14.07.2013 11:55 Glück und Freude durch die Augen ihres Umfangs

Wir verurteilen den Fremden, ohne ihn zu kennen - Das Wort zum Sonntag von Rebekka J. Chapman

Rebekka J. Chapman Wir messen unser Leben anhand von Errungenschaft und Erfolg, nicht aber an den kleinen Augenblicken

Rebekka J. Chapman "Wir messen unser Leben anhand von Errungenschaft und Erfolg, nicht aber an den kleinen Augenblicken"

Von: GFDK - Rebekka J. Chapman

Wir bewerten Menschen anhand ihrer Erscheinung, bewerten ahand weniger Worte und subjektiver Eindrücke, als könnten wir in ihnen lesen wie in einem Buch, dessen Inhalt wir Wort für Wort kennen.
Wir messen den Wert eines Menschen anhand von Zahlen auf Papier, anhand seiner Leistung und seines Erfolges im wirtschaftlichen Sinne, statt dessen Herz und sein Wesen mit dem eigenen wahrzunehmen.


Wir betrachten Menschen in gesellschaftlichen Klassen, in Gruppierungen und Rassen, wie wir auch die Erde in Nationen teilen und betrachten, als wären sie seit Anbeginn abertausende von Kuchenstücken.
Wir betrachten Probleme und Leid von Menschen aus anderen Gebieten der Erde nahezu stetig durch die Brille der eigenen Nation, nicht gewillt die Farben ihrer Flagge beim betrachten abzulegen, zu versteift und festgefahren um als Flaggenloser erneut den anderen wahrzunehmen.


Wir verurteilen den Fremden, ohne ihn zu kennen, verurteilen Menschen leichtfertig für ihren Schmerz, ihre Wut und Tränen, ohne wirklich nach dem Warum zu fragen, ohne sein Gegenüber frei anzunehmen. Wir ersetzen fehlende Liebe und Freundschaft durch erworbene Dinge, durch Geschenke und die Flucht in erdachte, virtuelle Welten.


Wir kaufen einander teures Parfum, Liebesbeweise und Elektronik, statt einander warme Umarmungen, liebevolle Küsse, vertrauensvolle Hingabe und gemeinsame Zeit von Herzen zu schenken.
Wir messen unser Leben anhand von Errungenschaft und Erfolg, nicht aber an den kleinen Augenblicken, unserer Gesundheit und den lieben Menschen, welche uns im Leben begegnen und begleiten.


Wir betrachten Glück und Freude durch die Augen ihres Umfangs, ihres Wertes und ihrer Größe, oft das Kleine wie Unscheinbare nicht erkennend, im Sonnenaufgang das Alltägliche und Bekannte, im neusten Fernseher das Außergewöhnliche und Besondere sehend. Wir folgen pflichtbewusst und pflichtgetrieben dem Ticken von Uhren und Erwartungen gemäß dem Weg unserer Gesellschaft, doch viel zu selten dem, was das Herz uns sagt...

...und fragen uns, warum vieles mehr und mehr trist, mehr und mehr verloren, verworren und lieblos erscheint.

Und wer kann daran nun etwas ändern? Du, ich, ein jeder. Wir alle können das. Niemand kann behaupten, es gäbe nur einen "Schlüsselmeister".