01.07.2017 07:32 eine ewige Liebesbeziehung

Kölner Liebesbeziehung - Köln kann französisch

Der Koelner Proustforscher und-sammler Prof Dr. Reiner Speck wurde in Koeln für sein Werk geehrt

Der Kölner Proustforscher und-sammler Prof. Dr. Reiner Speck (links) und Konrad Adenauer, Foto (c) Herwig Nowak

Von: GFDK - Herwig Nowak

Mit diesem der heutigen Umgangssprache nachgebildeten Titel wird geradezu eine Liebesbeziehung dokumentiert, die die alte Stadt Köln zu ihrem westlichen Nachbarn Frankreich unterhält. Sie mag erstaunlich sein, bestanden doch die historischen Bezüge beider in einer französischen Okkupation, die überdies noch nicht einmal lange währte. Aber die napoleonische Besetzung der alten freien Reichsstadt, die hier gemeint ist, brachte dieser den Sprung aus dem Mittelalter in die Neuzeit und dem dankt die Stadt noch heute.

Daher nimmt es nicht wunder, dass alles, was französisch ist, in Köln zunächst einmal als gut gehalten wird. Den Repräsentanten der französischen Administration und der französischen Wirtschaft schlägt in Köln erst einmal Wohlwollen entgegen. Das gilt namentlich für das französische Institut in Köln, einem der grössten im Lande, das als kompetenter Träger französischer Kultur, französischen Denkens und der französischen Sprache wahrgenommen wird.

Als vor wenigen Jahren in Frankreich der perfide Gedanke geboren wurde, im Rahmen eines finanziellen Engpasses über eine Schliessung des Instituts nachzudenken, war die Reaktion ein lebhafter bürgerschaftlicher Protest, der zur Gründung eines überaus aktiven Fördervereins von Kölner Bürgern führte, der unter dem Vorsitz von Konrad Adenauer die dargestellte Absicht in die Hölle der Verdammnis beförderte und damit bis auf den heutigen Tag erfolgreich blieb.

Jedes Jahr trifft sich die Stadt zu einem Sommerfest im französischen Institut. In diesem Jahr erstmals gemeinschsaftlich ausgerichet von eben jenem Förderverein, dem Kölner Presseclub und der Deutsch-Französischen Gesellschaft in Köln, stand das Fest unter dem Motto "Nulla dies sine musica" und widmete sich den musikalischen Bezügen von Frederic Chopin zu Frankreich. Seine in Frankreich entstandenen berührenden Klavierwerke wurden meisterhaft dargeboten von dem polnischen Klaviervirtuosen Slavomir
Olszamowsky.

Aber noch einen Höhepunkt hielt das Fest vor. Der Kölner Proustforscher und-sammler Prof Dr. Reiner Speck wurde für seine Verdienste um das Werk des französischen Dichters Marcel Proust geehrt, die sich insbesondere im Aufbau der weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannten "bibliotheca proustiana
Reiner Speck" manifestieren. Der Kölner Romanist Prof. Dr. Wolfram Nitsch hielt die verdiente Laudatio.


Herwig Nowak