04.09.2015 08:23 Am Internetpranger

Moralapostel und Wortklauber, Denunzianten und Blockwarte

Moralapostel  Wortklauber, Denunzianten und Blockwarte

Wie kommt es dazu, dass Menschen in dieser Form über Menschen herfallen?

Von: hr - GFDK -Redaktion

Treffen kann es jeden. Es passiert immer wieder: Ein falsches Wort am falschen Netzplatz zum falschen Zeitpunkt, ein vermeintlich guter Witz oder eine mehr oder minder bedachte Äußerung getwittert, eine unüberlegte PR-Kampagne in Facebook oder nur ein "falsches" Bild bei Instagram - und schon bricht der Sturm los.

Wenn Menschen zur Meute werden

Der Sturm - gerne auch "Shitstorm" genannt. Das Netz ist voller Moralapostel und Wortklauber, Denunzianten und Blockwarte, die nur darauf warten, über den Verursacher des "Ungeheuerlichen" herzufallen. Wehe dem, der Opfer eines Shitstorms wird, der weltweit an den Internet-Pranger gestellt wird. Die digitale Meute macht sich über ihr Opfer her, die Äußerungen kennen keine geschmacklichen Grenzen.

Am Internetpranger zerstören solche Angriffe nicht nur den Ruf, sondern auch ganze Karrieren

Nobelpreisträger Tim Hunt: Nach vermeintlich chauvinistischer Bemerkungen zum Rücktritt seiner Honorarprofessur gedrängt


Der 72-jährige Biochemiker hatte auf einer Konferenz getrennte Labore für Frauen und Männer vorgeschlagen. Denn: "Drei Dinge passieren, wenn sie im Labor sind: Du verliebst dich in sie, sie verlieben sich in dich und wenn du sie kritisierst, fangen sie an zu heulen." Es folgten Sexismus-Vorwürfe in Shitstorm-Dimension, Hunt trat als Honorarprofessor am University College London zurück.

Justine Sacco: Vermeintlich rassistischer Tweet zerstörte ihre Karriere


Kurz vor ihrem Abflug nach Südafrika schrieb die unbekannte, junge Frau auf Twitter: "Ich fliege nach Afrika. Hoffentlich bekomme ich kein Aids. Nur Spaß. Ich bin ja weiß!". Während sie ohne Internetzugang im Flugzeug saß, verbreitete sich der Tweet weltweit. Empörung, Unverständnis, Witze waren die Reaktion der User, aber auch Morddrohungen. In der Folge verlor sie ihren Job.

Wie kommt es dazu, dass Menschen in dieser Form über Menschen herfallen? Was steckt in uns, das uns im Schutze der Anonymität zur Internet-Bestie werden lässt? Wie kann man sich davor schützen? Was tun Firmen, damit es nicht soweit kommt? Mit diesen Fragen wollte der hr am 30. Juli beantworten, leider sind wir nicht schlauer geworden.

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Weiterführende Links:
Wie überlebe ich einen Shitstorm?
http://adextra.de/blog/2013/03/der-shitstorm/