18.01.2016 09:20 Stoppt endlich diesen Wahnsinns-Krieg

Jürgen Todenhöfer wendet sich an seine Freunde - STOPPT DEN SYRIENKRIEG

Der Spiegel verbreitet Luegen ueber Juergen Todenhoefer

Der Spiegel bringt einen absurd schlecht recherchierten Artikel über Jürgen Todenhöfer um sein Ansehen zu beschädigen.

Stoppt den Syrienkrieg

Stoppt den Syrienkrieg.

Von: Frederic und Jürgen Todenhöfer

Der "Spiegel" hat in seiner neuesten Print-Ausgabe eine Lügengeschichte über Jürgen Todenhöfer von einem enttäuschten Reisebegleiter geschrieben. Ohne jegliche Prüfung oder Nachfrage, weil man Todenhöfer, den man ohnehin nicht besonders mag diskreditieren will, wurde die Geschichte veröffentlicht.

Das Ansinnen des "Spiegel" ist den guten Ruf von Jürgen Todenhöfer zu beschädigen. Also wurde die Geschichte gedruckt. Hier hat mal wieder der Qualitätsjournalismus Blüten geschlagen. Auch möchte ich anmerken, dass der "Spiegel" ganz bewußt den Artikel in der Print-Ausgabe gebracht hat und nicht auf "Spiegel-Online". Die Netz-Gemeinde hätte den "Spiegel" zerrissen und davor hatten sie Manschetten.

SPIEGEL, DU BIST TIEF GEFALLEN - Von Frederic Todenhöfer

Liebe Freunde, der Spiegel hat schon wieder einen absurd schlecht recherchierten Artikel über meinen Vater und sein Buch ‘Inside IS’ geschrieben. Niemand hat den IS in den letzten 12 Monaten härter auseinandergenommen als mein Vater. Trotzdem nimmt sich der Spiegel heraus, Jürgen Todenhöfer als IS-Propagandisten darzustellen. Geht’s noch?

Der Artikel beruft sich auf ‘Malcolm’, der uns in den IS begleitet hatte. Er enthält eine ungewöhnlich hohe Anzahl an leicht nachweisbaren Falsch-Behauptungen. Ich habe unsere IS-Reise minutiös dokumentiert: In Film-Foto-und Audio-Aufnahmen. Und in einem 128-Seiten-Protokoll. Ende Februar erscheint mein Dokumentarfilm.

‘Malcolm’ (Matthias R.) ist der Meinung, dass seine Rolle als Reise-Begleiter meines Vaters in ‘Inside IS’ nicht ausreichend gewürdigt wurde. Meiner Schwester sagte er vor wenigen Tagen im Beisein einer Kollegin wütend: 'Er sitze zuhause rum, während wir berühmt würden. Sogar ein Theaterstück und eine Doku würden wir jetzt machen. Und ich, Freddy, bekäme alle Credits.' Das alles scheint ihn sehr zu wurmen. Matthias würde offenbar gerne auch im TV auftreten. Und er wird alles tun, um das zu schaffen. Trotz aller Enttäuschung tut er mir fast schon wieder leid.

Mein Vater hat für derartigen Kinderkram und gekränkte Eitelkeiten keine Zeit. Es gibt in diesen schwierigen Tagen Wichtigeres zu tun. Er lässt sich daher nicht von seinem Weg abbringen, auch wenn manche das offenbar gerne hätten.

Die erneute Attacke des Spiegel erinnert mich an die total negative ‘Inside IS’ - Buchbesprechung durch den Spiegel-Kolumnisten Jan Fleischhauer vor mehreren Monaten. Als mein Vater Fleischhauer in meinem Beisein telefonisch fragte, wie er zu derart merkwürdigen Ergebnissen komme, antwortete er: Das könne er auch nicht so genau sagen. ´Er habe das Buch gar nicht gelesen.´ Spiegel-Gründer Rudolf Augstein würde sich im Grab umdrehen, wenn er so etwas erfahren würde. Natürlich werden wir gegen den Artikel rechtlich vorgehen. 'Schade Spiegel, du bist tief gefallen.'

Euer Frederic Todenhöfer

Während der "Spiegel" seine Attake auf Jürgen Todenhöfer fährt geht das Morden in Syrien munter weiter. Am 17. Januar meldet auch die "ARD" -  "Die Terrormiliz "Islamischer Staat" hat in der ostsyrischen Stadt Deir al-Sor offenbar ein Massaker angerichtet. Es soll mindestens 130 Tote geben. Syrische Quellen sprechen gar von bis zu 300 Toten. Weitere 400 Zivilisten sollen zudem vom IS entführt worden sein".

Die Russen helfen wo sie Können

Nach Berichten über die schlechte Situation in dem Gebiet hatte ein russisches Transportflugzeug zuletzt 22 Tonnen Lebensmittel und Medizin über Deir al-Sor abgeworfen. Bürgerrechtlern zufolge sind dort mindestens 250.000 Menschen eingeschlossen, der IS verhindert demnach, dass Nahrung und Arzneien auf dem Landweg in die Stadt gebracht werden können. Die gleichgeschalteten deutschen Medien hatten einige Tage lang fast pausenlos über angebliche von Bashar Al-Assad verhungerte und abgemagerte Kinder aus dem syrischen ‪‎Madaja‬ berichtet. Nun stellt sich jedoch heraus, dass das alles Propaganda war.

STOPPT DEN SYRIENKRIEG

Jürgen Todenhöfer schreibt: Liebe Freunde, vor genau einem Jahr waren Frederic und ich im "Islamischen Staat". Diesmal sprechen wir in Syrien mit einem Führer der angeblich gemäßigten Rebellen-Organisation 'Jaish al-Islam'. Und mit dem syrischen Diktator Bashar al-Assad. Die übliche Kritik an diesen Gesprächen darf mich nicht interessieren. Wer Frieden will, muss mit allen reden. Notfalls mit dem Teufel.

"Islamische Front" von Saudi-Arabien finanziert

In einer ärmlichen Mietwohnung von Damaskus treffen wir 'Haji Omar'. So sein Deckname. Ihm unterstehen in Ghouta, einem Damaszener Vorort, 3000 Kämpfer. Seine Organisation gehört zur sogenannten 'Islamischen Front'. Sie wird von Saudi-Arabien finanziert und arbeitet eng mit dem Al Qaida-Ableger Jabhat Al Nusra zusammen.

Seit über zwei Jahren ist Ghouta von den Truppen des Assad-Regimes eingekesselt. Über drei Stunden hat Haji Omar gebraucht, um durch ein geheimes unterirdisches Tunnelsystem die Belagerung Ghoutas zu durchbrechen. In Friedenszeiten braucht man 15 Minuten.

Haji Omar ist schwer bewaffnet. In seiner Hose steckt eine italienische Maschinenpistole, eine Beretta M12. In seiner Jacke zwei Handgranaten. Ganz unvermittelt holt er eine Granate heraus. Demonstrativ beginnt er mit ihr herumzuspielen. Er will zeigen, dass er auf alles vorbereitet ist. Fürchtet er eine Falle? Unter seiner Kleidung trägt er Sprengstoff. 20 seiner Kämpfer sichern das Umfeld des Hauses, in dem wir uns treffen.

Die Gesprächs-Atmosphäre ist äußerst gespannt. Trotzdem lädt uns Haji Omar am Ende zu einem Besuch Ghoutas ein. Fast pathetisch sagt er, er selbst werde uns durch die 1 Meter breiten und 1,5 Meter hohen Tunnels nach Ghouta bringen. Und jeden Tag ein Lamm für uns schlachten. Er garantiere persönlich für unsere Sicherheit.

Politisch ist Haji Omars Haltung unerbittlich. Frieden werde es nur geben, wenn die syrisch-russischen Bombardements und die Belagerung aufhörten und alle politischen Gefangenen freigelassen würden. Assad dürfe bei Wahlen nicht mehr antreten. Er habe sowieso keine Chance zu gewinnen. Seine Wahl würde auch nicht anerkannt.

Die besten "Freunde"???

Als beste Freunde der 'Islamischen Front' nennt er Saudi-Arabien, Qatar, die Türkei und Frankreich. François Hollande solle ich beste Grüße und herzlichen Dank für die gewährte Unterstützung bestellen. 'Obama sei auch nicht schlecht'.

Die Anschläge von Paris finde er schlimm. Er habe mit Frankreich gelitten. Der IS sei grauenvoll und auch ihr Feind. Das seien Kuffar, Nicht-Muslime. Mit Islam hätten die nichts zu tun. Kurz danach fantasiert allerdings auch er, dass er gerne ein paar Schiiten schlachten würde. Das explosive, dramatische Gespräch dauert eine Stunde. Tief betroffen bleiben wir zurück.

Assad treffen wir in einem Gästehaus im Zentrum der Stadt. Er ist erkennbar älter geworden. Und härter. Offenbar verspürt er Rückenwind durch die russische Intervention. Trotzdem scheint er inzwischen unter bestimmten Bedingungen bereit, mit allen Rebellengruppen zu verhandeln. Nur mit Al Qaida und dem IS werde er nicht sprechen.

Wenn Saudi-Arabien die Unterstützung des Terrorismus in Syrien beende und die türkische Grenze zum 'Islamischen Staat' geschlossen werde, sei der IS relativ schnell zu besiegen. Am Ende könne allerdings nur ein geeintes Syrien den IS schlagen.

Wir sprechen über humanitäre Fragen. Über die Freilassung politischer Gefangener und die Belieferung belagerter Gebiete mit Nahrungsmitteln und Medikamenten.

Demokratische Bomben sind nicht besser als Fassbomben

Und über die Fassbomben des Regimes, die ich auch Assad gegenüber unmissverständlich ablehne. Wegen ihrer totalen Ungenauigkeit und ihrer verheerenden Wirkung. Aber auch grundsätzlich. Die russische und westliche Bombardierung-Strategie, die mit präziseren Bomben, ja sogar mit Drohnen, zu 90 Prozent Zivilisten tötet, finde ich allerdings nicht wesentlich besser. Auch 'demokratische' Bomben sind unmenschlich und feige. Das schwierige Gespräch dauert über zwei Stunden.

Syrienpolitik ist kläglich gescheitert

Als Demokrat bin ich weder ein Freund Assads noch von Rebellen, die mit Al Qaida zusammenarbeiten. Ich bin ein Freund der Syrer. Und ihres Traums vom Frieden. Frieden in Syrien aber wird es nur geben, wenn sowohl die Regierung wie auch die Opposition endlich aufeinander zugehen und weitreichende Zugeständnisse machen. Auch Assad.

Und wenn auch Saudi-Arabien, Qatar, die Türkei sowie einige große westliche Staaten ihre Syrienpolitik fundamental korrigieren. Ihre bisherige Syrienpolitik ist kläglich gescheitert. Wir müssen Wege finden, das Leid der Syrer zu beenden, statt es mit immer mehr Waffen und Bomben ständig zu vergrößern. Wir müssen aufhören, Bomben in das Pulverfass Syrien zu werfen.

Die Mittelmächte Saudi-Arabien und Iran sowie die Großmächte USA und Russland könnten den Krieg jederzeit stoppen. Aber wollen sie es auch? Ich bezweifle es.

Die Kleinen kennen nur Not, Leid und Elend

Am letzten Abend sind wir wieder bei den Hauptleidtragenden des Krieges. Kindern. In Al-Husseiniye, einem Vorort von Damaskus, treffen wir einige der 1000 syrischen Kinder, denen ich 50.000 Euro des Honorars meines Buches 'Inside IS' spenden konnte. Wir kaufen ihnen mit dem Geld neue Schuluniformen, Schulranzen, Hefte, Federmäppchen, Bleistifte, Malstifte, Radiergummis und vieles andere mehr. Für uns Kleinigkeiten, für syrische Kinder etwas ganz Großes.

Einige der Kinder strahlen vor Glück. Einige weinen, weil wir nicht genügend Schulranzen dabei haben. Auch Frederic laufen Tränen über das Gesicht. Diese Kleinen kennen nur Not, Leid und Elend. Ihre Väter sind im Krieg. Manche auf Seiten der Rebellen, manche auf Seiten der Regierung. Eine unbeschreibliche Tragödie. Im Namen dieser Kinder bitte ich alle Beteiligten:

Stoppt endlich diesen Wahnsinns-Krieg

Euer Jürgen Todenhöfer

Dazu noch ein Kommentar von Christian Weilmeier

So, jetzt haben wir einen offiziellen und vom UNO-Sicherheitsrat genehmigten Friedensprozess in Syrien. Es ist wieder die alte, erfolglose Leier. Bürokraten tagen im Luxushotel, handeln Frieden aus, ohne die Interessen abzuklären und ohne die Machtverhältnisse festzulegen. Im Klartext: Was mit Assad passieren soll wurde ausgeklammert.

Retuschen fürs Volk und die Medien

Wer genau zur Opposition gehört, soll später geklärt werden. Welche Rolle werden in Zukunft die USA, Russland, die Türkei etc. spielen? Jetzt muss erst einmal ein Waffenstillstand her, dann sehen wir weiter. Das sind die üblichen, substanzlosen "Friedensschlüsse" der heutigen Politik. Bloße Retuschen für die Medien.

Der Clou um einen Krieg zu beenden, ist gerade die Klärung der Verhältnisse, darum ist der Krieg ja ausgebrochen. Die Menschen der früheren Jahrhunderte waren schon nicht dumm, die führten zwar Krieg, konnten aber auch Frieden schließen. Heute gibt es keinen Frieden mehr, sondern nur noch andauernde Konflikte, unterbrochen von kurzzeitigen Waffenstillständen.

Die Politik hat vergessen, wie Frieden geht.

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