03.03.2018 07:50 Angst vor den Inkassounternehmen

Bundesregierung unterstützt die Geldeintreiber durch nichts tun

Gedeintreiben und Anwaelten wurden Tuer und Tor geoeffnet und die Politik schaut zu

Gedeintreibern und Anwälten wurden Tür und Tor geöffnet und die Politik schaut zu. Foto: GFDK

Von: GFDK - Reden ist Silber

Hier haben wir ein weiteres Beispiel für das totale Versagen unserer Regierung. Gedeintreibern und Anwälten wurden Tür und Tor geöffnet, damit sie überschuldete Bürger restlos ausnehmen können.

Die Politik tut nichts. Der Bürger ist diesen Lumpen wehrlos ausgeliefert, denn viele sind auch unverschuldet in die Schuldenfalle geraten. Man muß sich fragen, ob der Gesetzgeber mit den Eintreibern und Anwälten unter einer Decke steckt.

So abwegig ist das nicht, wenn man bedenkt, dass der halbe Bundestag voller Anwälte ist. Dass die Abmahnanwälte bis heute nicht gestoppt wurden, ist ja auch kein Zufall. Ganze Anwaltskanzleien verdienen ihr Geld damit.

Schulden die man nicht mehr los wird

Anke R. hat eine lange Schuldnerkarriere hinter sich, ohne eigenes Zutun. Ihr Mann scheiterte als Freiberufler, wurde krank, verließ die Familie und weigerte sich, Unterhalt zu zahlen. Anke R. blieb mit den Schulden zurück.

Angst vor den Inkassounternehmen

Obwohl sie als Finanzbeamtin im gehobenen Dienst gut verdient, wuchsen ihr die Schulden über den Kopf. „Den Kindern habe ich gesagt, sie sollen, wenn es klingelt, nicht aufmachen. Weil ich Angst hatte, dass draußen die Leute vom Inkassounternehmen stehen.“

Beängstigende Briefe von Geldeintreibern und Anwälten

So wie Anke R. geht es vielen. Mit den Schulden kommen die Inkassoforderungen. Wer die Raten nicht bezahlen kann, dem flattern immer neue beängstigende Briefe ins Haus. Da ist man schnell mit dem doppelten und dreifachen der eigentlichen Forderung in den Miesen. Anke R. zum Beispiel schätzt, dass ein Drittel ihrer Schulden allein Inkassogebühren sind.

Für die Inkassoindustrie ist das ein super Geschäft. Rund fünf Milliarden Euro setzt sie jährlich um, Tendenz steigend. Denn der Onlinehandel und ein generell wachsender Konsum sorgen nicht nur für steigende Umsätze, sondern für immer mehr unbezahlte Rechnungen. Schon heute sind knapp sieben Millionen Erwachsene in Deutschland überschuldet.

Fantasiegebühren, und die "doppelte Ente"

Dabei sind bei Weitem nicht alle Inkassoforderungen rechtens. Häufig finden sich Rechnungen mit Fantasiegebühren, überhöhten Zinssätzen oder schlicht mehrfach gestellten Forderungen. Besonders dubios ist laut Inkassospezialisten die sogenannte „doppelte Ernte“:

Auf eine offene Forderung hin mahnen sowohl ein Inkassobüro als auch eine Rechtsanwaltskanzlei. Da kommt der Schuldner bei einem offenen Ausgangsbetrag von fünf Euro schnell zu einer Gesamtforderung von 150 Euro. Und selbst große und bekannte Unternehmen sind an dieser Praxis beteiligt wie der Film zeigt.

Für diese Dokumentation ist Grimme-Preisträger Michael Richter durch die halbe Bundesrepublik gefahren, um Schuldner zu treffen, die sich trotz Scham an die Öffentlichkeit trauen.

Der Film erzählt, wie eine Industrie für ihren Profit bewusst in Kauf nimmt, dass Menschen immer tiefer in die Verschuldung abrutschen. Auch weil die Gesetzeslage, so kritisieren Experten, den Inkassounternehmen zu viel Spielraum lasse.

Am 12.03.2018, 22:00 Uhr, NDR Fernsehen

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