24.08.2017 07:53 Es ist nicht alles Gold was glänzt

KULTUR IM GESPRÄCH - Angelika Wende stellt im Silbernen Salon die Frage: Künstler! Wieso wird man so was?

Dietmar Gross

Es ist nicht alles Gold was glänzt - Dietmar Gross

Silbernen Salon

Silbernen Salon

Christoph Sauer

Christoph Sauer

Max Rohland

Max Rohland

Alexander Pfeiffer

Alexander Pfeiffer

Angelika Wende

Angelika Wende

Von: GFDK - Angelika Wende

Ein freischaffender Künstler, so mag sich mancher vorstellen, der malt oder bildhauert, der fotografiert oder installiert,  der schreibt oder Musik macht, verkauft seine kreative Arbeit, wird reich und berühmt und kann seinen Lebenstraum leben. 

Doch der Kunstmarkt ist ein launisches und unberechenbares Wesen. In Deutschland können nur fünf Prozent der Künstler von ihrer künstlerischen Arbeit existieren. Allein in Berlin leben mehr als fünftausend Künstler, fast alle ohne große Namen und mit wenig oder gar keinem Erfolg.

Sie stapeln ihre Arbeiten in Kellern, auf Dachböden und in Schubladen. Sie schlagen sich mit irgendwelchen Jobs durch. Wenn das nicht mehr funktioniert, sind auch sie angewiesen auf staatliche Unterstützung.

Warum werden sie dann Künstler, fragt sich da mancher. Was ist der Antrieb, den diese Menschen haben? Ein Antrieb, der so stark ist, dass sie nicht anders können, als tun, was sie tun, gegen alle Vernunft?

Gibt es die typische Künstlerpersönlichkeit, liegt da etwas im Wesen dieser Menschen, dass allen gemeinsam ist, oder ist es, wie Sigmund Freud einmal sagte, in der Tat so, dass das Wesen der künstlerischen Leistung psychoanalytisch unzugänglich ist?

Jahrzehnte später erscheint eine Studie von James MacCabe, Professor für Psychiatrische Epidemiologie am King’s College London, veröffentlicht im „British Journal of Psychiatry“, die darauf hindeutet, dass manische Zustände die intellektuellen und kreativen Leistungen erhöhen können.

Personen, die unter Manien leiden, so die Ergebnisse, sind oft geistreich und erfinderisch. Sie scheinen ein größeres Vokabular und Erinnerungsvermögen zu besitzen als andere.

Sie neigen, so die Studie weiter, zu extremen emotionalen Reaktionen, die es ihnen ermöglichen, ihre künstlerischen, literarischen und musikalischen Talente zum Vorschein zu bringen.

Aha, wird da so mancher sagen, ich habe es schon immer vermutet: Künstler sind irgendwie nicht ganz „normal“. Ist das so? Oder sind gerade Künstler die Normalen in einer Welt, die Kreativität und alle aus ihr erwachsende Kunst nur wenig belohnt und das in jeder Hinsicht?

Sind sie die Normalen, weil sie ausleben und ausdrücken, was in ihnen angelegt ist, weil sie ihre Gaben und Potentiale als Aufgabe begreifen und sie erfüllen, auch gegen widrige Umstände und dem Verzicht auf ein komfortables Leben?

Es mag sein, dass Künstler anders sind, dass Ihr Leben beherrscht wird von ihrer Kunst. Es mag sein, dass da eine Stimme in ihnen ist, die sagt: „ Du musst das tun und alles andere kommt danach, oder nicht.

Für viele Künstler ist ihre Kunst wie eine Geliebte oder ein Geliebter, ihre Leidenschaft, ihre Liebe. Einsamkeit unter Künstlern, ob heute oder damals, ist weit verbreitet. Wer Kunst macht, macht das nicht so nebenbei.

Es ist ein lebenslanger Schaffensprozess, fernab aller Romantisierungen des Künstlerdaseins. Kunst ist Arbeit, die von dem, der sie macht viel fordert, auch Zeit und die Beschäftigung mit dem eigenen Selbst, aus dem alle Kunst geboren wird.

Ist also der Urgrund aller Kunst der Narzissmus? Oder wird man Künstler, weil nichts anderes möglich ist, nach allen gescheiterten Versuchen etwas anderes zu tun. John Cassavetes sagte einmal:

"Man ist erst Künstler, wenn man merkt, dass man einer ist, verstehen Sie? Wenn man nicht anders leben kann. Man versucht alles Mögliche und wenn gar nichts geht, wird man Künstler. Es ist für jeden die letzte Möglichkeit. Der letzte Ausweg."

Im Silbernen Salon, am Montag, dem 13. Dezember 2010 um 19 Uhr 30 Uhr im Foyer des performance art depot in Mainz, widmet sich Angelika Wende diesem Thema. Sie fragt: „Künstler! Wieso wir man so was?“

Ein Maler, ein Schriftsteller, ein Schauspieler und ein Sänger erzählen, wie sie leben mit und von ihrer Kunst und diskutieren darüber, ob es den typischen Künstler wirklich gibt.

Namen der Gäste in der Reihenfolge der angehängten Fotos:

1. Christoph Sauer

2.Max Rohland

3.Alexander Pfeiffer

4.Dietmar Gross

Musikalischer Live Act:

Christoph Sauer

Der Gentleman unter den Chansonniers

Außerdem gibt es zum Thema in den Räumen des performance art depot eine Soundinstallation von Angelika Wende mit Statements von Menschen, die über diese Frage nachgedacht haben.

Der Silberne Salon

KULTUR IM GESPRÄCH

von und mit Angelika Wende

“Reden ist Silber - Es ist nicht alles Gold was glänzt!”

Am Judensand 57c

55122 Mainz

angelikawende@remove-this.aol.com