01.08.2018 14:42 Eisbär erschossen

Eisbär, Todesursache nicht Notwehr, sondern Voyeurismus

Wenn Hapag-Lloyd Eisbaeren toetet zahlt die Rechtsschutzversicherung

Wenn Hapag-Lloyd Eisbären tötet zahlt die Rechtsschutzversicherung, Screenshot

Von: GFDK - Reden ist Silber

Zuletzt haben wir hier geschrieben: "Verlieren Mensch und Tier den Boden unten den Füßen - Eisbären in großer Not". Bedrohte Natur, bedrohte Arktis, bedrohte Eisbären, Pinguine, Robben, Schneehasen und der Polarfuchs. Nun bedroht auch noch der Tourismus die letzten Eisbären, weil der "kleine Mann" sich auch solche Reisen leisten kann

Ein Eisbär hat auf Spitzbergen ein deutsches Crewmitglied des Kreuzfahrtschiffes "Bremen" angegriffen. Das Tier habe den Eisbärenwächter am Kopf verletzt, teilte der Veranstalter Hapag-Lloyd Cruises mit.

Der Kreuzfahrtveranstalter Hapag-Lloyd Cruises wirbt für die Reisen nach Longyearbyen mit dem Versprechen, die Passagiere könnten dort "Arktis pur" erleben. "Wo Eisbären die Wildnis regieren", heißt es auf der Webseite, "bestimmt die Natur den Verlauf ereignisreicher Tage".

Nur der Eisbär hat sich selbstverteidigt

Nur für die Eisbären ist der "Verlauf ereignisreicher Tage" dann eben tödlich, wie nun geschehen. Der Reiseveranstalter hat von der Selbstverteidigung seiner Leute gesprochen. Das ist richtig, die Selbstverteidigung ging aber von dem Eisbären aus. Und wenn es einer auf den Punkt bringt, dann nur Gabor Steingart in seinem Morning Briefing.

Gabor Steingart:

"Der tragische Tod eines Eisbären während der Expedition des Hapag-Llyod-Schiffes MS Bremen ist deswegen so tragisch, weil die wahre Todesursache nicht Notwehr, sondern Voyeurismus ist. Der Tourismus dringt in die fragilen Ökosysteme seltener, wilder Tiere ein, die unverzüglich erschossen werden, sobald sie sich wie wilde Tiere benehmen.

Wenn Donald Trump es getan hätte, würde ihm ein Enthebungverfahren drohen. Wenn Hapag-Lloyd es tut, zahlt die Rechtsschutzversicherung".

Der britische Comedian Ricky Gervais schrieb dazu einem Tweet: "Lassen Sie uns einem Eisbären in seiner natürlichen Umgebung zu nahe kommen und ihn dann töten, wenn er uns zu nahe kommt. Idioten."

Ein anderer Twitter-Nutzer fragt: "Selbstverteidigung?! Die Eisbären-Heimat ist kein verdammter Touristenort."

Ein anderer schrieb: „Wie kann es sein, dass ein solch majestätisches Lebewesen sterben muss, nur weil ein paar Menschen zum Vergnügen in seinen Lebensraum eindringen?

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