05.10.2018 07:32 Weniger Moral, mehr Politik

Schwere Gesprächsstörung zwischen Volk und Regierung

Bei der Pegida-Demonstration in Dresden waren 20.000 Teilnehmer auf die Straße gegangen

Bei der Pegida-Demonstration in Dresden waren 20.000 Teilnehmer auf die Straße gegangen. Fotos: Screenshots

Deutsche Einheit sieht anders aus

Deutsche Einheit sieht anders aus.

Die Medien hatten einen weiten Bogen um Dresden gemacht

Die Medien hatten einen weiten Bogen um Dresden gemacht.

Fazit: Von einer Einheit kann in Deutschland keine Rede sein, das Volk ist gespalten wie nie zuvor

Fazit: Von einer "Einheit" kann in Deutschland keine Rede sein, das Volk ist gespalten wie nie zuvor.

Von: GFDK - Reden ist Silber - Gottfried Böhmer

Vor ein paar Tagen hat Gabor Steingart in seinem Morning Briefing geschrieben: "Was als medialer Willkommensgruß begann, hat sich zu einer nationalen Therapiestunde entwickelt, bei der jeder den anderen gern auf die Couch legen möchte.

Die einen sind empört, dass die andern empört sind. Wenn man das Deutschland der Gegenwart auf nur eine Formel bringen wollte, dann wäre es diese: Wut zum Quadrat minus Gelassenheit."

Weniger Moral, mehr Politik

Bernd Ulrich von der „Zeit“ ist längst genervt. Er schreibt: „Überall ein Du sollst, Du darfst nicht, Du musst. Zehn Gebote? Tausende.“ Deutschland, so Ulrich weiter, sei zurzeit ein moralisch aufgedunsenes Land. Er wünscht sich „weniger Moral, mehr Politik“.

Der Tag der Deutschen Einheit hat es uns gezeigt. Berlin, München und Dresden, von Einheit keine Spur. Die Hetzer sitzen in allen Lagern, bei den Grünen, den Linken, und auch bei den Rechten. Alle wollen sie von der Verunsicherung der Bevölkerung, nur eines, profitieren. Das Schlimme daran, es gelingt ihnen auch noch. Und die Medien spielen kräftig mit.

Die Demos zum Tag der Deutschen Einheit

Die Demonstration in München stand unter dem Motto: "Jetzt gilt’s" – Gemeinsam gegen eine Politik der Angst".

21.000 in München

Viele Teilnehmer trugen Plakate auf denen sie direkt Bundesinnenminister Horst Seehofer und Ministerpräsident Markus Söder attackierten: "Ausgsödert is" und "ausgseehofert is" lauteten einige der Sprüche. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kritisierte die "üble Stimmungsmache"

Gemeinsame Sache mit Extremisten?

Herrmann kritisierte auch, dass SPD und Grüne bei der Organisation der Demonstration gemeinsame Sache mit extremistischen Organisationen gemacht hätten. Tatsächlich trugen Teilnehmer eine Fahne mit dem Logo der SDAJ, der sozialistischen deutschen Arbeiterjugend, die der bayerische Verfassungsschutz als linksextremistisch einstuft.

Die SDAJ, so der Verfassungsschutz, sei eng mit der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) verbunden. Eines war in München sicher, es gab keine Einheit.

Auch in Berlin wehte ein kalter Einheits-Wind. Rund um das Einheitsfest in Berlin haben rund 1.000  Menschen in Berlin demonstriert, unter ihnen bekannte Rechtsextremisten. Ihnen stellten sich ebenso viele Gegendemonstranten in den Weg, so der rbb.

Rechtsextremisten und Hooligans mischten sich dabei mit "äußerlich unauffälligen Teilnehmern", darunter auch Rentner und Kinder, schrieb der rbb. Die Polizei stellte mindestens einen Hitlergruß fest. Die Demonstranten der rechten Demo riefen in Sprechchören „Wir sind das Volk“, „Merkel muss weg“ und „Lügenpresse“.

20.000 in Dresden

Was in den Medien aber total unterschlagen wurde, war die Demo in Dresden. Bei der Pegida-Demonstration in Dresden waren 20.000 Teilnehmer auf die Straße gegangen um gegen die Regierung zu demonstrieren.

Sie trugen Transparente und Plakate mit Sprüchen wie: Das System ist am Ende. Wir sind das Volk. Und, Verfassungs- und Staatsschutz befreit uns endlich von dem wahnsinng gewordenen Merkel-Regime.

Fazit: Von einer "Einheit" kann in Deutschland keine Rede sein, das Volk ist gespalten wie nie zuvor. Man sollte diesen Tag abschaffen bis wir uns einig sind.

Woher kommt der ganze Ärger?

Susanne Gaschke schreibt: Liebe Politiker, eure leeren Phrasen machen die Menschen wütend: "Ich will aber nicht auf alles Unbekannte neugierig sein. Ich will, wo wir schon dabei sind, auch nicht lebenslang lernen. Ich will mich nicht ständig irgendwelchen Herausforderungen stellen, die andere definiert haben." Ich sage mal, die Dame hat Recht.

Eine Ermahnung an die Medien

Der Verleger der „Weltwoche“, Roger Köppel im Morning Briefing Podcast von Gabor Steingart: Köppel diagnostiziert in Deutschland „eine gespenstische Gleichförmigkeit“: Meinungsvielfalt sei durch Meinungseinfalt ersetzt worden. Viele unserer Berufskollegen, meint er, hätten ihren Beruf verfehlt: „Sie sind Partei geworden, denken nicht vor, sondern plappern nach.“

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