26.05.2012 13:45 Mit Vorsorge meinte ich nicht, eine Hungersnot

Kommentar von Heinz Sauren zur Euro Krise - Vorsorge bedeutet sich von Ballast zu befreien - Gefängnis für geringe Verbindlichkeiten?

Heinz Sauren

Heinz Sauren

Von: Heinz Sauren Profil bei Google+

Unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Tatsachen, muss ich davon ausgehen, dass unsere Bundesregierung einen Plan B, für den Fall des Zusammenbruchs des Euro hat. Einen Plan der für die meisten von uns Existenz bedrohende Einschnitte vorsieht und nur deshalb nicht publik wird, da die Offenbarung einem politischen Selbstmord gleich kommt.

Er wird erst publik gemacht werden, wenn die Situation so dramatisch ist, dass dieser Plan dann das geringere Übel ist. Wir werden es bald sehen. Ich empfehle jedem dringend, für sich selbst Vorsorge zu betreiben und sich nicht auf die beruhigenden Worte der Politik zu verlassen.

Wenn es zu einer Währung bedingten Systemkrise kommt, bedeutet das nicht das Verbindlichkeiten oder Forderungen aus Vertrags- oder Schuldverhältnissen sich auflösen. Im Gegenteil, der daraus entstehende Druck sowie Konsequenz wird wesentlich stärker, da auch die Gläubiger ihr Kapital sofort haben oder wiederhaben wollen.

Alles was als Schuld oder Pflicht gegenüber einem anderen ausgelegt werden kann, wird problematisch. Der Staat wird versuchen das System zu stabilisieren und damit denen die etwas fordern können wesentlich mehr Rechte zugestehen um einen Kapitalfluss auch ohne Produktivität zu gewährleisten. In der Vergangenheit bedeutete das in anderen Ländern oft Gefängnis für auch schon geringe Verbindlichkeiten.

Beispiele konnten wir bereits im Laufe der letzten Jahre in den USA sehen. Viele verloren ihr Haus oder ihr Auto, obwohl sie die Raten weiter hätten zahlen können.

Die Banken nahmen ihr Geld nicht mehr, da sie die Bonität neu einstuften (scouring) und antworteten mit sofortiger Rückforderung der Gesamtsumme, Zwangsvollstreckung und Strafanzeigen ( eine nicht bezahlte Rechnung, rechtfertigt immer den Anfangsverdacht des Betruges - auch in Deutschland -. Die Deutsche Bank war ein Vorreiter und kam mit dieser Nummer durch.

Es macht keinen Sinn mehr das Finanzsystem zu kritisieren. Es sind nur Heldenlieder oder Schmäh-Gesänge auf einen Toten. Wie ein Huhn rennt dieser Toter auch trotz abgeschlagenem Kopf, noch ein wenig weiter. Es ist nun an der Zeit sich den Fragen des "danach" zu stellen, sonst kann aus dem Toten schnell eine Hydra werden, deren Kopf nach wächst.

Während die meisten noch staunend das Sterben des Mollochs bewundern, sind die Profiteure nicht untätig geblieben. Sie beginnen schon heute ihr Modell für das danach zu präsentieren. Es bleibt nur noch wenig Zeit, dann werden sie ihre bestimmende Stellung auch für die Zukunft gesichert haben.

Wir sind dann auf ihre große Lüge herein gefallen und erwarten noch immer den Crash, der aber schon 2008 war und werden eine historische Chance verpasst haben. Schuld daran tragen nicht die Profiteure, sondern die denkfaulen Durchschnittsbürger, die durch ihre naive Passivität die Ketten ihrer Knechtschaft neu schmieden.

Die breite Masse fördert eine bemerkenswerte Naivität zu Tage. Langsam dämmert ihr, dass mit diesem Finanzsystem etwas nicht stimmt und einige Fehler werden ihr offenbar. Der Räuber ist erkannt. Doch anstatt selbst das Heft in die Hand zu nehmen, zeigen sie nun mit dem Finger auf den bösen Räuber, der in ihrer infantilen Logik nun als solcher erkannt, natürlich sofort aufgibt.

Sie Schulmeistern den bösen Buben, als ob dieser nicht viel besser um die Fehler des Systems wüsste. Während sie nun in ihrer Naivität die demütige Reue des so gemaßregelten erwarten, besinnt sich dieser seiner Stärken.

Seit Beginn der Krise wird von den Eliten der Finanz- und Wirtschaftswelt eine Heerschar von Politologen, Ökonomen, Soziologen und Medienberater bezahlt, die nur eine Aufgabe haben. Die Situation zu verschleiern und die Profite in eine neue Zukunft zu retten.

Es ist ihnen egal, ob es im nachhinein als unfair oder amoralisch gesehen wird, sie schaffen Fakten und der Narr auf der Straße will ihnen Glauben, weil sie ihm Angst machten, das sein Mallorca Urlaub oder sein Mittelklasse-Kombi sonst in Gefahr ist. Wir opfern die Chance auf eine gerechtere Zukunft den Erfolgsdevotionalien einer feigen Spießergesellschaft.

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