09.09.2017 12:08 eine Institution in der Musikwelt

Klangvolle Jahre - 70 Jahre WDR Sinfonieorchester in Köln

WDR Sinfonieorchester feiert 70 jaehriges Bestehen

Das WDR Sinfonieorchester hat seinen Platz im Rampenlicht der Musikwelt erreicht und feiert 70-jähriges Bestehen (c) WDR/ ARD

Von: GFDK - Herwig Nowak

Es ist noch nicht so lange her da wurden Rundfunksymphonieorchester nur mit Bedenken der Spitzenklasse  der philharmonischen Klangkörper zugerechnet. Diese Zeiten sind indessen lange vorbei. Seit 70 Jahren nämlich als der Westdeutsche Rundfunk - damals noch unter der Bezeichnung Nordwestdeutscher Rundfunk - sein Sinfonieorchester ins Rampenlicht der Welt schickte.

Aller Anfang ist schwer und das galt namentlich in den kriegszerstörten Städten, auch in Köln. Das Premierenkonzert fand dementsprechend ausserhalb der Mauern dieser Stadt, und zwar am 18. September 1947- also vor 70 Jahren - in Siegburg statt, einem Ort, der weder vorher noch nachher Musikgeschichte geschrieben hat. Zwei glückhafte Kriterien bestimmten und bestimmen noch heute das Aufblühen des Orchesters und katapultierten es in die Spitzenklasse: die regelmässige Ergänzung namhafter Chefdirigenten durch weltberühmte Gastdirigenten, von denen hier nur genannt seien: Carlos Kleiber ,Rafael Kubelik, Karl Böhm und Carl Maria Giulini.

Unvergessen die hohe Authentizität der Wiedergaben unter Hans Knappersbusch. Man glaubte, man hörte der Komponisten spielen. Aber sie alle hinterliessen ihre musikalischen Spuren und prägten die hohe Qualität des Orchesters.

Daneben kann man den Klangkörper als einen Spezialisten für Neue Musik ansprechen. Die Beschäftigung mit ihr war darüber hinaus klangbildend für die Wiedergabe romantischer und generell klassischer Musik. Zahllos sind jedenfalls  die Erst-und Uraufführungen Neuer Musik, etwa von Karlheinz Stockhausen, Luigi Nono, Bernd Alois Zimmermann oder Krzyszof Penderecki. Nicht „neu sein „um jeden Preis war das Anliegen dieser Orchesterpolitik, sondern es galt, neue  Spieltechniken und ungewohnte Notationen kennen zu lernen und als Spielkörper mit der Zeit zu gehen.

Die Öffnung des Orchesters für Neue Musik steht für seine Öffnung für eine neue Kunstform und ist schon deshalb mit höchstem Lob zu bedenken. Sie dient aber gleichermassen der  musikalischen Begleitung des Publikums hin zu neuen musikalischen Erkenntnissen. Und für junge Künstler ist sie ein geradezu unverzichtbares Sprungbrett hin zu musikalischer Bekanntheit.

Herwig Nowak