10.11.2012 09:02 Hirntod ist ein gefährlicher Begriff

Der Schriftsteller Heinz Sauren macht sich Gedanken über den Hirntod und lehnt jegliche Organtransplantation ab, als Spender und Empfänger

Der Schriftsteller Heinz Sauren

Foto:Der Schriftsteller Heinz Sauren

Von: GFDK - Heinz Sauren Profil bei Google+

Der Hirntod ist ein gefährlicher Begriff. Wer vor zehn Jahren, nach Stand der damaligen Meßtechnik Hirntod war, dürfte es heute bereits nicht mehr sein, da genauere Meßungen möglich sind. Wie immer auch der Stand der Technik sein wird, ist dieser Stand nicht mehr als ein "momentaner", und sagt wenig über den tatsächlichen Tod aus.

Das Gehirn steuert unsere Körperfunktionen. Sobald das Gehirn tatsächlich tot ist, zersetzen sich die neuralen Vernetzungen. In diesem Fall wäre auch eine künstliche Lebenserhaltung nicht mehr möglich, da es auch keinen Stoffwechsel mehr geben würde. Solange ein Mensch künstlich am Leben gehalten werden kann, mögen gewisse Funktionen (noch) nicht mehr meßbar sein, aber er ist nicht tot. Auch wenn es unserem Glauben an eine allwissende Medizin widerspricht, eine Organspende eines Toten ist nicht möglich.

Der Tod ist kein plötzlich eintretendes Ereignis, ähnlich einem Lichtschalter den man ausknippst. Er ist wie alles in unserem Leben ein Prozess, der seine Zeit braucht und erst abgeschlossen ist, wenn sich alle Organe durch mangelnde Versorgung zersetzen und ihre Funktion verlieren. Dann aber sind sie auch für eine Transplantation nicht mehr zu gebrauchen.

Nach dem Herztod bleibt das Gehirn noch mehrere Minuten funktinonstüchtig, bis dann der Hirntod festgestellt werden kann. Auch nach dem Hirntod ist das Gehirn noch aktiv, hat noch Kontakt mit den Nervenbahnen, reagiert nur nicht mehr auf äussere Stimulation.

Ich muss davon ausgehen, das mein "ich" sich mit meinem Tod auflöst, aber erst aufgelöst ist, wenn das Gehirn zu 100% seine Tätigkeit eingestellt hat und nicht wenn noch x% verbleiben die aber noch nicht meßbar sind.
Eine große Problematik sehe ich auch in dem entnohmenen Organ. Wir alle wehren uns gegen Gen manipulierte Nahrung, weil wir nicht wissen, welche Folgen sich für unseren Körper daraus ergeben. Bei einer Transplantation lassen wir uns Gewebe oder Organe eines anderen Menschen einpflanzen.

Unser Körper wehrt sich gegen fremdes Gewebe, den fremden Gen-Code, daher müssen Transplantionspatienten den Rest ihres Lebens Medikamente schlucken, die diese Abwehrreaktion unterdrücken sollen. Ich glaube nicht, dass unser Körper das aus ideologischen Gründen tut, sondern weil es ein Schutzfunktion ist.

Sie dürfte uns vor etwas bewahren wollen, was wir wohl erst bennenen können, wenn unsere Medizin es entdeckt hat und dann auch noch propagieren will. Wir sollten nicht vergessen, das unsere medizinischen Systeme nicht dazu dienen möglichst vielen Menschen zu helfen, sondern wie jedes andere Wirtschaftssystem auch, Gewinne machen will und muss.


Ich lehne für mich jegliche Organtransplantation ab, als Spender und Empfänger.

 

Heinz Sauren studierte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster,
Rechtswissenschaften und Philosophie. Im weiteren bezeichnet er sich als Autodidakt.

Beruf: Schriftsteller
Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller (VS)

Berufung: Buchautor, Kolumnist, Essayist, Aphoristiker und Freigeist

Politische Ausrichtung
Politische Einstellungen sollten keinen Parteien-, sondern einen begründeten Sachbezug haben, daher reicht mein politisches Spektrum von rechtsliberal bis linkskonservativ und in Fällen empfundener Ungerechtigkeit, darf es auch mal etwas Anarchie sein.

Religiöse Einstellung
Die etwaige Existenz oder Nichtexistenz eines Schöpfergottes ist nicht, von persönlichen Präferenzen, gesellschaftlichen Definitionen oder einem Glauben daran, abhängig.

Seine Lieblingszitate

” Die meisten Menschen haben einen Erkenntnisradius gleich null, das nennen sie dann ihren Standpunkt.” Albert Einstein

“Es gibt kein richtiges Leben im falschen.” Theodor Adorno