aus Zynikern, falschen Freunden und parasitären Nachbarn steht der ehemals so ehrgeizige Idealist und jetzige Dorfschullehrer Platonow. Er legt sich mit allen an, beleidigt die Männer und zündelt bei den Frauen, verursacht Alpträume und Gefühlsverirrungen – und kapituliert schließlich vor den Folgen seiner Skandale und Affären. In seiner depressiven Erschöpfung und seinem Selbsthass wird er zum Spiegel der Gesellschaft, die ihn feiert.

Tuerk@stadt-muenster.de

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21.09.2014 Reichtum zeigen

GFDK - Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Mit der Ausstellung „Fette Beute“ widmet sich das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) der Darstellung von Reichtum und der Selbstdarstellung von Reichen in der Fotografie und den Massenmedien.

Ausstellung in Hamburg

Während die Schere zwischen Arm und Reich immer größer wird, wird Reichtum offenbar immer exzessiver vorgezeigt. In einer umfassenden Ausstellung wurde dieses Phänomen bisher noch nicht behandelt. „Fette Beute“ versammelt 20 zeitgenössische internationale Positionen, darunter künstlerische Arbeiten, Reportage-Fotografie, Dokumentarfilme und Videoarbeiten von Tina Barney, Gabriele Mascaro, Martin Parr, Julika Rudelius, Juergen Teller, Paolo Woods u.a. Hinzu kommen Amateuraufnahmen aus dem Fotosharing-Portal Instagram und Ausschnitte aus dem Reality-TV-Format „Rich Kids of Beverly Hills“. Die thematischen Kapitel werden durch 13 historische Pendants aus der Zeit von der Jahrhundertwende bis zum Bildjournalismus der 1960er Jahre ergänzt.

Freunde der Kunst

Dazu zählen Aufnahmen von Jacques Henri Lartigue, Lisette Model, Regina Relang, Edward Steichen u.a. Die 150 Werke umfassende Ausstellung nähert sich dem Thema mit soziologischem Interesse. Sie fragt nach kulturellen Prägungen und nationalen Unterschieden von Reichtum, nach den Auswirkungen der Globalisierung auf die Darstellung von Luxus, beleuchtet die Motivation und Rolle von Zeigenden und Betrachtern und reflektiert den Wandel der Bildmedien. Die Ausstellung wird durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert.

17. Oktober 2014 bis 11. Januar 2015

presse@mkg-hamburg.de

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21.09.2014 Mumok

GFDK - MUMOK

Im Herbst 2014 präsentiert das mumok die bisher umfassendste Ausstellung Cosima von Bonins in Österreich.

Ausstellung in Wien

Unter dem Titel HIPPIES USE SIDE DOOR. DAS JAHR 2014 HAT EIN RAD AB. erwartet die BesucherInnen ab 4. Oktober mit über 100 Arbeiten ein groß angelegter Überblick über das Werk der 1962 in Mombasa, Kenia geborenen Künstlerin – von den künstlerischen Anfängen bis hin zu ganz neuen Arbeiten. Retrospektiv angelegt, vollzieht die Ausstellung nach, wie von Bonins Arbeiten immer stärker in den Raum übergreifen.

Typisch für das komplexe Beziehungsnetz, das sie zwischen bildender Kunst und Musik aufgespannt hat, ist das Einbeziehen langjähriger KollegInnen und FreundInnen in ihre Ausstellungsvorhaben. Neben Tocotronic und Phantom Ghost, die mit Konzerten im Programm der Ausstellung vertreten sind, haben sich unter den Namen The 3 Ypsilons und The Ypsilon Five aus dem Freundeskreis der Künstlerin gleich zwei Formationen gebildet, die den Eröffnungsabend der Ausstellung am 3. Oktober mit Performancedarbietungen bestreiten. An der Fassade des mumok prangt ab Ausstellungsbeginn ein Balkon. Besetzt ist er mit einer sich übergebenden Figur, an deren überlanger Nase eine Fahne mit einem Porträt des österreichischen Schriftstellers Thomas Bernhard baumelt.

Freunde der Kunst

4. Oktober 2014 bis 18. Jänner 2015

press@mumok.at

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20.09.2014 Vom 5. September bis 24. Oktober

GFDK - Redaktion

Wie gut sich Genusslust und Urlaubsfreude miteinander verbinden lassen, haben die Touristiker am Millstätter See erkannt. Unter dem Titel „Kulinarische Landschaften. Herbstliches Tafeln rund um den Millstätter See“ laden sie von 5. September bis 24. Oktober an die schönsten Plätze am See und in den umliegenden Bergen zum Tafeln an festlich gedeckten Tischen unter freiem Himmel.

Acht einmalig inszenierte Tafeln zu unterschiedlichen Themen an besonders eindrucksvollen Plätzen stellen die Vielfalt und den Reichtum des kulinarischen Angebots des Millstätter Sees und Gastfreundschaft in die Auslage.

Gleichgültig, ob durch das Granattor, in den historischen mystischen Gemäuern des Stifts Millstatt oder im Renaissance-Schloss Porcia, in den paradiesischen Gärten oder auf dem Wasser – beim Programm „Kulinarische Landschaften“ lassen sich die Gäste vom einzigartigen Ambiente und den Speisen, die Spitzenköche aus regionalen Produkten zubereiten, verführen.

Abgerundet wird jede Tafel mit einem kulturellen Programm: Mal musikalisch, mal kabarettistisch begleitet – ein Zeremonienmeister führt durch den Abend und rundet die Tafel mit den dazu passenden Geschichten ab.

  •  4 Tage/3 Nächte inkl. Frühstück oder Halbpension

  •  1 x Herbstliches Tafeln rund um den Millstätter See

  •  1 x Herbstcard – See- und Bergerlebnis inklusive

ab € 229,- pro Person

Info: www.millstaettersee.at

Weitere Information
Kärnten Werbung GmbH, Ute Zaworka, Völkermarkter Ring 21-23, A – 9020 Klagenfurt, Tel.: +43/(0)463/3000-16, Fax: +43/(0)463/3000-50, Email: ute.zaworka@remove-this.kaernten.at

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20.09.2014 Museum Ludwig

GFDK - Museum Ludwig Köln

Seit Jahrzeh­n­ten geis­tert ein Phan­tom durch die Po­di­en, Zeitschriften und Feuil­le­tons: das Mu­se­um der Fo­to­gra­fie.

Ausstellung in Köln

„Man brauche es“, sa­gen die Be­für­worter, „wirk­lich?“ er­widern die Geg­n­er. Der Samm­ler Erich Stenger (1878–1958) be­trachtete Fo­to­gra­fien nie als Kunst, son­dern als Belege ein­er Tech­nik, seine Vi­sion ihr­er Präsen­ta­tion war aber eine museale. Schon früh plädierte er für ein (Tech­nik-)Mu­se­um der Fo­to­gra­fie, für das er sam­melte und auch ei­nen Ord­nungs­plan ent­warf – von den Vor­läufern der Fo­to­gra­fie bis zu ihren zahl­reichen An­wen­dungs­ge­bi­eten in den 1950er Jahren. Heute ist seine um­fan­greiche Samm­lung Teil der Fo­to­gra­fischen Samm­lung des Mu­se­um Lud­wig, eines Kun­st­mu­se­ums al­so.

Stenger Samm­lung um­fasste un­ter an­derem Land­schafts­fo­to­gra­fien des 19. Jahrhun­derts, Por­traits, Flieger­fo­to­gra­fien aus dem Er­sten Weltkrieg, als Sch­muck­stücke einge­fasste Bild­nisse, preis­gekrönte Tier­bilder der er­sten Hälfte des 20. Jahrhun­derts, Karika­turen auf die Fo­to­gra­fie und etlich­es mehr. So wie Stenger als Na­tur­wis­sen­schaftler Dat­en sam­melte und in Ta­bellen oder Di­a­gramme übertrug, so sortierte es auch alles, was mit Fo­to­gra­fie zusam­men­hängt. Et­wa hun­dert An­wen­dungs­ge­bi­ete un­ter­schied er: von der Ar­chitek­tur­fo­to­gra­fie zur Za­u­ber­fo­to­gra­fie. Sein Mu­se­um sollte eine En­zyk­lopädie der Fo­to­gra­fie wer­den – da war er ganz ein Mann des 19. Jahrhun­derts. Gezeigt hat er seine Samm­lung in den großen Fo­toausstel­lun­gen sein­er Zeit, auch auf der „Pres­sa“ in Köln 1928.

Heute ist die­s­es „Mu­se­um im Mu­se­um“ Teil der Samm­lung Ag­fa und damit ein wichtiger Be­s­tand der Fo­to­gra­fischen Samm­lung des Mu­se­um Lud­wig, eines Kun­st­mu­se­ums al­so. Wie aber in einem Kun­st­mu­se­um mit dies­er Samm­lung umge­hen?

Un­ter ver­schie­de­nen As­pek­ten sind Teile einzelne Werke und Kon­vo­lute schon seit dem frühen 20. Jahrhun­dert zu se­hen gewe­sen. Im Mu­se­um Lud­wig in den Ausstel­lun­gen „Fact­s“ (2006), „Sil­ber und Salz“ (1988), „An den süßen Ufern Asien­s“ (1989) und vielen an­deren. Jet­zt soll aber Stengers ei­gene Samm­lungsidee in den Fokus gerückt und über­dacht wer­den. Sch­ließlich sind Museen und Archive heute Ge­gen­s­tand hitziger De­bat­ten und in­ten­siv­er Selb­stre­flexion. Sie bil­den und reg­ulieren das kul­turelle Gedächt­nis. Sie neh­men Ein­fluss auf unsere Sicht der Ver­gan­gen­heit und Ge­gen­wart, Fo­to­gra­fie im Mu­se­um ganz be­son­ders. Als die Samm­lung Stenger 2005 zum na­tio­nalen Kul­turgut erk­lärt wurde, wurde diese Funk­tion quasi amtlich.

Freunde der Kunst

Grund genug, sie ein­er Re­vi­sion zu un­terzie­hen und zu un­ter­suchen, was nach welchen Kri­te­rien ge­sam­melt wurde und wie man heute in einem Kun­st­mu­se­um mit die­sen Ob­jek­ten umge­hen möchte. Die Ausstel­lung um­fasst ca. 250 Fo­to­gra­fien und Ob­jekte.

info@museum-ludwig.de

 

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20.09.2014 Jazz und Klassik vereint

GFDK - NuzzCom Music Office


„Eine riesige Wundertüte: atemberaubende Technik, Anschlagsfinesse, Klangfarbenvielfalt, Einfallsreichtum und sagenhaft viel Gefühl, kreative Geniestreiche ... das ist manchmal so, als würden Art Tatum und Vladimir Horowitz zusammen im Orient Urlaub machen“ (Jazzthetik)



Der in Jazz und Klassik ausgebildete und in Zagreb lebende Musiker DAVID GAZAROV gehört inzwischen zu den beeindruckendsten Pianisten seiner Generation und verblüfft immer wieder durch seine Innovations- und Ausdruckskraft, atemberaubende Virtuosität und seine Anpassungsfähigkeit an andere Stile. Letztere macht aus David Gazarov einen im wahrsten Sinne des Wortes einzigartigen Musiker, der wie kaum anderer die beiden oft konträren Welten Klassik und Jazz zu vereinen vermag. Für den einen Kritiker ist er der neue Friedrich Gulda, für den anderen Vladimir Horowitz und Art Tatum in einem.

Konzert in Deutschland

Martin Drew, der 30 Jahre lang Oscar Peterson’s Drummer war, nannte David Gazarov schlicht einer der größten Jazzpianisten. Bis zu seinem Tod im Jahre 2011 spielte Martin Drew immer wieder mit David.

 Zahlreiche Auszeichnungen aus seiner Studienzeit in Moskau, darunter erste Preise beim Wettbewerb der UDSSR zeugen vom ungewöhnlichen Talent des in Baku, Aserbaidschan geborene Pianisten. Wie seine berühmte Kollegin Aziza Mustafa Zadeh studierte er bei der Schostakowitsch‘ Schülerin Elmira Nasirowa klassisches Klavier und Komposition. 

Bei seinem Vater aber, der eine Big Band leitete, lernte David schon sehr früh Jazz. Jazz war damals offiziell verboten, sodass es viel Mut und Einfallsreichtum brauchte, um Stücke von Dizzy Gillespie oder Miles Davis aufzuführen. Es gab damals auch keine Schallplatten zu kaufen. Der junge David hörte heimlich die Sendung Voice of America im Radio und spielte die Jazzstücke nach Gehör nach.

Nach der Auflösung der Sowjetunion ging David Gazarov nach Moskau, wo er in der renommierten Talentschmiede Gnessin-Institut sein Musikstudium fortsetzte und beendete.

David Gazarov konzertierte regelmäßig mit internationalen Jazzgrößen wie Chuck Israels, Bill Goodwin, Alvin Queen, Niels-Henning Orsted Pedersen, Charlie Antolini, Jiggs Whigham und Keith Copeland. Soloauftritte führten ihn zudem zum Montreux Jazz Festival oder den Jazz Open Stuttgart.

Konzert in Mainz

Aber er erhielt auch Einladungen zu den Wagner-Festspielen in Bayreuth, dem Würzburger Mozartfest und dem von Daniel Barenboim ausgerichteten Internationalen Kammermusikfestival in Jerusalem.

Von den zahlreichen CD-Aufnahmen des Pianisten, bestechen vor allem Mad Clown’s Dreams und Black Vision mit vorrangig eigenen Kompositionen und das für den Bayerischen Rundfunk geschriebene Crossover-Feuerwerk Don Giovanni Bad Boy mit Beatrice Richter. Die CD Chopin Lounge mit den Klazz Brothers fand bis im fernen Japan sehr große Beachtung, stand dort wochenlang als Verkaufsschlager für Klassik-Fan. Für knapp zwei Jahre war David Gazarov festes Mitglied des renommierten und vielfach ausgezeichneten Crossover-Trio Klazz Brothers. Dessen Auftritt bei den Dresdner Jazztagen, bei denen David Gazarov und die Klazz Brothers die Jazzarrangements von Chopins Werken vorstellten fand sehr große Anerkennung von dem anwesenden Jacques Loussier.                                   

Eintrittspreise €:
(Alle angegebenen Preise im Vorverkauf zzgl. VVK-Gebühr)

VVK 18,- AK 22,-
 

Veranstaltungsort:  

FRANKFURTER HOF MAINZ


Augustinerstrasse 55
55116 Mainz

Tickethotline: 06131-220438





Andreas Fauser

NuzzCom Music Office

Gwinnerstr. 5
6
0388 Frankfurt

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20.09.2014 die Occupy-Bewegung oder die spanischen Indignados

GFDK - kino.de

Die Idee zu dem Dokumentarfilm wurzelt in der ganz persönlichen Geschichte der Regisseure Arash und Arman T. Riahi, die als Kinder aus dem repressiven Regime des Iran geflüchtet sind.

Everyday Rebellion

Schon früh kamen sie mit den unbegrenzten Möglichkeiten des friedlichen Widerstands in Berührung und sind seit jeher fasziniert von der Kraft und Leidenschaft, die daraus entspringen können. Mit ihrem Film haben sie eine Hommage an diese Art des Protests geschaffen, die ganz unaufgeregt, dafür aber umso ansteckender daher kommt.

Der Arabische Frühling, die Occupy-Bewegung oder die spanischen Indignados - so unterschiedlich ihre Hintergründe sind, haben sie doch alle etwas gemeinsam: friedliche, aber dennoch kraftvolle Demonstrationen und kreative Aktivisten, die sich grenzüberschreitend gegenseitig inspirieren. Junge Menschen, die mit innovativen Methoden beweisen, dass der stille Protest immer noch der wirkungsvollste ist. Die Dokumentation nimmt diese gewaltfreien

Freunde der Kunst

Quelle: kino.de

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20.09.2014 Wolfgang Herrndorf

GFDK - Theater Augsburg

Maik und Tschick, zwei 14-jährige Jungs, die sich aus der Schule kennen, erleben die „tollste und aufregendste Woche ihres Lebens". Und das, obwohl sie, als einzige aus der Klasse, nicht von Tatjana, dem coolsten Mädchen der 8c, zur Geburtstagsparty eingeladen wurden.

Theater in Augsburg

Es sind Sommerferien. Und alle sind weg: Maiks Mutter ist in die Entzugsklinik gefahren und sein Vater mit seiner Freundin in den Urlaub. Wenigstens haben sie ihm noch 200 Euro dagelassen. Da steht plötzlich Tschick mit einem alten, geborgten Lada vor Maiks Haus. Mit dem Geld, aber ohne Landkarte, denn „Karten sind was für Muschis", brechen sie in die Walachei auf, um einen Verwandten von Tschick zu besuchen - aber, nicht ohne vorher noch auf Tatjanas Party aufzukreuzen.

Tschick ist ein Roadmovie, das durch die deutschen Weiten der Provinz führt, über Feldwege und Landstraßen und schließlich mit einem Unfall auf der Autobahn endet. Maik stellt am Ende des Trips fest: „Die Welt ist schlecht, und der Mensch ist auch schlecht. Und vielleicht stimmte das ja auch, und der Mensch war zu 99 Prozent schlecht. Aber das Seltsame war, dass Tschick und ich auf unserer Reise fast ausschließlich dem einen Prozent begegneten, das nicht schlecht war."

Freunde der Kunst

veronika.schoernig@remove-this.augsburg.de

 

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20.09.2014 Kunstgeschichtsschreibung

GFDK - Nadine Dinter PR

„Re-Discoveries“ ist eine Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe in der die Arbeiten von Künstlern älterer Generation in den Dialog mit jungen Künstlern treten.

Ausstellung in Berlin

Von fünf internationalen Gastkuratoren konzipiert, handelt es sich bei den älteren Positionen wie David Hammons, Ivan Kožarić, Sture Johannesson, Peter Rose und Marianne Wex um Künstler, die in Deutschland unbekannt, wenig bekannt – oder bekannt dafür sind, blinde Flecken in der zeitgenössischen Kunstgeschichtsschreibung zu sein. Das Konzept von „Re-Discoveries“ beschränkt sich nicht allein auf das Ausstellen dieser Positionen im Sinne einer verdienten Wiederentdeckung. Ziel ist es, einen Resonanzraum zu schaffen, in dem ältere Arbeiten auf zeitgenössische Werke stoßen, mit ihnen korrespondieren oder Spannungen hervorbringen, durch die neue Sichtweisen und Kontexte entstehen. Es geht um die Re-aktualisierung von Kunstwerken sowie um die Thematisierung der Produktionsbedingungen und Diskurse ihrer Entstehung.

Die von Janneke de Vries kuratierte, zweite Ausstellung der Serie wird ein Schlüsselwerk der 1937 geborenen Konzeptkünstlerin Marianne Wex zeigen: In den Jahren von 1972 bis 1977 fotografierte die Künstlerin Marianne Wex (*1937 in Hamburg) Menschen und ihre Körperhaltungen in Hamburgs Straßen und unterteilte die entstandenen Aufnahmen anschließend in verschiedene Kategorien. Dabei stellte sie spezifische Haltungen der Arme und Beine beiderlei Geschlechts, von Füssen, Knien, Ellbogen, Hände, Schultern und Köpfen von Frauen und Männern gegenüber. Ihr Interesse galt der Frage, in welchem Maße sich geschlechtsspezifische Konditionierungen und Hierarchien in alltäglichen Posen und Gesten widerspiegeln. Um ihre Recherche auszuweiten, ergänzte Wex die ca. 5.000 Fotografien aus dem öffentlichen Raum durch abfotografierte Bilder aus den Massenmedien sowie durch vergleichende historische Darstellungen aus Antike und Mittelalter. Das umfangreiche Ergebnis ihrer Recherche übertrug die Künstlerin auf Tafeln, auf die sie die Bilder und erklärende Texte als Collagen montierte.

Im Anschluss an diese installative Form bereitete Wex das Material in Buchform mit dem Titel „Weibliche“ und „Männliche“ Körpersprache als Folge patriarchalischer Machtverhältnisse (1979) auf. Wex’ Fototafeln wurden das erste Mal 1977 als Teil der Ausstellung Künstlerinnen International 1877-1977 in der NGBK in Berlin gezeigt. Sie wanderten Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre noch durch einige nationale und internationale Ausstellungen, gerieten im Kunstkontext dann aber weitestgehend in Vergessenheit. Erst 2009 wurde ein Teil des Körpersprache-Projekts in der Focal Point Gallery in Southend-on-Sea wieder gezeigt. 2012 präsentierte der Badische Kunstverein Karlsruhe dann erstmals alle vorhandenen Tafeln von „Weibliche“ und „männliche“ Körpersprache als Folge patriarchalischer Machtverhältnisse.

Das Fotoprojekt von Marianne Wex ist im höchsten Grade konzeptuell. Es verdeutlicht einerseits einen spezifischen Umgang mit dem Medium Fotografie und der Appropriation gefundenen Bildmaterials. Andererseits verortet sich die Arbeit im Kontext der feministischen Bewegung der 1970er Jahre und untersucht das Verhältnis von Körper und Raum (so lautet etwa der Titel der englischen Buchausgabe bezeichnenderweise Let’s Get Back Our Space).

Ausgehend von den Fragestellungen von Wex’ fotografischem Atlas wird die Ausstellung Verbindungslinien in die aktuelle Produktion zeitgenössischer Künstler/innen nachzeichnen. So scheint etwa Matt Keagan (*1976, lebt in New York) in seinen C-Prints von 2012 Men und Women direkt Ideen von Wex aufzunehmen und geschlechtsspezifische Körperhaltungen in der Sprache gefundener Werbemittel offen zu legen. Shannon Bool (*1972, lebt in Berlin) spürt in ihren Tanzstangen, Gemälden und Fotogrammen ebenfalls Fragestellungen männlicher Klischeefantasien und weiblicher Realität nach, involviert aber zusätzlich kunstgeschichtliche Traditionen und den umgebenden architektonischen Raum. Julika Rudelius (*1968, lebt in Frankfurt/Main) inszeniert chinesische Männer in ihrer fernöstlich konnotierten Umgebung in westlich inspirierten Posen und Gesten. Jeremy Shaw (*1977, lebt in Berlin) spielt in seinem Film 7 Minutes mit den Zugehörigkeitsmechanismen der Geschlechter und setzt sie außer Kraft.

Nina Hoffmann (*1980, lebt in Berlin) fragt nach ebensolchen geschlechtlichen Zuschreibungen, verknüpft sie aber mit Vorgehensweisen vom Anfang des 20. Jahrhunderts oder untersucht den aktuellen Stand geschlechtlicher Gleichstellung im Kunstbetrieb. Und Ruth Buchanan und Andreas Müller (*1980, leben in Berlin) tauchen tief in die Bedürfnisse von Wex’ Arbeit ein, indem sie das für die Tafeln entsprechende Präsentationsdisplay entwickeln.

Freunde der Kunst

Janneke de Vries (*1968) ist Direktorin der GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst in Bremen. Sie studierte Kunstgeschichte und Neuere Deutsche Literatur in Marburg und Hamburg. Nach Tätigkeiten als Chefredakteurin, freier Kritikerin, freier Kuratorin und wissenschaftlicher Mitarbeiterin in Frankfurt/Main und Hamburg war sie bis 2007 Direktorin des Kunstvereins Braunschweig. Neben Einzelausstellungen u.a. mit Kathrin Sonntag, Kate Newby, Shannon Bool, Mark Wallinger, John Stezaker, Matt Mullican, Sarah Ortmeyer oder Mariechen Danz hat sie internationale Gruppenausstellungen wie Um-Kehrungen, Space Revised_Friendly Takeovers, An einem schönen Morgen des Monats Mai..., Beyond Words, Die Geometrie der Dinge oder kürzlich Girls can tell realisiert. Janneke de Vries hat außerdem zahlreiche Texte zur zeitgenössischen Kunst in Kunstmagazinen (u.a. Dare oder Texte zur Kunst) und Katalogen veröffentlicht.

presse@nadine-dinter.de

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