31.01.2018 13:08 Tierschützer sind entsetzt

Muß der Zirkusschimpanse Robby weiter Leiden - Schluss mit Tieren im Zirkus

Der Schimpanse Robby lebt im Zirkus in einem tristen Außengehege, das muss ein Ende haben. Auch Tiere haben eine Würde

Der Schimpanse Robby lebt im Zirkus in einem tristen Außengehege, das muss ein Ende haben. Auch Tiere haben eine Würde. Foto: © VIER PFOTEN

Von: GFDK - Reden ist Silber

Haben wir uns zu früh gefreut? Im April 2017 war der Jubel auf Seiten der Tierschützer groß: Das Verwaltungsgericht Lüneburg hatte geurteilt, dass die angeordnete Abgabe von Zirkus-Schimpanse Robby aus dem Circus Belly durch das Kreisveterinäramt Celle rechtskräftig ist.

Robby ist der letzte Menschenaffe in einem deutschen Zirkus

Damals sagte Dr. Signe Preuschoft, Primatologin von VIER PFOTEN zum "Fall Robby": "Wir sind unsagbar froh über das heutige Gerichtsurteil. Nach 32 Jahren im Zirkus hat es Robby wirklich mehr als verdient, ein artgemäßes Leben zu führen.

Endlich ist Schluss mit den unnatürlichen Fahrten auf dem Tret-Roller, dem engen Smoking-Kostüm, dem Lärm und dem Stress der Manegenauftritte, den endlosen Stunden im tristen, kargen Gehege. Robby hatte sein Leben lang keinerlei Recht auf Selbstbestimmung und war immer ein Wesen zweiter Klasse."

Immer noch viel zu viele Tiere im Zirkus

Hunderte Tiger, Giraffen und Elefanten sind in Deutschland noch immer im Zirkus unterwegs und damit muß schluß sein, auch Tiere haben eine Würde wie die GFDK-Redaktion meint. Zuletzt haben wir geschrieben - Mehr Tierwohl? - Das Label ist Betrug am Tier.

Tierschützer sind entsetzt, wir auch

Lüneburg / Hamburg, 24. Januar 2018 - Gestern hat das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht einem Berufungsverfahren um den Zirkusschimpansen Robby zugestimmt. Die Stiftung VIER PFOTEN ist über die Entscheidung entsetzt, vor allem da verschiedene Gutachten bestätigten, dass das Tier an schweren Verhaltensstörungen leidet.

Der etwa 43 Jahre alte Schimpanse Robby aus dem Circus Belly wurde 2015 durch das Kreisveterinäramt Celle beschlagnahmt. 2017 entschied das Verwaltungsgericht Lüneburg die Abgabe von Robby an eine Auffangstation. VIER PFOTEN nimmt den erneuten Gerichtsprozess um Schimpanse Robby zum Anlass, die Aufnahme eines bundesweiten Wildtierverbots in den Koalitionsvertrag zu fordern.  

Denise Schmidt, Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN:
"Für uns ist unverständlich, warum das Gericht die Berufung zugelassen hat. Vorausgegangen ist bereits ein jahrelanger Prozess, der die Leiden von Robby durch mehrere Gutachter bestätigte. Nach Jahrzehnten im Zirkus hätte es Robby mehr als verdient, ein artgemäßes Leben zu führen."

Wildtierverbot im Zirkus scheitert an CDU/CSU
Der Bundesrat hat die Bundesregierung in den letzten Jahren dreimal dazu aufgefordert, ein Verbot zu erlassen. Fast alle Bundesländer sowie Bundesparteien fordern ein Wildtierverbot in Zirkussen, wogegen sich die CDU/CSU sträubt.

Eine von VIER PFOTEN in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage durch das Meinungsforschungsinstitut Integral hat ergeben, dass 70 Prozent der Deutschen gegen Wildtiere im Zirkus sind.

Schutzzentrum für Schimpansen
Gutachten von Primatologen bestätigen, dass in Gefangenschaft gehaltene Schimpansen jeden Alters wieder mit Artgenossen zusammengeführt werden können. Dies ist ein langwieriger, stufenweiser Prozess und muss unter genauer Beobachtung der Tierpfleger geschehen.

Die Auffangstation Stichting Aap weist entsprechende Erfahrungen mit Schimpansen auf, die teils über Jahrzehnte in menschlicher Gefangenschaft lebten. Stichting Aap hält für Robby seit Jahren einen Platz bereit.

Das Berufungsverfahren wird vor dem Oberverwaltungsgericht unter dem Aktenzeichen 11 LB 34/18 geführt. Wann mit einem Termin zur mündlichen Verhandlung zu rechnen ist, ist derzeit noch nicht absehbar.

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