18.09.2018 14:08 Notwehr

Der Steuer-Raubzug rollt weiter

Der Staat muss sich fragen lassen, warum die Menschen ueberhaupt Steuern hinterziehen

Der Staat muss sich fragen lassen, warum die Menschen überhaupt Steuern hinterziehen. Steuerhinterziehung kann auch als Akt der Notwehr betrachtet werden. Foto: GFDK

Von: GFDK - Rainer Kahni

Dank sprudelnder Steuereinnahmen sind viele deutsche Kommunen mittlerweile finanziell gut ausgestattet. Insgesamt blieb ein Plus von zehn Milliarden Euro. Trotzdem wollen einige die Abgabenlast sogar weiter erhöhen. Deutschlands Städte halten trotz sprudelnder Einnahmen an ihren hohen Abgaben und Steuern fest. Das berichtete WELT AM SONNTAG.

Die Betonung liegt auf „Wehrlosigkeit“

2014 hat Rainer Kahni dazu geschrieben: Der deutsche Finanzminister brüstete sich vergangene Woche damit, dass er fünfzig Staaten dazu gebracht habe, ein Abkommen im Kampf gegen die Steuerhinterziehung zu unterzeichnen. Daran ist dem Grunde nach nichts Falsches. Steuerhinterziehung ist eine Straftat und muss verfolgt werden.

Es trifft nur nicht alle und vorallendingen nicht das eigentliche Problem. Der Staat muss sich fragen lassen, warum die Menschen überhaupt Steuern hinterziehen? „Wenn sich ein Staat wie ein Räuber und Wegelagerer aufführt und jedem wehrlosen Steuerpflichtigen über 80 % seines Einkommens über direkte und indirekte Steuern stiehlt, dann kann Steuerhinterziehung auch als Akt der Notwehr betrachtet werden.“

(Zitat Dr. Konrad Hummler, ehemaliger Gesellschafter einer schweizer Privatbank)

Die Betonung liegt auf „Wehrlosigkeit“, denn viele Millionäre, Promis aus Film, TV und Sport, sowie die Konzerne sind nicht wehrlos. Sie verlegen einfach ihren Wohn – oder Firmensitz in Steueroasen und nutzen das absurdeste Steuergesetz der Welt mit 70.000 Einzelvorschriften und Ausnahmeregelungen völlig legal zur Steuerverkürzung.

Allein der halbstaatliche Konzern VW verkürzte in den letzten Jahren seinen zu versteuernden Gewinn von 35 Millarden Euro völlig legal auf nur noch 17 Milliarden Euro durch die Deklarierung seiner Gewinne in Steueroasen! Davon spricht der Finanzminister aber nicht, denn Politiker sitzen ja im Aufsichtsrat von VW!

Doch wer spricht von dem viel grösseren Problem, der Geldwäsche? Wer wie der deutsche Finanzminister den Kampf gegen die internationale Geldwäsche den Standesbeamten der Republik überträgt, der hat den Anspruch, ernst genommen zu werden, verwirkt.

Fachleute wie der hochangesehene schweizer Professor Jean Ziegler klagen zurecht darüber, dass Schmutzgelder in Billionenhöhe von Blut – Despoten, Diktatoren, Rauschgiftgelder aus dem Burmesischen Dreieck und Afghanistan und Blutgelder der internationalen Mafia ungestört täglich durch die Drehtüren der Finanzindustrie geschleust und wieder in den legalen Wirtschaftskreislauf eingeschleust werden.

Ganze Volkswirtschaften würden zusammenbrechen, wenn der Kampf gegen diese Schmutzgelder von den Finanzminstern der Staaten aufgenommen würde.“ (Zitat: Prof. Jean Ziegler)

Genau darum geht es in seinem Buch DER AUSTERNZÜCHTER VON ARCACHON. Im wunderschönen Bassin von Arcachon an der französischen Atlantikküste wird der Präsident des Verbandes der Austernzüchter ermordet. Warum?

Niemand versteht es, bis COMMISSAIRE CARLUCCI den Fall aufdeckt. Es geht eben nicht um Austern, sondern um den Ankauf der wertvollen Grundstücke rund um das Bassin. Hier will ein undurchsichtiges Geflecht aus internationalen Finanzhaien mit den Schmutzgeldern aus aller Herren Länder eine riesige Vergnügungsindustrie mit Hotels und Casinos bauen.

Der Präsident des Austernzüchterverbandes durchschaute das böse Spiel und wollte den Verkauf der Grundstücke und Austernbänke verhindern. Deshalb musste er sterben. Der Roman zeichnet den Weg der Blutgelder von seinen Entstehungsgebieten über die zahlreichen Stationen der Geldoasen bis hin zur Legalisierung der Gelder nach.

Ohne die zahlreichen Banken, Anwälte und Politiker, die sich daran eine goldene Nase verdienen, wäre das gar nicht möglich. Der Roman führt den Leser an die französische Atlantikküste, in den wunderschönen Perigord, in die Schweiz, nach Holland und schliesslich nach Regio Calabria in Italien

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