08.11.2018 07:39 Früher war alles besser

Die goldene Vergangenheit - back to the roots?

Da die Goldene Vergangenheit vorbei ist, sollten wir unsere Erinnerungen an die besseren Zeiten, einfach wegtrinken, dann wird man auch nicht rechts verortet

Da die Goldene Vergangenheit vorbei ist, sollten wir unsere Erinnerungen an die besseren Zeiten, einfach wegtrinken, dann wird man auch nicht rechts verortet. PROST - Foto: GFDK

Von: GFDK - Reden ist Silber - Gottfried Böhmer

War die Welt früher ein besserer Ort? Ja, sagen 67 Prozent in einer Bertelsmann-Umfrage in fünf EU-Staaten. Die Studie fand heraus, dass für eine Mehrzahl der Menschen in Europa und auch in Deutschland der Satz gilt: Früher war alles besser.

Was hat das mit Nostalgie zu tun?

61 Prozent der Deutschen seien in Zeiten des Wandels und der Verunsicherung ins Lager der „Nostalgiker“ geflüchtet. Und diese Menschen seien eher alt als jung und eher rechts als links im politischen Spektrum angesiedelt, sagt Isabell Hoffmann, Leiterin dieser Studie, dem Journalisten Gabor Steingart.

Na ja, ich sage mal so: Junge Menschen können wohl kaum beurteilen, ob früher alles besser war, es sei denn, sie sehnen sich an ihre Wiege zurück, solls ja auch geben.

Dass die Älteren sich an gesicherte Arbeitsplätze, eine bessere Gesundheitsvorsorge, (was zahlt heute noch die Krankenkasse?) oder zum Beispiel, dass man mit einem Einkommen, ein Haus bauen konnte und mit der Familie zwei mal im Jahr in den Urlaub reiste, noch sehr gut daran erinnern können, ist ja auch kein Wunder.

Daran können sich eben nur die Älteren erinnern. Die Aussage "Früher war alles besser" trifft in diesen, und noch viel mehr, anderen Punkten zu. Dass in Deutschland 61 Prozent eher "Rechts" sein sollen, kann ich nicht nachvollziehen, es sei denn, man würde alle Bürgerlichen, "Rechts" verorten.

Besonders nostalgisch sollen die Italiener ein. Auffällig: Männer trauern der Vergangenheit eher nach als Frauen, so die Stiftung.

Zwei Drittel der Europäer sind einer Umfrage zufolge der Meinung, die Welt sei früher ein besserer Ort gewesen. Das ist das Ergebnis der repräsentativen "eupionions"-Umfrage im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung unter fast 11.000 Menschen aus fünf europäischen Ländern.

Die Italiener sind mit 77 Prozent besonders nostalgisch, die Polen mit 59 Prozent hingegen deutlich weniger. In Deutschland geben 61 Prozent der Bevölkerung an, die Welt sei früher eine bessere gewesen. In Frankreich und Spanien ist die Situation ähnlich wie in Deutschland.

Nostalgiker sind gefährlich, weil sie sich erinnern können

Für die Bertelsmann-Stiftung ist das alles ganz einfach. Wer sich an die besseren Zeiten erinnern kann, ist kein Realist, sondern ein Nostalgiker, und vor diesen muß man uns warnen.

Die Autoren der Studie appellierten an die bürgerlichen Parteien, sich von populistischer "Nostalgie-Rhetorik" abzugrenzen und konstruktive Gespräche zu suchen.

"Wenn Parteien Ängste und Unsicherheiten für ihre Wahlerfolge ausnutzen, um eine nie dagewesene goldene Vergangenheit zu beschwören, ist das fahrlässig", sagte der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann-Stiftung, Aart De Geus.

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