27.05.2018 13:14 Rufmord an Joseph Beuys

Hans Peter Riegel betreibt Geschichtsklitterung über Joseph Beuys

Des weiteren behauptet Riegel, Beuys haette unter dem Deckmaentelchen die Welt mit voelkischen und totalitaeren Ideen Rudolf Steiners missionieren wollen

Des weiteren behauptet Riegel, Beuys hätte unter dem Deckmäntelchen die Welt mit völkischen und totalitären Ideen Rudolf Steiners missionieren wollen. Foto: Rainer Rappmann - Wikipedia CC BY-SA 3.0

Von: GFDK - Reden ist Silber - Ernst Föll

Hans Peter Riegel beschwerte sich vor wenigen Tagen in der "Westdeutschen Zeitung „In Düsseldorf sei er immer angepöbelt worden.“ Nun ja, das sollte Herrn Riegel auch nicht wundern. 

Wer behauptet "Joseph Beuys hätte sich nie von seiner Jugend oder NS-Zeit distanziert" und eine unheimliche Nähe zu ehemaligen Nationalsozialsten, Anthroposophen und Vertretern völkischen Gedankenguts gepflegt, sollte sich in Düssedorf auch nicht mehr sehen lassen.

Über Riegel hat die GFDK Redaktion schon 2013 geschrieben "In Düsseldorf haben wir solche Leute Aufschneider genannt." Riegel hatte schon 2013 behauptet: Zeitlebens wäre Beuys von einflussreichen NS und SS-Männern, die ihn geschützt und finanziert hätten umgeben gewesen.

Beuys so Riegel war ohne Skrupel in der HJ, der Schwiegervater Hermann Wurmbach, ein Rassismusforscher und seine Mäzene Karl Ströher und Erich Marx hätten eine tiefe braune Vergangenheit. Beuys hätte Zeit seines Lebens mit Nazis und Rechtsradikalen kooperiert.

Nun meldet sich Ernst Föll zu Wort.

An die Kulturredaktion der Süddeutschen Zeitung: Betr.: Ihr Artikel in der Ausgabe vom 9.5.2018
“Der Gestrige”


Sehr geehrte Damen und Herren


Wer ist und was will eigentlich Hans Peter Riegel?
Nun reicht ́s aber,


Mir ist vollkommen unverständlich, warum Sie, die Kulturredaktion der Süddeutschen Zeitung, einem solchen Mann, der auf eigene Faust Geschichtsklitterung betreibt, ein derart grosses Forum in Ihrem Blatt bereitstellen. Diese perfiden Äusserungen und Einlassungen von Herrn Riegel gegen Beuys haben Methode und geraten hart an die Grenze des Rufmordes.

Beuys Biographie – Ein Frontalangriff auf die Wahrheit und Rufmord

Als ehemaliger Werbefachmann müsste Herrn Riegel bewusst sein, dass er eine Meinungsmanipulation übelster Sorte betreibt. Es ist das schmutzige Geschäft politischer Brunnenvergiftung. Er bedient sich genau der gleichen Strategiemethoden wie die Nazis, die er angeblich am Beispiel Beuys bekämpfen möchte.


Es handelt sich hier um die Beugung und Verdrehung von Wahrheiten zu Halbwahrheiten mit den Appell an den gesunden Menschenverstand. Anscheinend hat sich Herr Riegel in seiner Zeit als Privatsekretärbei dem Beuys-Schüler Jörg Immendorf, der übrigens ein sehr ambivalentes Verhältnis zu seinem Lehrer hatte, kenntnisreich schlau gemacht, gemäss dem Motto “Herr Lehrer, ich weiss was”


Unter dem Vorwand einer Entmythologisierung wühlt Herr Riegel im Leben meines Lehrers zugegebenerm
assen detailreich herum, dass ich mich mittlerweile aufgerufen fühle, dagegen aufzustehen. Sicherlich war Beuys eine charismatische und schillernde Persönlichkeit.

Doch die Rückschlüsse die Herr Riegel zieht und zwischen den Zeilen raffiniert platziert sind einfach nur krude und falsch, herabwürdigend und respektlos. Ich selbst begann im Sommersemester 1970 das Studium der “Freien Kunst” in seiner Klasse.

Nach seinem Rausschmiss durch den damaligen Wissenschaftsminister Johannes Rau, verwaltete ich mit einem Kommilitonen die Klasse Beuys, die mittlerweile auf ca. 350 Mitglieder angewachsen war. Besonders in dieser Zeit lernte ich meinen Lehrer sehr intim und emotional kennen.


Niemals wieder habe ich einen derartig kenntnisreichen und quer- denkenden Menschen wie ihn kennengelernt, was ihn damals auch als Pädagogen äusserst kompetent gemacht hat.

Als Beispiel möchte ich an dieser Stelle erwähnen, dass ich nach einer Arbeitsreise mit dem Bildhauer Ulrich Rückriem nach Korsika mehrere gezeichnete und aquarellierte Blätter von mediterranen Blüten und Blumen zur Begutachtung vorlegte.


Beuys wusste auf Anhieb nicht nur den artverwandten deutschen Namen zu sagen, sondern er nannte mir auch die korrekte lateinische Bezeichnung. Das war einfach beeindruckend. So waren denn auch unsere Gespräche in der Klasse von einer intensiven Wahrheitsfindung über Kunst und Leben geprägt.


Diese Gesprächskultur wurde dann oft in unserer Stammkneipe “Zur Uehl” auf der Ratinger Strasse fortgesetzt. Dort erzählte Beuys auch einmal von seinem Flugzeugabsturz in Russland, “unangespitzt in den Boden” Doch dies war in keiner Weise wörtlich zu nehmen. Beuys war eben auch ein begnadeter Märchen- und Mythenschöpfer.

Die Erzählung seines Lebens war ja sprichwörtlich “sagenhaft” und Bestandteil seiner Kunst. Die poetische Schilderung seiner eigenen Biografie und Werkdarstellung muss man als Sinn- und Bildschöpfungsprozess betrachten.Wer solche Erzählungen für bare Münze hielt und hält, hat überhaupt nichts verstanden.


Überhaupt war Beuys einer der wenigen Menschen, der das allbekannte Schweigen über den Nationalsozialismus nach dem Krieg konsequent brach und die Schrecken der Gewaltherrschaft enttabuisiert hat. So analysierte er oft für uns glasklar den Zusammenhang von Ästhetik und Politik, wenn er uns über die martialische Ästhetik nationalsozialistischer Waffentechnik aufklärte.


Ganz im Geiste von Walter Benjamin, nur eben mit eigenen Worten aus seinen erlebten Erfahrungen heraus gespeist.In diesem Zusammenhang möchte ich noch Stellung nehmen zu diesem unverschämten Seitenhieb gegen Johannes Stüttgen. Was masst sich Herr Riegel da an? Hat er die Hermeneutik der Kunstgeschichte für sich persönlich gepachtet?

Ausgerechnet Johannes Stüttgen, der sich seit Jahrzehnten buchstäblich für Demokratie und die Freiheit der Kunst selbstlos den “Arsch aufreisst”, in die rechte Ecke zu stellen, ist absurd. Ich habe von Herrn Riegel noch keinerlei Invest und Engagement für die Werte unserer abendländischen Tradition vernommen.


Und zu seinem inkompetenten Gemeckere und haltlosen Unterstellungen sage ich mit Angelus Silesius:


Mensch werde wesentlich” So möchte ich dann zum Ende meines Briefes in Analogie zur Beuys-Riegel-Konstellation mit einem Zitat des Jugendfreundes von Beuys, Reinhard Lynen schliessen, der alles andere als in Sachen Rudolf Steiner mit seinem “Jupp” d ́acor war.


Dieser Aphorismus aus dem unveröffentlichten Nachlass, den ich verwalte, lautet so:

“Dort hängt Prometheus und dort hängt Faust. Den ersten, einen Giganten pickt der Geier. Den zweiten, einen Oberstudienrat, mag der Teufel holen”


Mit freundlichem Grüssen aus Portugal


Ernst Föll


Olhão den 12.Mai 2018

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