28.03.2012 07:33 Einzeltäter - Einzeltäter - Einzeltäter

Kommentar von Marco Pino - Krude Thesen über Mohammed Merah - Ein Anhänger der Friedensreligion und folglich ein Einzeltäter ?

Beliebtes Gefährt unter französischen Einzeltätern: Yamaha T-MAX 2008 (Bild: PekePON; Quelle: Wikipedia:

Von: Marco Pino

Um die Mordserie von Toulouse ist es glücklicherweise und angemessen schnell wieder relativ ruhig geworden. Groß war in der vergangenen Woche weltweit die Bestürzung, gleichwohl die Sorge, es könne sich bei dem Täter um ein Mitglied einer der unzählbar vielen Terrororganisationen handeln, die in der jüngeren Vergangenheit mit tausenden Anschlägen weltweit für Angst und Schrecken sorgten.

Und der Verdacht lag durchaus nahe, dass das Motiv für die abscheulichen Taten jene menschenfeindliche, rassistische und hasserfüllte Ideologie sein musste, die weit über terroristische Milieus hinaus den Geist von Millionen Menschen befallen hat: Rechtsextremismus.

Dementsprechend groß war am vergangenen Donnerstag die Erleichterung als bekannt wurde, dass es sich bei dem Mörder von Toulouse um Mohammed Merah, einen Anhänger der Friedensreligion und folglich um einen Einzeltäter handelte.

Sein gänzlich überflüssiger und bedauernswerter Tod sorgte vor allem unter anderen Einzeltätern für große Bestürzung. In Toulouse liefen sich rein zufällig 30 Einzeltäter über den Weg, als jeder einzelne von ihnen ganz für sich allein für Mohammed Merah demonstrieren wollte.

Noch größer war die Anteilnahme im Internet: Über 10.000 Einzeltäter stolperten rein zufällig über eine Seite, die ein unbekannter Einzeltäter zur Huldigung Mohammed Merahs eingerichtet hatte, und bekundeten dort, freilich jeder einzeln, ihre Solidarität mit dem verstorbenen Einzeltäter.

Zudem wurde jüngst bekannt, dass es sich bei Abdelkader Merah, rein zufällig der Bruder des Getöteten, ebenfalls um einen Einzeltäter handeln könnte. Des Weiteren ließ Vater Merah, rein zufällig ebenfalls mit Mohammed und Abdelkader Merah verwandt, am Dienstag die trauernde Weltöffentlichkeit wissen, dass er gedenkt, den französischen Staat für die skandalöse Ermordung seines Sohnes anzuzeigen.

Derweil wurde dem arabischen TV-Sender Al-Dschasira (deutsch: „EinzeltäterTV“) ein Video zugespielt, das offenbar Mohammed Merah bei seinen Einzeltaten zeigt. Der Einzeltäter soll seine Morde bekanntlich gefilmt haben.

Da Mohammed Merah tot ist und Abdelkader Merah im Gefängnis sitzt, mutmaßen Sicherheitskräfte, Journalisten und Imame, dass es noch einen dritten Einzeltäter geben muss, der das Video von den Einzeltaten an Einzeltäter-TV geschickt hat.

Das wäre durchaus möglich, denn Mohammed Merah hatte sich bekanntlich im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet zum Einzeltäter ausbilden lassen. Dementsprechend gut könnte Merah mit anderen Einzeltätern vernetzt gewesen sein. Die Redaktion von EinzeltäterTV übergab das Video inzwischen der französischen Polizei.

Die Franzosen wiederum rätseln derzeit, was sie mit dem Leichnam des Einzeltäters machen sollen. In seiner Heimatstadt Toulouse möchten die Behörden die sterblichen Überreste Mohammed Merahs lieber nicht bestatten. Das Grab könnte schließlich zur Pilgerstätte für Einzeltäter werden.

Daher nahmen die Franzosen bereits mit Algerien Kontakt auf, jenem Land inmitten der Einzeltäterischen Welt, in dem Familie Merah ihre Wurzeln hat. Sollten auch die Algerier kein Interesse an einer Pilgerstädte für Einzeltäter haben, bliebe als letzter Ausweg wohl nur das, was die Amerikaner mit dem Leichnam des bekannten Einzeltäters Osama bin Laden gemacht haben: Ins Meer kippen. Am besten wohl in Einzelteilen.

Während die Ereignisse in Toulouse von deutschen Mainstream-Medien mit einer geradezu vorbildhaften Sachlichkeit behandelt werden, machen sich in den Sphären des Internets, insbesondere auf kruden Hetzer-Seiten wie „Politically Incorrect“, wildeste Spekulationen und krudeste Thesen breit.

Im Forum des bekannten, einzeltäterphoben Blogs wurden sogar Leserkommentare veröffentlicht, in denen es kruderweise hieß, Mohammed Merah sei kein Einzeltäter gewesen.

Auf „Politically Incorrect“ hatte es in der Vergangenheit immer wieder krude Behauptungen gegeben, weswegen die seriöse, für ihre Objektivität bis in die Andromedagalaxie bekannte Frankfurter Rundschau einst mit Blick auf den kruden Blog von einem „Netzwerk der Einzeltäterhasser“ sprach. Eine Bezeichnung, die zwar hart klingt, die sich nun aber einmal mehr zu bestätigen scheint.

Ruhig ist es indes um Aiman Mazyek geworden. Der Vorsitzende des Zentralrats der Einzeltäter in Deutschland hatte noch am vergangenen Donnerstag mit einem flammenden Plädoyer für Freiheit, Brüderlichkeit und Gerechtigkeit auf sich aufmerksam gemacht.

Darin appellierte Mazyek an die Tausenden rechtsextremistischen Terrorzellen im Deutschland, gleichwohl an ihre Millionen und Abermillionen heimlichen Unterstützer in westlichen Gesellschaften, ihren tief verwurzelten Hass, ihre Intoleranz und ihre Neigung zu Terror und Gewalt im Sinne des friedlichen Miteinanders endlich aufzugeben.

Glücklicherweise stellte sich kurze Zeit später heraus: Falscher Alarm! Kommando zurück! Es war schließlich nur ein Einzeltäter.

Marco Pino Unter dem Pseudonym Frank Furter machte sich der Sohn einer Deutschen und eines Spaniers einen Namen in der politischen Bloggosphäre der Republik. In seiner Kolumne auf Citizen Times kommentiert der Frank Furter so ziemlich alles, was in Sachen Wirtschaft, Gesellschaft und Politik nicht spätestens bei Drei auf die Bäume ist.

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