25.03.2014 09:41 Nie wieder Völkermord, nie wieder Krieg

Jürgen Todenhöfer: Nie wieder Völkermord, nie wieder Krieg - Warum wir wachsam sein müssen

Juergen Todenhoefer hat schlaflose Naechte

Jürgen Todenhöfer hat schlaflose Nächte, Foto: Quelle Wikipedia CC-BY-SA-2.0.

Von: Jürgen Todenhöfer - Redaktion GFDK

Jürgen Todenhöfer hat schlaflose Nächte: Wer war der größte Schlächter des 20. Jahrhunderts? Tagelang quälte ich mich durch das Standardwerk des Völkermord-Forschers Rummel. Sein Fazit: Stalin ermordete 43 Mio, Mao 38 Mio, Hitler 21 Mio, Chiang Kai-shek (China) 10 Mio, Hideki (Japan) 4 Mio, Pol Pot ( Kambodscha) 2,4 Mio, Mengistu (Äthiopien) 1,7 Mio, Yahya Khan (Pakistan) 1,5 Mio, Tito 1,1Mio Menschen.


"KRIEGSTOTE" im klassischen Sinn, d.h. im Gefecht Gefallene, sind hier nicht mitgezählt. Nur Morde aus rassischen, religiösen oder ethnischen Gründen an meist wehrlosen Menschen - Völkermorde.

Insgesamt starben durch "Völkermorde" von 1900 bis 1987 170 Mio Menschen. Durch "Kriegshandlungen" kamen weitere 39 Mio um.

Es gibt keine anständigen Kriege

Manche Forscher nennen niedrigere, manche höhere Zahlen. Rummel nennt stets nur Mittelwerte. Doch auch so ist die Dimension des Grauens unfassbar, ungeheuer, monströs.

Ich habe in den Wochen der Lektüre wenig geschlafen. Stundenlang lag ich wach. Tief hat sich in mich hineingebrannt: All das darf sich nie mehr wiederholen. Nie mehr Völkermord, nie mehr Krieg!

Deswegen reagiere ich hart, wenn in unseren Tagen wieder Rassen, Religionen oder Volksgruppen herabgesetzt und diskriminiert werden. Von Leuten wie LE PEN, WILDERS und SARRAZIN. Die großen Katastrophen der Menschheit sind meist aus kleinen Anfängen entstanden. Hass und Diskriminierung verbreiten sich rasend schnell. Wie eine Seuche.

Nie wieder Völkermord, nie wieder Krieg - wenn wir das schaffen, haben wir die Menschheit einen großen Schritt vorwärts gebracht. Jeder von uns kann einen Beitrag dazu leisten. Indem wir uns den Rassisten und Kriegsverharmlosern von heute noch entschlossener entgegenstellen! Die Würde des Menschen, aller Menschen, ist unantastbar. Euer Jürgen Todenhöfer

Ein Kommentar von Rainer Kahni

Guenter J. Lehnen schreibt: "70.000 Russen demonstrieren heute in Moskau gegen einen Krieg mit der Ukraine. Wir sollten auch demonstrieren und zwar in jeder größeren Stadt in Deutschland und der ganzen Welt, dass die mal endlich merken , wie uns der ganze Scheiß und ihr Falschspiel ankotzt !!!" Wo der Staat den Boden des Rechtes verlassen hat und sich offen als Kriegshetzer aufführt, wie in Deutschland, Frankreich, England und den USA, da ist Ungehorsam die erste Bürgerpflicht!

Die Medien und deren Kriegsliteraten haben dem Volk die Hirne vernebelt mit ihrer Kriegspropaganda, die Politiker hetzen gegen Russland, als ob es die Weltkriege I und II nie gegeben hätte! Und was tun wir? NICHTS! Sagt ja nicht hinterher, das haben wir ja alle nicht gewusst! Mit dieser Ausrede kommt ihr dieses Mal nicht mehr durch! WEHRT EUCH! Macht von eurem Recht auf Ungehorsam Gebrauch!


Rainer Kahni, besser bekannt als Monsieur Rainer, ist Autor von Romanen, Polit- und Justizthrillern. Auch seine Sachbücher und Kolumnen finden eine breite Leserschaft. Als Journalist und Mitglied von Reporters sans frontières hat er viele Reportagen publiziert !

Anmerkung der Redaktion: Sebastian Riemer in der Rhein-Neckar-Zeitung am 4.12.2013

Egon Bahr traf in der Ebert-Gedenkstätte Heidelberger Schüler

Egon Bahr schockt die Schüler: "Es kann Krieg geben"

Egon Bahr: "Hitler bedeutet Krieg", habe sein Vater 1933 zu ihm gesagt. Als Heranwachsender habe er das nicht geglaubt. Und so sei das jetzt wieder: "Ich, ein alter Mann, sage euch, dass wir in einer Vorkriegszeit leben." Und die jungen Leute, sagte er, würden es ihm nicht glauben.


Bahr schlägt einen Bogen, wie es nur ein politisch versierter Zeitzeuge kann: von Hitler über den Kalten Krieg bis zur seiner Ansicht nach größten Gefahr der Gegenwart - dem Internet. "Wir weigern uns, zur Kenntnis zu nehmen, dass es das erste Mal wäre, dass eine bahnbrechende neue Erfindung nicht für den Krieg missbraucht wird."

Das Internet als die Atombombe des 21. Jahrhunderts?

Der wichtigste Tipp Bahrs an die Schüler? "In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt."

Das werden die Schüler sicher nie vergessen

Jürgen Todenhöfer, geboren 1940, war bis 2008 Manager eines europäischen Medienunternehmens, davor 18 Jahre lang Bundestagsabgeordneter und Sprecher der Unionsparteien für Entwicklungshilfe und Rüstungskontrolle. Er schrieb die Bestseller "Wer weint schon um Abdul und Tanaya?", "Andy und Marwa – zwei Kinder und der Krieg", "Warum tötest du, Zaid?" und "Teile dein Glück". Mit seinen Buchhonoraren hat er u.a. ein Kinderheim in Afghanistan und ein Kinderkrankenhaus im Kongo gebaut sowie ein israelisch-palästinensisches Versöhnungsprojekt finanziert. Quelle: C. Bertelsmann/randomhouse

Sein Buch: Du sollst nicht töten - Mein Traum vom Frieden erschien im September 2013 beim Verlag C. Bertelsmann.

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