09.03.2013 11:22 Galerist, Zitat: Kindergarten und Schlimmer!"

Kunst passt wieder zur Gardine? Zehn Jahre Art Karlsruhe, Kitsch, Deko, Kunst?

Eva Horstick-Schmitt hat sich auf der Art Karlsruhe umgeschaut

Eva Horstick-Schmitt hat sich auf der Art Karlsruhe umgeschaut

Von: GFDK - Eva Horstick-Schmitt Profil bei Google+

Persönliche Eindrücke von der Art Karlsruhe - Wenn 220 Galeristen  15000 Werke ausstellen, können sie getrost 12000 davon als DEKO Material für jedwedes Mittelstandswohnzimmer als "schlimmer wohnen" erahnen. Gibt diese Messe Einblicke in die Dekowelten von Heute mit Konzepten der Banalitäten oder ist das der neue deutsche WEG der Kunst?

Mittelmässigkeit, Masse, und die wirklich guten Werke mit der Lupe suchen?

Der alt gediente röhrende Hirsch musste  genauso herhalten für die Leinwand , wie auch einfach nette Blockstreifen auf einer weissen Leinwand. Gemixte Farben auf überdimensionierten Bildern - allein die Grösse macht es dann?  

Einer hängte sogar ein wirklich schlecht gedrucktes Foto auf Leinwand an die Kunstmessewand und scheute sich nicht einen wahnsinnig wichtigen Stich mitten durch zu malen. Ein andere Galerie legte mitten in den Raum eine Ansammlung von bedruckten Kissen mit banalen Motiven. Herzlich willkommen in der Wirklichkeit DEUTSCHER Wohnlandschaften, vertreten durch die Kunst, oder die , die sie dafür halten.

Ist das der Sinn einer Kunstmesse 2013 im Süden von Deutschland?

Ich habe Künstlerinnen, einen Galeristen und Besucher befragt nach ihrer persönlichen Meinung zur Auswahl der präsentierten Werke .

Galerist Zitat : Kindergarten und Schlimmer!"

Skulpturenkünstlerin: "Ich bin durch sämtliche Hallen gelatscht und völlig fertig von all der Deko". Null Energie.

Besucher 60 Jahre alter Sammler: " Die wirklich guten Werke gibt es, gehen aber unter im Dekopalast für "Möbelhersteller".

Neues? Fehlalarm!

Eine andere Künstlerin sagte mir, sie müsse 2000 Euro zum Stand dazu zahlen, wie alle Künstler einer bestimmten Galerie das müssten, damit die Galerie ihren Stand bezahlen kann.

Armes Galerien-DEUTSCHLAND?

Leider habe ich die Eröffnungsrede , sowie die Rede des Künstlers Prof.Markus Lüpertz verpasst.

Hätte mich sehr  interessiert.

Die Ausstellungsflächen sind perfekt, nur die Inhalte lassen wirklich  oftmals zu Wünschen übrig.

Aus meiner Sicht war die Messe professionell installiert.

Leider liessen das viele Galerien vermissen mit ihrer Art der Sicht auf die Kunst.

Das was wir auf etlichen Messeständen sahen, war nicht mehr als Kindergartengeflüster, ausgenommen eben einiger guter Werke bei ausgesuchten Galerien, die man an 10 Fingern abzählen konnte. Was uns am meissten schockte waren banale Malereien , die zeitweise an unsere Schulzeiten erinnern liessen.

Quantität ist nicht immer gleich Qualität.

Lässt sich eine Kunst-Messe mit ausschliesslich wirklich guten und geschulten  Galeristen ein, wäre es sicher mehr als spannend. Aber bei all dem Gewusel an Kunst und Bildchen an weissen Wänden, könnte man meinen, der allgemeine Kunstverstand in DE geht den Bach herunter!

Austauschbare Deko macht keine Wahrhaftigkeit.

Aber irgendwie muss die Messeleitung  220 zahlende Galeristen auf den Plan rufen und vielleicht zählt dann eben nicht mehr insgesamt die Qualität , sondern das was am Ende eingenommen wird durch die Vermietung der QM. Wer auf einer Art Cologne war, der sieht zumeist einen enorm grossen  Anteil an guten und renomierten Galerien und keine Lückenfüller.

Hier ist es umgekehrt.

Es gibt einige gute und der Rest ist Geschichte.

Das Volk, welches über Kunst schwadroniert , zahlt 25 Euro für den Katalog, in dem zum grössten Teil eben Galerien vertreten sind, die das passende Outfit für ihre Wohnung anbieten.

Sammler würden derartiges wahrlich nicht kaufen.

Die Ausstellungsflächen sind perfekt, nur die Inhalte lassen wirklich oftmals zu Wünschen übrig. Inhalte gibt es in DE immer weniger, was zählt ist der Markt und die Eitelkeiten. Nach dem Motto : "Ich war als Galerie dabei!" selbst wenn ich auch meinen Stand auf der Messe die Künstler zahlen lasse. Was solls. Austauschbahre Bühne einer nach rückwärts gerichteten Szene, die auf ihren hohen Hacken der Eitelkeiten sich irgendwann die Beine bricht.

Es war mehr als langweilig hätte es nicht die perfekte Organisation gegeben, aber was nützt der Schein? Sauber und adrett . Alles perfekt.

Das Sein wäre mir lieber.

Das echte und authentische Werk scheint in DE  fast kein Gehör mehr zu finden.

Es gab einige interessante Skulpturen, die sicher sehenswert sind , wie auch Gemälde, die eine treffliche Aussage haben, sowie etliche Fotografien eine Augenweide darstellen.

Insgesamt aber ist die "Kunstmesse" für mich eine Enttäuschung und einige Galeristen haben das auch klar kommuniziert indem sie die Messequlität in frage stellten. Öffentlich äusern will sich aber keiner von ihnen, Warum? Angst vor der Wahrheit, dass diese Messe in Wirklichkeit gehypt wird u.a. durch die gute PR. Den Namen Kunstmesse hat man nur verdient, wenn alle wirklich guten Galerien in einer einzigen Halle wären und den Rest nach Hause schickt. Dann wären allerdings viele Hallen leer.

Nur reicht das aus für eine Messe, die sich im Vorfeld schon selbst erhebt über den Rest der Republik?

Eva Horstick-Schmitt

Die art Karlsruhe (Eigenschreibweise art KARLSRUHE) ist eine internationale Kunstmesse für Klassische Moderne und Gegenwartskunst in Karlsruhe. Sie wird von der Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH seit 2004 jährlich im März auf dem Gelände der Messe Karlsruhe durchgeführt. Gründer und Künstlerischer Leiter ist der Galerist Ewald Karl Schrade. Die art Karlsruhe findet jeweils Anfang März statt, im Jahr 2013 vom 7. bis 10. März. Quelle: wikipedia

art KARLSRUHE 2013

Mit Leidenschaft für die Kunst

Die art KARLSRUHE feiert 2013 ihr 10-jähriges Bestehen. One-Artist-Shows, großzügige Skulpturenplätze sowie exklusive Sonderausstellungen sind die Basis für die Erfolgsgeschichte der art KARLSRUHE, die sich zu einer der wichtigsten Kunstmessen im deutschsprachigen Raum entwickelt hat.

Feiern Sie mit uns, wenn die art KARLSRUHE im Jubiläumsjahr erneut den Bogen von der Klassischen Moderne zur Gegenwartskunst spannt. Quelle: www.art-karlsruhe.de