Nachrichten und Veranstaltungen in unserem Archiv

26.09.2014 wurde mehrfach ausgezeichnet

GFDK - kino.de

Es dauert eine Weile, bis sich die Bedeutung des Titels erschließt. Erst spät wird klar, dass Judith, die weibliche Hauptfigur, von innen verzehrt wird. Zunächst versucht sie, den innerlichen Brand mit Eiswürfeln zu bekämpfen, später will sie ihn mit einem Eisbad für immer löschen.

Linderung jedoch erfolgt erst, als sie ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt, denn die juristische Gerechtigkeit wird ihr vorenthalten. Dabei ist der Fall klar: Nach einem ausgelassenen Tanzabend lässt Judith (Maja Schöne) es zu, dass ihr Tanzpartner (Wotan Wilke Möhring), eine Zufallsbekanntschaft, sie ein Stück begleitet. Urplötzlich schlägt sein stilvolles Flirten in Gewalttätigkeit um.

Der Mann missbraucht sie, lässt sie am Flussufer liegen und kommt auch noch ungeschoren davon: Ralph Nester ist ein angesehener Bürger, er leitet eine Privatklinik und hat Familie. Da die Vergewaltigung nicht bewiesen werden kann, steht Aussage gegen Aussage. Judiths Anzeige, seiner Darstellung nach die Rache einer sitzen gelassenen Frau, beantwortet er mit einer Gegenklage wegen falscher Verdächtigung.

Brigitte Maria Bertele inszeniert dieses Drama ruhig und unauffällig, findet aber gerade zu Beginn immer wieder Bilder, die wie eingefroren wirken und Judiths seelische Situation perfekt illustrieren. In einer dieser sorgfältig komponierten Einstellungen nutzt sie einen einfachen, aber wirkungsvollen Spiegeltrick: Judith bekommt Besuch von Georg, ihrem Freund (Mark Waschke), von dem sie sich nach der Vergewaltigung getrennt hat.

Ein Spiegelbild verdoppelt seine Präsenz gewissermaßen; aus Zuschauersicht sieht es so aus, als sei Judith von Georg umzingelt (Bildgestaltung: Hans Fromm). Kein Wunder: Nach einer Phase der Empathie möchte er endlich wieder zur Tagesordnung übergehen. Wenn Judith nicht zulassen will, dass das Feuer sie auffrisst, muss sie seine Energie nach außen lenken. Unter einem Vorwand freundet sie sich mit Nesters Frau (Ursina Lardi) an. Aber erst nach einer Explosion der Verzweiflung widerfährt ihr Gerechtigkeit.

Neben der unerhörten Geschichte (Buch: Johanna Stuttmann) sind es vor allem die Schauspieler, die dafür sorgen, dass man großen Anteil an Judiths Wechselbad der Gefühle nimmt. So bedrückend Judiths Situation auch ist: Schauspielerisch bietet die Hauptrolle Maja Schöne die Gelegenheit, von Niedergeschlagenheit bis zu Verzweiflung und Wut ein denkbar breites emotionales Spektrum auszukosten.

Aber auch die Rollen von Waschke und Möhring sind alles andere als eindimensional und mehr als bloß Ergänzungen. Judiths Freund wirkt keineswegs so gefühllos, wie sein Wunsch, sie möge die Ereignisse hinter sich lassen, vermuten lassen könnte. Und der Arzt Nester verbirgt sein zweites Gesicht erfolgreich hinter der Fassade des liebevollen Familienvaters. Selbst der von Judith erst als machtlos, dann gar als Gegner wahrgenommene Anwalt (Florian David Fitz), dessen nüchterne Befragung sie als weitere Demütigung empfindet, darf auch andere Seiten zeigen. tpg.

Quelle: kino.de

Filmstart: 09.10.2014

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26.09.2014 K20 GRABBEPLATZ

GFDK - Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen

Es ist weit mehr als der Abstand von 15 Jahren, der die Ägyptenreisen der Impressionisten Max Slevogt und des Malers Paul Klee von einander trennt: Während Slevogt im Frühjahr 1914 seine Eindrücke des Orients unmittelbar in einem einzigartigen Bilderzyklus festhielt, sind die Motive Klees aus dem Jahr 1928/29 vollständig der modernen Bildauffassung verpflichtet.

Ausstellung in Düsseldorf

Die Ausstellung Nach Ägypten! Die Reisen von Max Slevogt und Paul Klee stellt erstmals das Schaffen dieser zwei Künstler gegenüber. Zu entdecken sind etwa 130 Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen, die im Zusammenhang ihrer Reisen entstanden sind, und die die Umbrüche am Übergang vom Impressionismus zur Klassischen Moderne in der Ausstellung verdeutlichen. Museen aus dem In- und Ausland sowie renommierte private Sammlungen unterstützen großzügig die Ausstellung mit hochrangigen Leihgaben. Historische Fotografien und Dokumente ergänzen die Präsentation der Kunstwerke.

Max Slevogt (1868-1932) schuf auf seiner Reise einen Zyklus farbgewaltiger Bilder. Die heute in Dresden aufbewahrten Werke sind von äußerster Fragilität und verlassen deswegen nur in besonderen Ausnahmefällen das dortige Museum. Den höchst individuellen Ergebnissen Slevogts antwortet die ebenso eigenwillige und poetisch anmutende Bildwelt von Paul Klee (1879-1940): Die in der Ausstellung gezeigte Auswahl seiner Arbeiten reicht von frühen Zeichnungen um 1900 bis zum markanten Spätwerk der 1930er Jahre.

Die Ausstellung stellt zwei Künstler einander gegenüber, die zwar derselben zeitlichen Epoche, aber ganz unterschiedlichen Bildtraditionen und Gedankenwelten angehören. Slevogt und Klee haben Ägypten nicht nur auf verschiedene Art erlebt, sie haben ihre Eindrücke auch ganz unterschiedlich künstlerisch verarbeitet. Slevogt reiste im Frühjahr 1914 nach Ägypten, als das Land noch unter britischer Kolonialherrschaft war. Seine Fahrt zur Zeit des deutschen Kaiserreichs stand in der Tradition der Grand Tour der Orientmaler. 15 Jahre später, zur Jahreswende 1928/29, wählte Paul Klee die gleiche Route von Alexandria über Kairo und Luxor bis nach Assuan. Seine Reise führte ihn unter veränderten politischen und gesellschaftlichen Bedingungen in ein Land, das 1922 seine Unabhängigkeit erlangt hatte. Auch Deutschland hatte sich mit der Gründung der Weimarer Republik nach dem Ende des Ersten Weltkrieges grundlegend politisch neu orientiert.

Beide Künstler kannten die Kultur des alten Ägypten durch Ausstellungen, die in Deutschland nach bedeutenden Ausgrabungen wie in Tell el-Amarna gezeigt wurden, wo 1912 die Büste der Nofretete entdeckt worden war. Slevogts Vorstellungen von Ägypten speisten sich darüber hinaus aus phantastischen Erzählungen wie Tausendundeine Nacht, die ihn bereits als Kind fasziniert und immer wieder zu Gemälden und Illustrationen inspiriert hatten.

Freunde der Kunst

Künstlerisch entfachten die Eindrücke Ägyptens bei ihm eine bis dahin nicht gekannte Virtuosität im Umgang mit Farbe und Komposition. Klee, der im Unterschied zu Slevogt allein und mit wenig Gepäck nach Ägypten reiste, verwendete bereits seit der Zeit um 1900 in seinen Werken Formen, die an Pyramiden oder Hieroglyphen erinnern. Die Reise nach Tunesien 1914 befeuerte sein Interesse an Nordafrika und dem Orient zusätzlich. Vor Ort entstanden jedoch fast keine Werke; Klee reflektierte und transformierte das Gesehene erst nach seiner Rückkehr ins Atelier in einer Reihe neuer Werke.

presse@kunstsammlung.de

 

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25.09.2014 Genießerurlaub im Herbst

GFDK - Redaktion

Für die Urlaubswilligen unter den  Freunden der Künste haben wir hier ein paar Empfehlungen wie man sich den Herbst versüßen kann.

Es war einmal, vor langer, langer Zeit, da gab es im Herbst in den Wirtshäusern und bei Essenseinladungen auch andere Vorspeisen als die heutzutage anscheinend unvermeidliche Kürbissuppe. Aber seit die lieben Kinder Halloween feiern, gilt es, Tonnen von Kürbis-Innereien zu verwerten. Dabei hat der Herbst in kulinarischer Hinsicht viel mehr zu bieten: Kastanien, Pilze oder Wild und natürlich die Festlichkeiten rund um die Weinlese.

Kastanienzeit im Tessin

Es ist kaum mehr vorstellbar, dass die heute so lieblich erscheinenden Täler des Tessins auf der Alpensüdseite während Jahrhunderten ein Armenhaus Europas waren. Noch heute basiert die Tessiner Küche oft auf den Grundrezepten der Cucina povera, der „armen Küche“. Eines der wichtigsten Lebensmittel war die Kastanie, die die ärmeren Menschen durch den Winter brachte.

Daher wachsen ausgedehnte Kastanienwälder rund um stille Bergdörfer. Auf dem Kastanienweg in der Region Malcantone erfahren Wanderer alles Wissenswerte um die nahrhafte Frucht, die die Tessiner im Oktober mit eigenen Festen feiern.

Das einstige „Brot der Armen“ wird auch in den Küchen der Tessiner Gourmet-Restaurants geschätzt. Frank Oerthle, der Küchenchef des Ristorante Galleria Arté (ein Michelinstern, 16 Punkte im Gault Millau) im Grandhotel Villa Castagnola in Lugano verwendet Kastanienmehl zum Beispiel für traditionelle Pastasorten. Zu den kulinarischen Freuden gesellt sich im Arté der Kunstgenuss in Form von dreimal jährlich wechselnden Ausstellungen. Aktuell sind Arbeiten des deutschen Bildhauers Fabian Voglers zu sehen.

www.villacastagnola.com, www.ticino.ch/de/

Kultur- und Weinherbst im Niederösterreichischen Traisental

Von Mitte August bis Ende November spielt der Wein in Niederösterreich die Hauptrolle. Hunderte Wein- und Kellergassenfeste stehen im Weinherbst auf dem Programm, darunter stimmungsvolle Weintaufen, geführte Wanderungen durch die Rebgärten, genussvolle Degustationen und vielen weiteren Events rund um die edlen Tropfen. So auch im Traisental südlich der Donau.

Am 18.10.2014 findet das Abfischfest am Sitzenberger Schlossteichstatt. Während freiwillige Helfer die Fische aus dem Teich holen, werden die Gäste mit kulinarischen Spezialitäten, wie Fischsuppe, Karpfenlocken und hausgemachten Mehlspeisen verwöhnt.

Dazu gibt es Karpfenwein und regionale Schnäpse. Am 26.10.2014, dem österreichischen Nationalfeiertag, werden im Augustinussaal im Stift Herzogenburg die Jungweine aus dem Traisental präsentiert. Ein zünftiges Bauernbuffet schafft die nötige Grundlage. Das Urzeitmuseum Nußdorf lädt am 9.11.2014 zum Klassisk-Brunch mit Musik, kulinarischen Spezialitäten und Traisentaler Weinen.

Dem Landespatron von Niederösterreich, dem Heiligen Leopold, ist am 16.11.2014 die traditionelle Leopoldi-Weinkost im Volksheim Herzogenburg gewidmet. Zu den Traisentaler Weinen wird herzhafte Hausmannskost, wie Grammel- und Fleischknödel gereicht.

Zur Einstimmung auf den Advent gibt es auf dem Wein-Adventmarkt in der Ahrenberger Kellergasse am 22. und 23.11.2014 Glühwein und regionale Köstlichkeiten, außerdem können die ersten Weine des neuen Jahrgangs probiert werden.

Die Pauschale „Weinreise ins Tal der Traisen“ ist mit zwei Übernachtungen im Genießerzimmer mit Frühstück, einem Abendessen, Eintritt und Führung durch das Chorherrenstift Herzogenburg sowie einer Weinbegleiterführung durch die Rieden des Traisentals buchbar ab 139,- Euro pro Person. Eine Verlängerungsnacht kostet ab 38,- Euro pro Person.

www.niederoesterreich.at

Familientörggelen im Wellnesshotel Engel

Das Wellnesshotel Engel in Welschnofen macht seinem überirdischen Namen alle Ehre: In seinem Gourmetrestaurant Johannesstube und als Hotelgast im Rahmen der Dreiviertelpension wird man mit himmlischen Genüssen verwöhnt – zubereitet unter der Leitung des neuen Küchenchefs Theodor Falser aus Karneid im Eggental. Sein kulinarisches Credo lautet „Taste Nature“ – er will den unverfälschten Geschmack der Natur, das Beste aus den Dolomiten auf den Tisch bringen.

Überhaupt spielt die Natur in dem Hotel eine wichtige Rolle. So stehen im Rahmen der Kinderbetreuung immer auch Erlebnisse in der Natur auf dem Programm, wie ein Trekking-Ausflug mit Lamas oder Alpakas für Kinder, der in der Pauschale „Herbstferien und Familientörggelen“ enthalten ist. Bei der Familien-Törggelen-Wanderung mit Einkehr sind die Eltern mit von der Partie. Südtiroler Spezialitäten wie Gerstensuppe oder Schlutzkrapfen und natürlich Kastanien, wie sie beim traditionellen Törggelen serviert werden, schmecken den Kindern wie den Eltern.

Zum Paket gehören fünf Übernachtungen mit ¾ Gourmetpension, Pizzabacken und Halloweenparty für die Kinder, geführte Wanderungen für die Eltern und freie Nutzung des Spa-Bereiches. Für zwei Erwachsene mit einem Kind bis zwölf Jahre im Elternzimmer kostet die Pauschale in der Sonnensuite 1.297,- Euro.

www.hotel-engel.com

Bauernherbst im Salzburger Lungau

Gemeinsam feiern, genießen und erleben – dafür steht der Bauernherbst im Salzburger Lungau. Wer authentisches Brauchtum miterleben und altüberlieferte Gerichte kennen lernen will, hat die Wahl zwischen einer Fülle von Veranstaltungen. Die Gastronomiebetriebe der Bauernherbst-Orte setzen besondere Speisen und Getränke auf die Karte, bei denen die heimischen Produkte hoher Qualität die Hauptrolle spielen.

Wenn die Schafe von der Alm zurückkehren, laden viele Lungauer Gasthäuser zum „Schafaufbratln“ ein. Hauptgericht des mehrgängigen Menüs ist zartes Schaffleisch (Schöpsernes) von Almschafen, das in der „Rein“, einer Art Bratenform, serviert wird. Dazu werden „Eachtling“ (eine einheimische Kartoffelsorte), Krenkoch (Meerettich), Preiselbeeren und Krautsalat gereicht. Die süße Fraktion freut sich über Lungauer Rahmkoch, Bauernkrapfen oder Heidelbeer-Schmarrn.

www.lungau.at

Südtiroler Wein- und Gourmetwochen im Hotel Gardena Grödnerhof

Das Hotel Gardena Grödnerhof in St. Ulrich im Grödnertal kann eine stolze Liste von gastronomischen Auszeichnungen vorweisen: Unter anderem ein Michelin-Stern für Reimund Brunner, den Küchenchef der „Anna Stuben“ oder die Auszeichnung als „Sommelier des Jahres 2014 – Südtirol“ für Franz Lageder, Sommelier und Saaldirektor der „Anna Stuben“, die eindrucksvoll unterstreichen, dass das 5-Sterne-Haus die ideale Basis für einen kulinarischen Streifzug durch die Südtiroler Weinkultur ist.

Auf dem Programm der Wein- und Gourmetwochen stehen die Besichtigung einer Südtiroler Weinkellerei mit den Sommeliers des Grödnerhofs und anschließender Weinverkostung, eine Weindegustation im hoteleigenen Weinkeller sowie ein sechs-gängiges Degustationsmenü im Gourmet-Restaurant „Anna Stuben“.

Ein Peelingbad mit Weintrester und anschließender Massage sowie die Teilnahme am täglichen Entspannungs- und Bewegungsprogramm sind in der Pauschale mit sieben Übernachtungen inkl. Gourmet-Halbpension enthalten. Buchbar ist das Paket ab 922,- Euro pro Person.

www.gardena.it

Bacchus in der Stadt – Führungen zur Weinkultur Bozens

Zum Bozener Stadtgebiet gehören auch 510 Hektar Rebflächen, auf denen u.a. zwei autochthone Rebsorten angebaut werden, der St. Magdalener aus Vernatschtrauben und der Lagrein, der zum Rosé oder zum Rotwein ausgebaut wird. Im Rahmen der Initiative “Bacchus Urbanus” gewähren Bozner Weinkellereien den Gästen der Stadt Einblick in die städtische Weinkultur.

Jeden Samstag im Mai und Oktober begleitet ein Fremdenführer Weinfreunde in die Anbaugebiete des St. Magdaleners und des Lagrein. Auch der Besuch eines Weinkellers der Gegend sowie eine Weindegustation gehören zum Halbtagesausflug.

Die Pauschale „Bozen im Herbst“ wird im Oktober, wenn milde Sonnentage und die Törggelenzeit einen Ausflug nach Südtirol besonders reizvoll machen, angeboten. Sie enthält zwei Übernachtungen, die Teilnahme an einer Bacchus Urbanus Wanderung sowie eine Kostprobe von typischen Südtiroler Produkten auf dem Zimmer, buchbar vom 1.10.-31.10.2014 ab 186,- Euro für zwei Personen.

www.bolzano-bozen.it

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25.09.2014 März 2015

GFDK - MLK

Auf den ersten Blick macht der junge Soul-Star Sam Smith einen eher unscheinbaren Eindruck, doch sobald er ans Mikro tritt und singt, strömt unbändiges Leben und tiefste Leidenschaft aus jeder einzelnen Pore seines Körpers. Nach zahllosen erfolgreichen Kollaborationen veröffentlichte Sam Smith mit seiner EP „Nirvana“ im Oktober letzten Jahres erstmals eigenes Material. Am 23. Mai erschien mit „In The Lonely Hour“ endlich sein Debütalbum, das weltweit die Charts stürmte. Nachdem sich seine für November angekündigten Deutschland-Konzerte in Windeseile ausverkauften, wurden nun drei weitere Deutschland-Shows bestätigt: Zwischen dem 4. und 7. März 2015 gastiert Sam Smith in München, Köln und Offenbach.

Hätte man Sam Smith vor einem Jahr erzählt, welch raketenhaften Aufstieg er erleben würde, hätte er wohl lachend abgewinkt. Alles begann mit seinen Vocals auf dem 2012 erschienenen Dance-Track „Latch“ von Disclosure, der ihn erstmals Chart-Luft schnuppern ließ. Im Februar 2013 brachte Sam Smith seinen ersten Song heraus, die bittersüße Ballade „Lay Me Down“. Der bisherige Höhepunkt folgte bereits wenige Monate später mit Naughty Boys Single „La La La“, auf der der 22-jährige Brite den Gesangspart übernahm. Der Song avancierte binnen kürzester Zeit zum absoluten Sommerhit. Mittlerweile wurden weltweit über zwei Millionen Einheiten verkauft, mehr als 300.000 davon in Deutschland, was ihm eine Platin-Auszeichnung bescherte. Das Video zur Single stieß auf rekordverdächtige Begeisterung: Bislang wurde der Clip auf YouTube rund 300 Millionen Mal angeklickt.

Konzerte in Deutschland

Im Sommer 2013 folgten Auftritte bei legendären Festivals wie Coachella und Glastonbury, aber auch ausverkaufte Clubshows wie in der New Yorker Mercury Lounge. Angespornt durch den plötzlichen Erfolg und euphorischen Zuspruch seiner Fans, arbeitete Sam Smith in den folgenden Monaten umso motivierter an eigenem Material. Er kollaborierte mit verschiedenen Produzenten und experimentierte dabei mit den unterschiedlichsten Sounds, um seine ganz persönliche Klangwelt zu erschaffen. So entstand seine vier Songs umfassende EP „Nirvana“. Anfang 2014 konnte er die ersten Früchte seiner harten, kontinuierlichen Arbeit ernten: Die BRITs verliehen ihm mit dem ‚Critics‘ Choice Award‘ die höchste Auszeichnung, die ein britischer Newcomer erreichen kann. Diese Ehre teilt er sich mit Künstlern wie Adele, Florence and the Machine und Emeli Sandé. Kurz darauf kürte die BBC ihn zum vielversprechendsten Künstler für 2014.  

Konzerte in München, Köln und Offenbach

Seine erste offizielle Single „Money On My Mind“, die europaweit in die Top 20 der Charts einstieg und in England sogar die Spitzenposition belegte, war der Vorbote des mit Spannung erwarteten Debütalbums „In The Lonely Hour“. Es bestätigte mit seinem vielschichtigen Spannungsbogen zwischen Soul, Pop und Swing-Zitaten die gewaltigen Vorschuss-Lorbeeren, die ihm zuteil geworden waren. „In The Lonely Hour“ eroberte in ganz Europa die Charts und erreichte in England auf Anhieb Platz 1 und in den US-Billboard Charts Platz 2. Die Nachfolge-Single „Stay With Me“ verkaufte bisher alleine in den USA mehr als eine Million Exemplare. Seither reißt sich die ganze Welt um diesen aufregenden Shooting-Star, dessen Konzerte regelmäßig innerhalb kürzester Zeit ausverkauft sind. Daher sollten sich die deutschen Fans ihre Tickets für die kommenden Shows im März frühzeitig sichern.      

 

Marek Lieberberg presents

Sam Smith

 

Mi.       04.03.15         München         Kesselhaus

Do.      05.03.15         Köln                 Palladium

Sa.      07.03.15         Offenbach      Capitol

 

 

Allgemeiner Vorverkaufsstart: Fr., 12.09.2014, 10:00 Uhr

Bundesweite Ticket Hotline: 01806 – 57 00 00

(0,20 Euro/Anruf aus dem dt. Festnetz, max. 0,60 Euro/Anruf aus dem dt. Mobilfunknetz)

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25.09.2014 von Felicia Zeller

GFDK - KONZERT THEATER BERN

Es war Liebe auf den ersten Blick zwischen Anne und Holger: zwei Bestimmer, die füreinander bestimmt waren.

Theater in Bern

Jahre später arbeitet Anne Tag und Nacht in ihrer Werbeagentur, derweil Holger arbeitsloser Spitzenkoch ist, der mit radioaktiv verseuchten Scampi seinen Ruf ruiniert hat. Holgers bester Freund Peter, der als Bildhauer an einer Serie mit dem Titel «X-Freunde» arbeitet, steht kurz vor deren Vollendung, verbringt jedoch seine Tage lieber mit dem Verfassen von Twitter-Nachrichten als dem Bearbeiten von Steinen.

Als Holger einen Luxusurlaub organisiert, um die von Annes Arbeitswut bedrohte Ehe zu retten, eskaliert das Ganze, da Anne selbst auf der Trauminsel lieber mit ihrem Laptop zusammen ist als mit ihrem Mann. Der in jeder Hinsicht überflüssig gewordene Holger bringt sich um, und Peter zertrümmert seinen «Letzten Freund» zu Staub – womit er in der Kunstwelt einen riesigen Erfolg landet.

Die arbeitssüchtige Chefin, die mit ihrem «Anti-Gleichgültigkeitskonzept» die kapitalistischen Marktmechanismen bedient; der Künstler in der Schaffenskrise, bedroht von digitalen Ablenkungen aller Art; der Arbeitslose, dem Geld, Hoffnung und Privatleben abhandenkommen – hinter allen lauert die Frage, was eigentlich auf der Strecke bleibt, wenn der Mensch sich ausschliesslich über seine Arbeit definiert.

Mit abgründigem Humor, Sprach(aber)witz und tragikomischen Pointen serviert die Autorin ein Sprachkunstwerk über die Realitäten der Arbeitswelt und die Neurosen der heutigen kreativen Leistungsträger.

Freunde der Kunst

susanne.schaefer[at]konzerttheaterbern.ch

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25.09.2014 leselust

GFDK - Harald Kirsch

Die Liste der Bühnengäste des 1. Bonner Lesebühnenfestes am 3. Oktober (um 20 Uhr) im Pantheon-Theater liest sich wie ein "Who´s who" der literarischen Komik: Patrick Salmen, Torsten Sträter, Marina Barth, Dagmar Schönleber, Katinka Buddenkotte, Christian Bartel, Andreas Weber, Michael Goehre, Andy Strauss, Sebastian 23, Sulaiman Masomi, Misha Anouk (früher: Sarim-Verollet) und Andy Strauss lassen im Kabarett-Tempel am Bonner Bundeskanzlerplatz tief in ihre literarischen Wundertüten blicken.


Auf Einladung von Christian Bartel und des Pantheon verlassen die 12 Vertreter der 4 bekanntesten Lesebühnen in NRW ihre angestammten Reviere in Köln, Münster, Wuppertal und Dortmund und kommen zu diesem einmaligen "Dutzend-Treffen" nach Bonn.
In Nordrheinwestfalen existiert die wohl lebendigste und größte Lesebühnenszene des Landes neben der in Berlin. Und wie in der Hauptstadt hat jede Bühne ihren eigenen Ton, ihren eigenen Humor und ihre eigenen Rituale. In NRW kommt aber noch eine regionale Färbung dazu - so unterscheidet sich der funkelnden Esprit Westfalens deutlich vom feinen Humor des Ruhrgebiets und der stille Nachdenklichkeit des Rheinlandes.

Kabarettisten und Poetry Slammer im Pantheon

Nach 2 Dekaden der geheimnisvollen Welt der Lesebühnen haben auch Kabarettisten und Poetry Slammer das Format „Lesebühne“ für sich entdeckt - am formschön einfachen Konzept des abwechselnden Schaulesens im Rudel wurde dennoch bis heute nicht gerüttelt. Noch immer finden sich Woche für Woche, oder eben Monat für Monat, in vielen deutschen Städten Autorenensembles in Kneipen, Theatern und Clubs zusammen, um frisch geschriebene Geschichten zu präsentieren.


Am Abend des Tags der deutschen Einheit fallen dann auch jegliche regionalen Grenzen und man trifft sich an passender Stelle im Pantheon zu einer leidenschaftlichen Lesesause.
Karten für das 1. Bonner Lesebühnenfest gibt es bei den bekannten Vorverkaufsstellen, unter Tel.: 0228-212521, sowie an der Abendkasse im Pantheon am 3.10., ab 19:00 Uhr.

Harald Kirsch

Presse- + Öffentlichkeitsarbeit

Pantheon Theater GmbH

Bundeskanzlerplatz

53113 Bonn

hk@pantheon.de

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25.09.2014 FESTUNG EHRENBREITSTEIN

GFDK - Sabine Körner

Der österreichische Liedermacher Rainhard Fendrich überrascht mit einer musikalischen Vielfalt von Pop und Country über Swing bis Bossa Nova und begeistert mit einer unverwechselbaren Stimme, mit Wiener Charme und einer ganz besonderen Atmosphäre.

Konzert in Deutschland

Als überaus kreativer Musiker, Moderator und Entertainer zündet der mittlerweile 59-Jährige in seinen Konzerten ein Feuerwerk aus spannenden Anekdoten, kritischen Gedanken, beißender Ironie und originellen Lebensweisheiten.

Live, pur, unkopierbar und beste Unterhaltung mit Haltung!

Konzert in Koblenz

Kat.1 :Eintritt 39 Euro VVK zzgl. VVK- Entgelte

Kat.2 :Eintritt 32 Euro VVK zzgl. VVK- Entgelte

 

Mittwoch, 15. Oktober 2014, 20 Uhr

FESTUNG EHRENBREITSTEIN, Kuppelsaal

Rainhard Fendrich & Dieter Kolbeck (AT)

Unplugged


Sabine Körner
Café Hahn GmbH
Neustr. 15
56072 Koblenz
E-Mail: sabinekoerner@cafehahn.de

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25.09.2014 Maxim Gorki Theater

GFDK - Maxim Gorki Theater

Junge Männer mit Hintergrund versetzen die deutsche Gesellschaft im Kampf um die abendländische Zivilisation in Angst und Schrecken.

Theater in Berlin

Ihr Hintergrund ist meist ein migrantischer, muslimischer oder bildungsferner, oft mit türkischen oder arabischen Wurzeln. Dann zwingen diese Männer ihre Frauen, Kopftuch zu tragen und statt zu arbeiten oder sich zu bilden, zeugen die Integrationsverweigerer ununterbrochen weitere Kopftuchmädchen. Soweit die gängigen Klischees in der zeitgenössischen »Integrationsdebatte«. Die einzige Hoffnung auf Rettung vor dem Untergang richtet sich nun auf die gute alte deutsche Schule, also: Bildung, Bildung, Bildung!!!

Eine Lehrerin bekommt eines Tages eine einzigartige Chance: Sie versucht ihren disziplinlosen Schülern gerade Friedrich Schillers idealistische Vorstellungen vom Menschen nahe zu bringen, als ihr eine Pistole in die Hände fällt, eine echte! Kurz zögert sie, dann nimmt sie ihre Schüler als Geiseln und zwingt sie mit vorgehaltener Waffe, auf die Schulbühne zu treten und zu spielen.

Freunde der Kunst

Mit dieser Geiselnahme beginnt ein abgründiger Tanz der Genres vom Thriller über die Komödie zum Melodrama und die lustvolle Dekonstruktion aller vermeintlich klaren Identitäten.

sircar@remove-this.gorki.de

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25.09.2014 Sammlung Reinking

GFDK - Weserburg | Museum für moderne Kunst

Die Ausstellung präsentiert mit Werken von annähernd 50 zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern sowie Artefakten aus Afrika, Ozeanien und Amerika eine der ungewöhnlichsten Privatsammlungen in Deutschland.

Es geht um die aktuelle Sicht auf künstlerische Haltungen, die sich auf existenzielle Lebenserfahrungen konzentrieren und dies auf eindrucksvolle Weise im jeweiligen Werk zur Anschauung bringen. Die Vieldeutigkeit und ästhetische Kraft der Objekte und Bilder, ihre auratische Aufladung und bisweilen dramatische Transformation verweisen auf Kunstpraktiken, welche immer wieder die Grenzen der materiellen Wirklichkeit in Richtung Unbewusstes, Traum und Tod zu überschreiten vermögen.

Ausstellung in Bremen

Die ausgestellten Arbeiten korrespondieren in vielen Fällen Kontinente und Kulturen übergreifend miteinander. In dieser ungewöhnlichen Kombinatorik werden Querverbindungen und Rückbezüge erkennbar. Aufmerksamkeit wird dabei vor allem auf die verbindenden Aspekte der Kunst gelenkt. Diese in der Sammlung angelegte globale Sichtweise macht es möglich, die Verschiedenheit und die wechselnden Bedeutungen der Werke zu berücksichtigen, zu respektieren und zum Bestandteil der eigenen ästhetischen Erfahrung zu machen. Neue Blickwinkel und Sichtweisen, sowohl auf die zeitgenössischen, als auch auf die traditionellen Werke werden eröffnet.

Gezeigt werden Arbeiten internationaler Künstlerinnen und Künstler von den 1960er Jahren bis heute. Kombiniert mit außereuropäischer, traditioneller Kunst, ergeben sich wie von selbst Kontraste, aber auch überraschende Synergien. Bei allen stilistischen Besonderheiten, Unterschieden und Eigenarten verbindet die Werke das Anliegen, Alltägliches zu transformieren, gewohnte Sichtweisen aufzubrechen und ästhetische Erfahrungen zu ermöglichen, welche die Grenzen zum Geistigen und zur Spiritualität öffnen.

Insgesamt umfasst die Präsentation ein breites Spektrum unterschiedlicher Genres und Ausdrucksformen. Neben Malerei und Zeichnung werden Plastiken, Objekte und Installationen gezeigt. Ein Höhepunkt ist sicherlich eine riesige raumfüllende Arbeit aus zerbrechlichen Glasvitrinen, in denen der kanadische Künstler Terence Koh 222 Köpfe aus schwarzer Asche zeigt. Aber auch der von der Decke herabhängende Abguss des Oberkörpers von Frantiček Klossner aus Eis verdient hohe Aufmerksamkeit. Während der Eröffnung beginnt der massive Eisblock zu schmelzen und die Figur des Schweizer Künstlers löst sich allmählich vor den Augen der Besucher auf. Neben Klossner und Reinking wird auch Tim Steiner bei der Eröffnung anwesend sein. Steiner trägt ein vom Belgier Wim Delvoye entworfenes Tattoo auf seinem Rücken, das wohl zu den beeindruckendsten Arbeiten zählt, welche in der Ausstellung zu sehen sind.

Freunde der Kunst

„Existenzielle Bildwelten“ stützt sich ganz auf Werke aus der Sammlung Reinking. Der in Hamburg lebende Sammler hat mit feinem Gespür ungewöhnliche Kunstpositionen aus einem breiten Feld von Fluxus, über Minimalismus bis hin zur Street Art und auch Artefakte aus Afrika, Amerika und Ozeanien zusammengebracht. Die Art und Weise, wie diese unterschiedlichen Arbeiten untereinander in Beziehung stehen, wie sie miteinander neue Bedeutungen und überraschende ästhetische Erfahrungen bei den Betrachtern generieren, zeichnet die Ausstellung „Existenzielle Bildwelten“ in der Weserburg aus.

Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler 

Hermine Anthoine, Arman, Dan Asher, Mirosław Bałka, Victor Bonato, Boxi, William Burroughs, Baldur Burwitz, Michael Buthe, Pier Paolo Calzolari, Cesar, Wim Delvoye, Madeleine Dietz, Jimmie Durham, Henrik Eiben, Jan Fabre, Robert Filliou, Gregor Gaida, Gregory Green, Wulf Kirschner, Frantiček Klossner, Terence Koh, Toshiya Kobayashi, Alicja Kwade, Peter Land, Ange Leccia, Daniel Man, Hermann Nitsch, Cady Noland, Manuel Ocampo, Tony Oursler, Wolfgang Petrick, Robert Rauschenberg, Arne Rautenberg, Mirko Reisser (DAIM), Klaus Rinke, Ugo Rondinone, Rolf Rose, Michael Schmeichel, Dimitris Tzamouranis u.a. In die Ausstellung ist auch die großformatige Wandzeichnung "Lowdown" von Frank Gerritz aus der Sammlung der Weserburg integriert.

presse(at)weserburg.de 

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24.09.2014 prominente preisträger

GFDK - Timo Hertel

Die Preisträger der COLOGNE CONFERENCE 2014 stehen fest. Die in Deutschland und international hochgeschätzte Schauspielerin Martina Gedeck wird mit dem international actors award.cologne geehrt. Den diesjährigen Hollywood Reporter Award erhält der deutsche Regisseur Tom Tykwer.

Weitere Preisträger bei Deutschlands führendem Festival für herausragendes Fernsehen und unabhängige Filmkultur sind der dänische Film-Revolutionär Lars von Trier und der französische Meisterregisseur Bertrand Tavernier.

Martina Gedeck -eine der bedeutendsten deutschen Darstellerin ihrer Generation

Es gibt Stars, die einer Rolle ihren Stempel aufdrücken, alle Blicke auf sich ziehen und das Geschehen dominieren. Und es gibt Schauspieler. Martina Gedeck wurde zur bedeutendsten deutschen Darstellerin ihrer Generation, nicht indem sie sich in den Vordergrund drängte, sondern indem sie unmerklich, beinahe unheimlich, komplett hinter ihren Figuren verschwand. Sie spielte die schüchterne italienische Kellnerin ebenso überzeugend wie die bucklige bayerische Bäuerin oder die esoterische, krebskranke Nymphomanin. Sie verkörperte die DDR-Schriftstellerin Brigitte Reimann, die Pianistin Clara Schumann und die RAF-Gründerin Ulrike Meinhof. Sie hat von Slapstick-Komödien bis zu Ehedramen jedes Genre gemeistert, ist weiterhin im Fernsehen ebenso präsent wie auf der Kinoleinwand und arbeitet unter deutschen Filmemachern wie Oskar Roehler, Helmut Dietl, Florian Henckel von Donnersmarck oder Dominik Graf ebenso brillant wie in internationalen Produktionen unter Mika Kaurismäki, István Szabó, Bille August oder Robert De Niro.

Im Gespräch mit Martina Gedeck

In ihrem Werkstattgespräch gibt Martina Gedeck Auskunft über ihre Ausflüge in den französischen und englischsprachigen Film, über ihre bemerkenswerte Arbeitsmoral und Produktivität – und darüber, wie man fast ein Jahr lang auf einem Berg einen Film ohne andere Darsteller dreht. Der international actors award.cologne wird von .cologne here I am gestiftet und jährlich einem international herausragenden Künstler für besondere schauspielerische Leistungen verliehen.

The Hollywood Reporter Award an Tom Tykwer

Der Hollywood Reporter Award zeichnet jedes Jahr eine verdiente Persönlichkeit für hervorragende Leistungen in der internationalen Film- und Fernsehbranche aus.

Es gibt nicht viele Regisseure, für die Hollywood nur ein Sprungbrett ist. Als Filmvorführer, Produzent, Autor, Regisseur und Komponist war Tom Tykwer schon in seiner Anfangszeit vielseitig interessiert, aber sobald er mit Filmen wie „Winterschläfer“ und „Lola Rennt“ seine deutsche Heimat hinter sich ließ, wurde er auch zum Kosmopoliten. Mit Filmen wie „Das Parfum“ und „The International“ erweiterte er seinen Horizont nach Istanbul, Mailand, Paris, New York - und Hollywood. Aber selbst hier machte er längst nicht halt: Im Zuge der Workshop-Initiative „One Fine Day“ von ihm und seiner Frau in Nairobi produzierte Tykwer inzwischen drei Spielfilme von jungen kenianischen Filmemachern - und seine Verfilmung des „unverfilmbaren“ Gedankenexperiments „Cloud Atlas“, gemeinsam mit den Wachowski-Geschwistern, sprengte endgültig alle Raum- und Zeitgrenzen. Und doch liegt seine größte Herausforderung noch vor ihm: Mit der zwölfteiligen Krimiserie „Babylon Berlin“ könnte er endlich das deutsche Fiction-Fernsehen erneuern und mit der pan-globalen Netflix-Serie „Sense8“ sogar die internationale Serienlandschaft aufmischen. In seinem Werkstattgespräch spricht Tom Tykwer, der dieses Jahr auf der Cologne Conference den Hollywood Reporter Award erhält, über seine Filmarbeit auf drei Kontinenten, seine Übersetzung der Tarantino-Dialoge für „Inglourious Basterds“ und über das kollaborative Filmemachen in Film und Fernsehen.

Filmpreis Köln an Lars von Trier

Mit dem Filmpreis Köln wird in diesem Jahr mit Lars von Trier einer der bedeutendsten europäischen Filmregisseure der Gegenwart geehrt.
„Meine Familie hatte sehr genaue Vorstellungen von Gut und Böse, von Kitsch und guter Kunst. Mit meiner Arbeit stelle ich all das in Frage. Ich provoziere nicht nur die anderen, ich erkläre mir, meiner Erziehung, meinen Werten, auch ständig selbst den Krieg“ sagte von Trier 2005 in einem Interview der Wochenzeitung Die Zeit. Ein gutes Beispiel für diesen „Krieg“ gegen sich selber war die Pressekonferenz zu „Melancholia“ bei den Filmfestspielen von Cannes im Jahr 2011. Mit Sätzen wie „Ich bin ein Nazi“ – ein Witz auf die Herkunft seines biologischen Vaters – löste er nicht nur einen Skandal aus, sondern wurde auch von dem Festival, das wie kein anderes seine Karriere befördert hat, zur persona non grata erklärt. Wer sich die Aufzeichnung der Pressekonferenz ansieht, wird jedoch schnell feststellen, dass alle scheinbar so provokanten Sätze entweder offensichtlich ironisch gemeint waren oder von ihm selbst sofort negiert oder zumindest relativiert wurden. Seitdem hat sich von Trier allerdings selber einen Maulkorb verpasst und spricht nicht mehr mit auf öffentlichen Veranstaltungen.


Es wäre falsch, von Trier Zynismus vorzuwerfen, wie es manche Kritiker gerne tun, er ist vielmehr ein enttäuschter Idealist – wie viele der Figuren in seinen Filmen. Erstaunlicherweise zieht er aus dieser Desillusionierung aber eine unbändige kreative Energie, die es ihm erlaubt, sich filmisch immer wieder neu zu erfinden. In dieser Hinsicht kann ihm kein anderer europäischer Regisseur das Wasser reichen.  Aktuell arbeitet Lars von Trier an einem neuen Serien-Projekt. „The House That Jack Built“ soll eine einzigartige Serie werden, wie noch keine davor – und sein bisheriges Werk legt nahe, dass diese Ankündigung vermutlich keine Übertreibung ist.

TV Spielfilm-Preis an Bertrand Tavernier

Als früherer Kritiker, Autor und PEN-Präsident ist Bertrand Tavernier unter den französischen Filmemachern nicht nur der belesenste, sondern auch der vielseitigste: Von französischen Historienfilmen bis zum US-Südstaaten-Drama, von reißerischen Krimi-Klassikerverfilmungen bis zur vierstündigen Kriegsdokumentation, vom subtilen New Yorker Jazz-Biopic bis zur rabiaten afrikanischen Kolonialgroteske – dem politisch engagierten Regisseur gelang in den 40 Jahren seiner Karriere ein Meisterwerk nach dem anderen, egal in welchem Genre und auf welchem Kontinent. Er ist mit seinen Filmen Dauergast in Berlin, wo er u.a. für „Der Uhrmacher von St. Paul“ („L’horloger de Saint Paul“) und „Der Lockvogel“ („L’appât“) Preise erhielt, in Cannes, wo er mit „Ein Sonntag auf dem Lande“ („Un dimanche à la campagne“) gewann und in Venedig, wo er für „Um Mitternacht“ („Autour de minuit“) geehrt wurde, nun freuen wir uns, ihn auf der Cologne Conference begrüßen zu dürfen.


Tavernier, der für seine scharfzüngige Politkomödie „Quai d'Orsay“ dieses Jahr den TV Spielfilm-Preis erhält, blickt in seinem Werkstattgespräch auf seine lange Karriere als Regisseur, Autor und Produzent zurück, spricht über seine Vorliebe für Stars wie Philippe Noiret und Isabelle Huppert und über seine Ausflüge in die amerikanische Filmindustrie. Mit dem TV Spielfilm-Preis wird alljährlich der beste fiktionale Beitrag der Festivalreihen TopTen, Look oder Kino ausgezeichnet.

Timo.Hertel@position.de

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