08.09.2015 09:32 Entwicklungshilfe-Kredite für Discounter Lidl

Entwicklungshilfe? - LIDL ruiniert mit Hilfe des IWF die Gemüsebauern in Europa

Lidl, Kaufland und der Mutterkonzern die Schwarz-Gruppe kassieren IFC Entwicklungshilfe-Kredite

Insgesamt hatten Lidl, Kaufland und der Mutterkonzern beider Ketten, die Schwarz-Gruppe, zwischen 2004 und 2013 von der IFC Entwicklungshilfe-Kredite über rund 393 Millionen US-Dollar erhalten.

Von: Rainer Kahni - ARD

FAZ - Das politische System dient nur den Reichen?

"Es gibt Sätze, die sind falsch. Und es gibt Sätze, die sind richtig. Schlimm ist, wenn Sätze, die falsch waren, plötzlich richtig werden. Dann beginnt der Zweifel an der Rationalität des Ganzen. Dann beginnen die Zweifel, ob man richtig gelegen hat, ein ganzes Leben lang."

Ein Kommentar von Rainer Kahni - Warum eigentlich erhält einer der größten Discounter der Welt Entwicklungshilfe von einer Weltbanktochter? Und was macht das Unternehmen damit in Osteuropa? Die Antwort war in MONITOR zu besichtigen. LIDL ruiniert mit Hilfe des IWF die einheimischen Gemüsebauern in Rumänien, genau wie vorher in Griechenland.

Über 70 % der angebotenen Lebensmittel in den rumänischen Supermärkten werden nicht durch ortsansässige Bauern an LIDL geliefert. Damit setzen die mächtigen Ketten ihre runinöse Politik fort. Und so etwas wird noch durch den IWF gefördert.

Das ist ein verheerender neuer Kolonialismus in Reinkultur, um sich die Welt untertan zu machen. Ergebnis dieser Marktmacht ist die Produktion neuer Flüchtlingsströme, die wir verächtlich als Wirtschafts - Flüchtlinge denunzieren. Wenn dann noch das Freihandelsabkommen mit den USA kommt, dann ist es endgültig vorbei mit unserem Wohlstand und der bescheidenen Existenz von Klein - Bauern.

86 Milliarden Euro sind noch lange nicht genug

Anmerkung der Redaktion: Lidl, Kaufland und der Mutterkonzern beider Ketten, die Schwarz-Gruppe, machen einen Umsatz von mehr als 86 Milliarden Euro im Jahr, warum bekommt dieser GIGANT Entwicklungshilfe-Kredite? Herr Schwarz ist mit einem Privatvermögen von mehr als 20 Milliarden Euro der zweit reichste Mann deutschlands.

Die Mäkte beherrschen die Welt

Kritik an Entwicklungshilfe-Krediten für Discounter Lidl

"Scharfe Kritik üben Vertreter der rumänischen Nahrungsmittelindustrie an der Vergabe von Entwicklungshilfe-Krediten an den deutschen Discounter Lidl. Darüber berichtete MONITOR

Für die Eröffnung neuer Filialen in Rumänien hatte Lidl 2011 einen Kredit über knapp 67 Millionen US-Dollar von der Weltbank-Tochter International Finance Corporation (IFC) erhalten. Lidl sollte damit, so die Bedingungen der Kreditvergabe, die „Anzahl lokaler Zulieferer erhöhen“ und „neue Vertriebswege für regionale Lebensmittelproduzenten eröffnen“.

Lidel schadet der lokalen Wirtschaft

Aus Sicht von rumänischen Nahrungsmittelverbänden ist das nicht passiert. Im Gegenteil: Lidl habe mit seiner Preispolitik der lokalen Wirtschaft geschadet, so Aurel Tanase vom rumänischen Verband der Obst- und Gemüseproduzenten (OIPA Prodcom) in MONITOR. Lidl gehe „aggressiver“ vor als andere Einzelhandelsketten, denn „sie zahlen den Produzenten sehr niedrige Preisen für exzellente Produkte“, so dass die Hersteller damit nicht mehr auf ihre Kosten kämen.

Internationaler Discounter entziehen uns die Geschäftsgrundlage

Stefan Padure vom Verband zur Förderung rumänischer Nahrungsmittel APAR fordert, die Einkaufspolitik von Lidl müsse transparenter werden. „Offensichtlich sind sie im Kreditvertrag dazu verpflichtet nachzuweisen, welche Hersteller sie unterstützen. Und so könnte man nachvollziehen, ob sie sich auch daran halten.“

Zahlreiche Landwirte und Lebensmittelproduzenten kritisierten gegenüber dem ARD-Magazin die Geschäftspraktiken internationaler Discounter wie Lidl, die ihnen die Geschäftsgrundlage entziehe. Viele stehen nach Recherchen von MONITOR mittlerweile vor dem finanziellen Ruin.

Gegenüber MONITOR erklärt Lidl: „Wir sind der Ansicht, dass wir durch unsere internationale Geschäftsaktivität sehr wohl dazu beitragen, lokale Strukturen in unseren Zielländern aufzubauen und weiterzuentwickeln.“

Entwicklungshilfe-Kredite über rund 393 Millionen US-Dollar für Multi-Milliardäre

Insgesamt hatten Lidl, Kaufland und der Mutterkonzern beider Ketten, die Schwarz-Gruppe, zwischen 2004 und 2013 von der IFC Entwicklungshilfe-Kredite über rund 393 Millionen US-Dollar erhalten.

Petr Hlobil von der Organisation Bankwatch sieht „keinerlei Rechtfertigung“ dafür, dass Lidl bei seiner Expansion mit Entwicklungshilfe-Geldern unterstützt werde. Hlobil kritisiert die IFC: „Öffentliche Institutionen sollten dem Gemeinwohl dienen. Wenn sie Lidl einen Kredit gewähren, dann sollte es dafür ein öffentliches Interesse geben. Das kann ich in diesem Fall nicht erkennen.“

Die International Finance Corporation (IFC) ist eine weitgehend unbekannte Tochter der Weltbank-Gruppe. Ihre Aufgabe ist es, private Firmen in Entwicklungs- und Schwellenländern zu fördern. Laut den selbst gesteckten Zielen der IFC soll das den Menschen in diesen Ländern ermöglichen, „der Armut zu entkommen und ein besseres Leben zu führen“.

Deutschland ist Gründungsmitglied der IFC und hält gegenwärtig mit einem Kapitalanteil von rund 5 Prozent den drittgrößten Stimmrechtsanteil."

 

Rainer Kahni, besser bekannt als Monsieur Rainer, ist Journalist und Autor von Polit - und Justizthrillern. Er ist am Bodensee aufgewachsen, lebt jedoch seit vielen Jahren in Paris und bei Nizza. Seine Muttersprache ist deutsch, seine Umgangssprache ist französisch. Er ist Mitglied von Reporters sans frontières und berichtet für Print - Radio - und TV - Medien aus Krisengebieten.

 

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