02.04.2014 09:22 Die art Karlsruhe ist lebhaft plus

Die art Cologne übernimmt die Mutterrolle aller Kunstmessen

Herwig Nowak auf dem 16. Islamic Arts Festival in Sharjah.

Herwig Nowak auf dem 16. Islamic Arts Festival in Sharjah, der Kulturhauptstadt in der arabischen Welt (c) Gila Abutalebi

Herwig Nowak mit der Kuenstlerin Gila Abutalebi in Sharjah.

Herwig Nowak mit der Künstlerin Gila Abutalebi in Sharjah.

Von: GFDK - Herwig Nowak

Man kann sie ihr nicht absprechen: die Mutterrolle aller Kunstmessen, die in diesem Frühjahr stattfinden, gebührt der art Cologne. Sie feiert in diesem Jahr ihren 48.Geburtstag. Damit ist sie fürwahr eine Frau in den besten Jahren.

Nicht weniger als 200 Galerien aus 25 Ländern werden bei ihr zu Gast sein, und man kann in höchstem Masse gespannt sein, wie das hohe künstlerische Niveau der Arbeiten aus den Vorjahren in diesem Jahr seine Fortsetzung findet. Aber -warten wir das Ereignis erst einmal ab und melden wir uns dann erneut nochmals zu Wort.

Unterdessen sind auf dem Kunstmarkt neue Messen geboren worden, Töchter eben, die der Mutter das Leben nicht gerade leicht machen, weil sie mit viel Selbstbewusstsein und Ideen das Gut „Kunst“ darstellen und zu vermarkten trachten. Sie machen sich einen Markt zunutze, der vital ist und expansiv, der „in“ ist und auf dem es eine Freude ist sich zu engagieren.

Zwei der Töchter sollen hier, basierend auf eigenen Besuchen, eine kurze Würdigung finden. Die eine davon in Deutschland, die andere im fernen Ausland. Gemeint ist die art Karlsruhe und die art Dubai.

art Karlsruhe „lebhaft plus

Prima vista könnte man meinen, Deutschland sei abermals zweigeteilt und die Grenzziehung verlaufe diesmal zwischen Süd und West. Dabei ist der Süden fest in Hand der art Karlsruhe und der Westen eher Köln, Maastricht oder Brüssel zugeordnet. Nun kann man daraus für die art Karlsruhe nicht auf Provinzialität schliessen, weder der Aussteller, noch der Werke nach. Die 220 Aussteller stammen aus 13 Ländern, die sich massgeblich eben aus Süddeutschland und den umgebenden Ländern rekrutieren.

Das Messegeschehen selbst, durchgeführt in äusserst ansprechenden, modernen Hallen, zeigte vielgestaltig Facetten der klassischen Moderne und der Gegenwartskunst und verdient sich das Prädikat „lebhaft plus“. Man mag den Veranstaltern gerne glauben, dass die Verkäufe ebenfalls lebhaft waren.

Dabei wird das eigentliche Messegeschehen sehr professionell ergänzt und aufgewertet durch einen Kranz von „Amendements“: der Vergabe zweier Preise, eine Sonderausstellung und einem fachkundlichen „Meeting“.

Dubai die springenden Farben des Orient

Man kann sich die Unterschiede zwischen der art Karlsruhe und der art Dubai nicht gross genug vorstellen .Erstere vielleicht als etwas brav, eben „deutsch“ ,zu charakterisieren, letztere zu apostrophieren als die springenden Farben des Orients. Ein Fest für die Augen. Die positive Bewertung der art Dubai resultiert zum einen aus  ihrer hohen Internationalität und zum anderen aus der Qualität ihrer Exponate.

Die Internationalität bezieht sich auf die vertretenen Galerien, wie geradezu zwangsläufig auch auf die Künstler. Natürlich war der Anteil der Galerien und Künstler aus den arabischen Ländern hoch, hoch war aber auch die Zahl der Galerien aus London, Paris, vereinzelt aus Deutschland.

Die Kunst war von grösster Vielgestaltigkeit .Man mag zunächst nicht glauben, wie der „Schmelztiegel der Nationen“ im Künstlerischen seinen Niederschlag finden kann. Themen, Formen, Farben, alles ist überraschend, vieles „lichtig“, einfach erstaunlich. Dabei “toppte“ das Bild zahlenmässig und qualitativ andere künstlerische Darstellungsformen. Auch in Dubai gilt: Das Bild ist wieder in.

Etwas zurückhaltender muss vielleicht die Präsentation der art Dubai in dem Hotel- und Shoppingkomplex Madinat Jumeirah ausfallen .Die Unterbringung der 85 Galerien aus 34 Ländern als Aussteller sollte möglicherweise überdacht werden, wie ebenso die Aufteilung der art Dubai in die drei Sachgebiete Contemporary, Modern und Marker vom Besucher nicht ohne weiteres nachvollzogen werden kann.

Nun findet die art Dubai als künstlerisches Ereignis keineswegs nur in dem genannten Komplex statt, sondern ist ein „gesamtstädtisches“ Ereignis an mehreren Standtorten. Hier ist zunächst das ehemalige Industriegebiet Al Quoz 1 zu nennen, das in weiten Teilen in eine äusserst attraktive Galerienlandschaft transponiert wurde. Heute also ein Muss für einen Dubaibesuch in Sachen Kunst, bei dem unbedingt dem Salsali Private Museum ein Besuch abzustatten ist. Das gesamte Gebiet wird derzeit massgeblich erweitert und wird seine Attraktivität dadurch nochmals erhöhen.

Von den Begleitveranstaltungen der art Dubai seien hier die Design Days Dubai genannt, die die Eindrücke, die die art Dubai auf dem Gebiet der Kunst vermittelt, für das künstlerische Design erweitert. Dank internationaler Partizipation von Galerien sind die Design Days Dubai ein ebenbürtiger Partner der art Dubai.

Alles in allem: Dubai sehen und übrigens auch dort gesehen werden.

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Herwig Nowak