09.10.2017 01:15 Berufspolitiker mit Jura-Studium

Ihr habt die falschen Abgeordneten gewählt - Anwälte, Beamte und Lehrer

Unser Redaktions Mops Adele hat sich für keine der Parteien entscheiden können, und hat stattdessen die Entspannung mit Medisana gewaehlt

Redaktions Mops Adele hat sich für keine der Parteien entscheiden können und hat stattdessen die Entspannung mit Medisana gewählt. Foto: (c) Medisana

Von: Gottfried Böhmer

Ich habe einmal einen anderen Blick auf die Bundestagswahl geworfen. Schuldzuweisungen warum wer, wieviel Stimmen an die anderen verloren hat, soll nicht das Thema dieses Artikels sein, das machen alle anderen zu genüge.

Wie die Bundestagswahl ausgegangen ist, spielt für die Wähler, die Bürger der Bundesrepublik Deutschland überhaupt keine Rolle. Handwerker, Landwirte, Naturwissenschaftler, Unternehmer, Techniker, Krankenschwestern, Feuerwehrleute und alle anderen Berufsgruppen, die unsere Gesellschaft repräsentieren, sind so gut wie nicht vertreten.

Da die Parteien bestimmen, wer im Bundestag sitzt, sind alle Berufsgruppen, die einen echten Mehrwert erbringen und für das Bruttosozialprodukt sorgen, nicht im Bundestag. Es hat also keine Bedeutung, ob der Wähler die CDU/CSU, SPD, FDP, GRÜNE, Linke oder AfD gewählt hat.

Eine Ausnahme ist der Görlitzer Malermeister und Lackierer Tino Chrupalla, der in Sachen ein Direktmandat gewann.

Drei Berufsgruppen - Anwälte, Beamte und Lehrer bestimmen, was in diesem Land passiert und die sind sich parteiübergreifend immer einig. Wer nach diesen Wahlen einen Politikwechsel erwartet, wird ganz schnell merken, dass diese Berufsgruppen weiterhin keine Politik für die Menschen in diesem Land machen.

Diese Themen spielten keine Rolle

Wichtige Themen für die Zukunft, Digitalisierung und ihre Folgen für den Arbeitsmarkt: gesetzlicher Mindestlohn, der heute nicht mehr ausreicht, Grundeinkommen, eine neue Friedenspolitik der Umgang mit der Globalisierung soziale Unsicherheit, zu wenig bezahlbarer Wohnraum usw. werden auf Eis gelegt. Diese Themen haben im Wahlkampf bei allen Parteien so gut wie keine Rolle gespielt.

Berufspolitiker mit Jura-Studium

„Die Zusammensetzung des Parlaments entspricht nicht der Struktur des deutschen Volkes und auch nicht so recht der Struktur der Aufgaben vor denen wir als Gesellschaft stehen“, sagte der CDU-Politiker Heinz Riesenhuber im Gespräch mit der WELT AM SONNTAG.

"Dass viele Berufs- und Gesellschaftsgruppen im Parlament unterrepräsentiert sind, habe durchaus Konsequenzen für Politik und Gesellschaft, warnte Riesenhuber". Nun sitzt Riesenhuber 40 Jahre im Bundestag und am Wahltag fällt ihm dieser Mißstand auf, etwas spät wie wir meinen.

Kreißsaal-Hörsaal-Plenarsaal

Ein Paradebeispiel dafür ist das 24. jährige Bürschlein Philipp Amthor, der Knabe hat, ja was wohl, Jura studiert, ist ein riesiger Merkel-Fan. Auf seiner Visitenkarte stand bis zum Sonntag Abend " "CDU-Bundestagskandidat. Wahlkreis 16: Mecklenburgische Seenplatte - Vorpommern-Greifswald."

Amthor arbeitet, wie er dem "Spiegel" erzählte, 40 Stunden pro Woche für die CDU im Wahlkampf. Besondere Eigenschaften, er liest Machiavelli und zitiert Angela Merkel, und er habe sich darum gekümmert wie er die richtigen Leute kennenlernt. Desweiteren habe er sich die Namen von Angela Merkels Bodyguards gemerkt. Tolle Leistung.

Nachwuchs-Star der CDU

Amthor, so der "Spiegel", hat schnell gelernt, dass Beziehungen in der Politik am meisten zählen. G20 Protestler sind für den Jura-Nachwuchs-Star der CDU "linke Maden". Ansonsten fällt er dadurch auf, dass er sich prächtig ständig selbst inszeniert, alles, auch seine Wohnung gehört zu seiner Show.

Partei und Politik Karrieristen habt ihr gewählt

Das sind die grundlegenden Eigenschaften, die man in Deutschland braucht, um in den Bundestag zu kommen. Und jetzt kommt der Witz, und das ist leider kein Scherz, das Büblein, das bis auf seine CDU Tätigkeit noch nie was geleistet hat, so gut wie keine Steuern gezahlt hat, nichts aber auch gar nichts von der Welt oder sonst was versteht, hat es geschafft.

Philipp Amthor hat tatsächlich ein Bundestags-Mandat in Mecklenburg-Vorpommern gewonnen. Ob die Wähler in diesem Wahlkeis Drogen genommen haben, ist nicht bekannt.

Große Freude für die Wähler?

Der Knabe wird also im neuen Bundestag über Sozialpolitik, Arbeitsrecht, Gesetze, Außenpolitik, Verkehr, Gesundheitswesen, Familienpolitik, Renten und  Verteidigung abstimmen. Was für eine große Freude für Deutschland und seine arbeitende Bevölkerung.

Wie er seine vom Steuerzahler aufgebrachten Diäten in Höhe von 9.541,74 Euro, plus die dazu kommende Kostenpauschale von 4.318.38 Euro und sonstigen Zuwendungen ausgeben oder verjubeln will, hat er noch nicht verraten.

PS: Auch die FDP konnte mit Roman Müller-Böhm, ebenfalls einem 24. jährigen Jüngling mit hervorragenden Qualifikationen in den Bundestag platzieren. Und nun raten sie mal, was der macht. Richtig, er studiert Jura. Auch dieser Abgeordnete, eine totale Bereicherung für Deutschland, für die arbeitenden Bürger und kleinen Rentner. Der kann also auch nichts.

Auf der Webseite des Bundestags ist zu lesen - Diäten

"Die Abgeordneten erhalten für ihr Mandat eine finanzielle Entschädigung. Die sogenannten Diäten sollen Verdienstausfälle ausgleichen, die den Abgeordneten durch die Ausübung ihres Mandats entstehen und ihre Unabhängigkeit garantieren".

Mal eine Frage: Was für Verdienstausfälle haben die Bengel, die von dem Hörsaal in den Plenarsaal gefallen sind?

Neue Berufspolitiker mit Jura-Studium regieren dieses Land

Ich habe natürlich auch eine Forderung: Im Bundestag sollte niemand sitzen, der nicht mindestens eine zehnjährige Berufserfahrung hat. Die Parteien sollten dazu verdonnert werden Abgeordnete aufzustellen, die aus allen Berufsgruppen kommen und sich in der Gesellschaft oder im Beruf verdient gemacht haben.

Gottfried Böhmer


Hier geht es zu unserem Feuilleton, Reden ist Silber....Schreiben ist Gold

GFDK ist ein unabhängiges Nachrichtenportal mit einer etwas anderen Sichtweise auf das Weltgeschehen.

Nachrichten, Stories, Meinungen und Unterhaltung

Freunde der Künste,
das Sprachrohr der Kreativwirtschaft