26.07.2018 14:31 Bärin Kvitka muss nie wieder kämpfen

Kampf gegen die Bärenhetze - Kampfbärin darf in den Bärenwald

Baerin Kvitka im Kaefig auf der ukrainischen Jagdstation wurde von VIER PFOTEN gerettet

Bärin Kvitka im Käfig auf der ukrainischen Jagdstation wurde von VIER PFOTEN gerettet. © VIER PFOTEN

Baerin Kvitka im BAERENWALD Domazhyr. Hier kann der Baer nach acht jahren Kampf endlich so Leben wie es sich fuer sene Art gehoert

Bärin Kvitka im BÄRENWALD Domazhyr. Hier kann der Bär nach acht jahren Kampf endlich so Leben wie es sich für sene Art gehört. © VIER PFOTEN

Von: GFDK - Reden ist Silber

Hamburg / Domazhyr, - Die internationale Stiftung für Tierschutz VIER PFOTEN hat Bärin Kvitka von einer Jagdstation im ukrainischen Terebovlya gerettet. Die Tierschützer brachten die Bärin in ein von VIER PFOTEN gebautes Bärenschutzzentrum, den BÄRENWALD Domazhyr bei Lemberg.

Auf den Transfer folgte direkt eine dringend notwendige Zahn-Operation. Vor ihrer Rettung wurde die achtjährige Braunbärin regelmäßig zum Abrichten von Jagdhunden missbraucht. Ihren kleinen Käfig durfte sie nur verlassen, um in der sogenannten „Bärenhetze“ gegen Hunde zu kämpfen.


Bärenexperte Carsten Hertwig von VIER PFOTEN war bei der Rettung von Kvitka vor Ort:
„Bei der Bärenhetze werden Jagdhunde auf einen angeketteten Bären gehetzt, um ihre Jagdfähigkeiten zu trainieren.

Die Bären sind oft unterernährt und teilweise werden ihnen sämtliche Krallen entfernt, damit sie die Hunde nicht ernsthaft verletzen können. Sie können sich kaum wehren. Seit Jahren kämpfen wir für die Abschaffung dieser grausamen Praxis.

Für Kvitka hat dieses Martyrium endlich ein Ende. Sie kann nun ein friedliches Leben in unserem artgemäßen Schutzzentrum führen.“ Dringend notwendige Zahn-OP - Noch vor Ort wurde Bärin Kvitka tierärztlich untersucht.


Veterinärmediziner Marc Gölkel vom Leibniz Institut für Zoo und Wildtierforschung (IZW) in Berlin: „Die jahrelange Haltung in einem vier Quadratmeter großen Käfig hat deutliche Spuren bei Kvitka hinterlassen.

Ihr Gesundheitszustand ist soweit stabil, allerdings sind ihre Zähne durch mangelhafte Ernährung und das Beißen an Gitterstäben in sehr schlechtem Zustand. Sie hatte außerdem eine komplexe Fangzahnfraktur, die eitrig entzündet war und schnellstmöglich behandelt werden musste.

Wir haben deshalb entschieden, sie gleich am Tag nach der Rettung zu operieren.“ Die Operation ist gut verlaufen und das Team aus Tierärzten und Tierpflegern vor Ort kümmert sich nun fürsorglich um Kvitka, damit sie sich gut in ihrem neuen Zuhause einleben kann.

Bärenhetze in der Ukraine

Dank des Einsatzes von VIER PFOTEN ist die Bärenhetze in der Ukraine bereits seit 2015 gesetzlich verboten. Da das Gesetz zwar diese grausame Praxis, aber nicht generell die Haltung von Bären auf Jagdstationen untersagt, werden Braunbären teilweise trotzdem gehalten und illegal für die Hetze missbraucht.

VIER PFOTEN fordert die Verschärfung des bestehenden Gesetzes, damit in Zukunft auch die Haltung von Braunbären auf Jagdstationen oder in Restaurants und Hotels generell verboten wird und keine Bären in der Ukraine mehr solchem Leid ausgesetzt werden.

Erst kürzlich hat VIER PFOTEN über 100.000 Unterschriften einer Petition zum Verbot von Bärenhaltung auf Jagstationen an die ukrainische Regierung übergeben.

Schon acht gerettete Bären im ukrainischen Tierschutzzentrum

Der BÄRENWALD Domazhyr wurde im Oktober 2017 offiziell für Besucher eröffnet. Mit Neuzugang Kvitka leben derzeit acht Bären auf dem insgesamt 7,7 Hektar großen Areal. In den kommenden Jahren wird das Bärenschutzzentrum weiter ausgebaut.

Nach Beendigung sämtlicher Bauarbeiten wird das Zentrum ein Ausmaß von 20 Hektar umfassen: Platz für bis zu 30 leidgeprüfte Bären. Mit der Errichtung des BÄRENWALD Domazhyr hat VIER PFOTEN ein artgemäßes Zuhause für gerettete Bären geschaffen und unterstützt so die ukrainische Regierung bei der Durchsetzung des Verbots der Kampfbärenhaltung im Land.

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