17.06.2014 09:00 Stehen die Russen kurz vor Berlin?

Floskeln von Freundschaft und transatlantischer Partnerschaft zementieren die Macht der USA

Joachim Gauk will Deutsche  Teilnahme an Militaereinsaetzen.

Zum zweiten mal forderte unser Bundesgrüssonkel Joachim Gauk von den Deutschen die Teilnahme an Militäreinsätzen. Foto: Uwe Ostertag

Von: GFDK - Gottfried Böhmer

Deutsche bleibt wachsam, das ist eure erste Bürgerpflicht - Die USA haben in gut zweihundert Jahren, bis 2004, nach eigenen Angaben 220 Kriege, militärische Interventionen und CIA-Operationen gegen ausländische Staaten geführt.

Das sollte aber niemanden beunruhigen. Das waren alles Friedenseinsätze für Demokratie Freiheit und Menschenrechte. Gut, dass unsere amerikanischen Freunde dabei erfolgreich waren. Das zeigt uns ein Blick nach Syrien, dem Irak, nach Libyen und und und.

Nach Wikipedia unterhielten die USA im Jahr 2008 nach eigenen Angaben 761 Militärbasen im Ausland. Die Gesamtzahl der Stützpunkte ist jedoch viel höher, da verschiedene Basen in dieser Statistik nicht enthalten sind. Experten schätzten im Jahr 2004 die Gesamtzahl der jederzeit einsatzbereiten US-Stützpunkte auf ungefähr 1000.

Stehen die Russen kurz vor Berlin?

Am 16. Juni 2014, dem Tag an dem Deutschland zum einhundertstem mal  bei einer Fußballweltmeisterschaft seine Fußball-Macht demonstrieren durfte, fühlte sich die Süddeutsche Zeitung zum wiederholten Mal dazu berufen, die Deutschen daran zu erinnern, wer ihr Feindbild-Totfeind ist. Der stand zwar gestern nicht auf dem Fußballplatz, aber nach der Suggestion der Süddeutschen kurz vor Berlin.

Mit dem Aufmacher "Der Westen steht im Wort" sollen die Deutschen auf einen Konflikt eingeschworen werden. Brüssel (damit meint man Berlin) und Washington sollen den Ukrainern militärisch gegen Russland zu Hilfe kommen. Haben da etwa wieder unsere Kriegsliteraten das Wort ergriffen? Unverdrossen, aber mal wieder ohne jeden Beweis behauptet man in der Süddeutschen, Moskau würde die Ostukraine weiter destabilisieren und Moskau untergräbt jede Lösung in der Ostukraine.

Zitat "Bei Dobropillja wird nach Kämpfen von der ukrainischen Armee ein russischer Raketenwerfer sichergestellt, den prorussische Kämpfer dort zurückgelassen haben". Ja ja, so machen das die bösen Russen, erst schießt man ein Flugzeug ab, und dann läßt man für die Süddeutsche Zeitung den Raketenwerfer dort stehen.

Floskeln von „Freundschaft“ und „transatlantischer Partnerschaft“

Die Sicherheitslage ist durch die USA-Nato-Agression in der Ukraine planmäßig verändert worden. Nach 20 Jahren will sich Russland immer noch nicht unterordnen. Aber die US-Geostrategie wird auf diesem Wege weiter unerbittlich umgesetzt:

Jakob Augstein (Spiegel) schrieb wieder mal sehr richtig "Denn der Expansionsdrang des Kreml-Chefs ist nicht unersättlich - anders als der des Westens. Medien und Politik wollen ein altes Feindbild wieder zum Leben erwecken: den bösen Russen".

"Der Westen ist nie saturiert und darum unersättlich"

Der ägyptische Gelehrte Mohammed Abduh sagte 1895: "Eure liberale Haltung gilt ganz offensichtlich nur euch selbst, und eure Sympathie für uns gleicht der des Wolfes für das Lamm, das er fressen möchte."

Umdrehung der Tatsachen, Verdrehung der Wahrheit

Die Nato muss sich nach Ansicht ihres Generahandlangers Andres Fogh Rasmussen damit abfinden, dass Russland die Allianz inzwischen als Gegner wahrnehme. Die russische Aggression in der Ukraine habe die Sicherheitslage in Europa dramatisch verändert, sagte Rasmussen der Zeitung “El Pais”. Man habe mehr als 20 Jahre lang versucht, Russland zu einer konstruktiven Zusammenarbeit zu bewegen. Die Nato werde sich nun jedoch der neuen Situation anpassen müssen.

Das ist schon sehr frech sowas zu behaupten. 20 Jahre haben die USA über die NATO und den Umweg der EU versucht Russland einzukesseln. Die Russen sagen nun, bis hierher und nicht weiter. Von einer russischen Expansion kann keine Rede sein.

Waffenlieferungen aus Deutschland? - Erst kommen die Waffen dann die Soldaten?

Die Allianz schnüre für die Ukraine ein Hilfspaket, das bis Ende des Monats den Außenministern der Allianz vorgelegt werden solle, sagte Rasmussen weiter. Damit werde man die Regierung in Kiew dabei unterstützen, das Militär zu reformieren und die Luftwaffe zu modernisieren. Aus Nato-Kreisen war verlautet, dass Waffenlieferungen von den einzelnen Mitgliedsstaaten kommen müssten.

Kriegsliteraten in den deutschen Medien

Deutschland sollte alle Auslandseinsätze der Bundeswehr beenden, denn sie dienen bloß machtpolitischen Interessen. Es gibt viele Bürger, die so denken. Allein, eine Debatte darüber findet nicht statt. Weil korrupte, durch Eliten vereinnahmte Journalisten sie verhindern.

Der Leipziger Medienforscher Uwe Krüger hat in einer Untersuchung aufgedeckt, wie vielfältig führende Journalisten von vier großen Zeitungen mit einflussreichen Politikern in transatlantischen Vereinigungen und Einrichtungen wie Atlantikbrücke, Aspen-Institut usw. vernetzt sind.

Zum zweiten mal forderte unser Bundesgrüssonkel Joachim Gauk von den Deutschen die Teilnahme an Militäreinsätzen. Eine Frage, glaubt ihr das ist ein Zufall? Hätte Christian Wulff das auch getan? Niemals sage ich euch.

Aber darauf lassen wir Konstantin Wecker antworten

Liebe Freunde,
war es das, warum man Herrn Gauck mit aller medialer Gewalt ins Amt putschen wollte, war es diese unverhohlene Kriegslüsternheit, die man an der bundespräsidialen Spitze unseres Staates mit seinem manchen Kreisen so hinderlichen Grundgesetz haben wollte? War es dieses: „….Und in diesem Kampf für Menschenrechte oder für das Überleben unschuldiger Menschen ist es manchmal erforderlich, auch zu den Waffen zu greifen“?

Mit kapitalistischen Schwertern kämpfen, für was?

Ihm gehe es, so der Spiegel, um ein "Ja zu einer aktiven Teilnahme an Konfliktlösungen im größeren Rahmen" mit den Partnern der Europäischen Union und der Nato. Der Pastor, der Christ Gauck, der als „Widerstandskämpfer“ seinerzeit sicher auch alle Schwerter zu Pflugscharen machen wollte. Aber anscheinend nur kommunistische. Mit kapitalistischen Schwertern lässt es sich trefflich kämpfen, besser als mit Pflugscharen allemal.


Der Bundespräsident Gauck, der uns allen doch mal zeigen soll, wo in den Kriegen dieses und des letzten Jahrhunderts für Menschenrechte gekämpft wurde und wer sich das Recht anmaßen kann, zu entscheiden, welche Menschen unschuldig sind. Aber natürlich, mit Drohnen werden auch nur Schuldige ermordet. Und die bestens auch mit deutschen Waffen ausgerüsteten Söldner der unzähligen Privatarmeen töten nur Schuldige.


Gestern hat man uns in den Nachrichten erzählen wollen, dass Obama trotz NSA „überrascht“ worden wäre von dem Aufmarsch und der Stärke der islamistischen Isis-Truppe. Sind wir denn im Kindergarten? Dieselbe NSA die jeden Fliegenschiss weltweit speichert und auswertet hat nichts gewusst? Für wie dumm will man uns denn noch verkaufen?
 
Kurz nach dem Terroranschlag auf die USA 2001 war Wesley Clark, US General im Ruhestand, im Pentagon, als ihn ein Pentagon-Mitarbeiter, den er kannte, in sein Büro bat und ihm eröffnete, dass die USA den Irak angreifen werde. Auf die Frage warum, antwortete der nur „Wir wissen es nicht“. Der Irak werde auch nicht mit dem Anschlag auf das World Trade Center in Zusammenhang gebracht.

Was geht da vor?

Wochen später habe er den Offizier wieder getroffen und gefragt, ob es bei dem Plan bleibe. „Es wird noch viel schlimmer“, habe der geantwortet und ihm von einem geheimen Memo des Verteidigungsministers berichtet: „Wir werden sieben Staaten in fünf Jahren zerstören“. (13.6,14 Handelsblatt online)
Es ist zum Verrücktwerden. Was geht da vor?

Nie im Leben hätte ich gedacht, dass ich einmal einem evangelischen Pastor einen Satz eines Papstes zur Besinnung vor Augen halten würde, weil er es in einfachen Worten glasklar auf den Punkt bringt:
Papst Franziskus bezeichnet Kapitalismus als unerträglich und verschärft seine Kapitalismuskritik: Damit das System fortbestehen könne, würden Kriege geführt, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche. (zeit.de Juni 2014)


Wie sagte mein Kollege Meigl Hoffmann bei unserer Demo in Leipzig so treffend:

Gauck ist die Worthülse im Patronengürtel unserer Kanzlerin…

 

Gottfried Böhmer ist seit 1997 künstlerischer Direktor der Gesellschaft Freunde der Künste und Redaktionsleiter der GFDK.

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Weiterführende Links:
»Niemand wagt es, laut zu protestieren«
Immer konform mit dem Kanzleramt: Bei der Deutschen Welle dürfen nur »geeignete« Journalisten Kommentare schreiben. Gespräch mit Jonas Jones
http://www.jungewelt.de/2014/05-15/065.php

USA gegen Russland: Der Energie-Krieg um Europa

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/05/10/gegen-russland-usa-fuehren-energie-krieg-um-europa/#.U48r3Zvjsds.facebook