27.07.2016 01:17 die Atmosphäre ist vergiftet

Anschlag in München: Es kann jeden treffen, überall

Altstadt von Muenchen

Es kann jeden treffen, überall: im Regionalexpress, im Einkaufscenter, in der Diskothek, am Strand... Der Ausnahmezustand ist längst eingetreten. Foto: David Kostner, CC BY-SA 2.0 de

Von: GFDK - Joerg Helge Wagner

Artikel am 28. Juli aktualisiert. Der Amokläufer von München war 18 Jahre alt. Ein unauffälliger Schüler, der noch zuhause lebte. Er soll sich wegen einer Depression in psychatrischer Behandlung befunden haben schreiben die Medien am Samstag. Können wir uns nun beruhigt ins Bett legen? Gibt es da noch was zu klären?

Wo sind eigentlich die Lichterketten für die Opfer?

Die Staatsanwaltschaft geht nicht von einer "politischen Motivation" des Täters aus. Es handle es sich um einen "klassischen Amokläufer", sagte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch. Nach seinen Angaben lehnte der Generalbundesanwalt deshalb eine Übernahme des Falls ab.

Am Sonntag heißt es nun der Amokläufer von München soll seine Bluttat seit mehr als einem Jahr geplant haben, wie Focus Online berichtet.

Seit einem Jahr geplant?

Der Amokläufer von München habe ein eigenes schriftliches „Manifest“ zu seinen Taten verfasst, sagte der Präsident des bayerischen Landeskriminalamts, Robert Heimberger, auf einer Pressekonferenz. Zum Inhalt des Manifests äußerte sich die Polizei nicht. Der Täter habe sich mit der Tat seit einem Jahr beschäftigt, hieß es weiter.

"Die Pistole stellt die Sicherheitsbehörden vor Rätsel. Sie gehen davon aus, dass eine solche Waffe auf dem Schwarzmarkt mehrere Tausend Euro kostet."

Fragen aus der Sozialen Netzwerken: Warum gibt es keine Videoaufnahmen obwohl das Einkaufzentrum zu 100% überwacht wird, es gibt keinen einzigen Quadratmeter der dort nicht per Video überwacht wurde ? Sind vielleicht mehrere Täter mit automatischen Waffen zu sehen ? Sie stellen auch die Frage, wie kann ein einziger Mann mit einer einfachen Pistole 9 Menschen töten und 30 verletzten, obwohl nach dem ersten Schuss alle panisch fliehen ?

Die Blamage der FAZ

Wer dachte, nach Liane Bednarz, Gauland und Boateng könnte es nicht noch weiter abwärts mit der FAZ gehen, wurde am 27. Juli eines Besseren belehrt: Unter dem wollüstig erleichterten Aufseufzen sämtlicher Mainstream-Medien wurde von der FAZ exclusiv die Mär vom iranischen Breivik-Arier aufgetischt.

Na so ganz exclusiv war es wohl doch nicht: Zumindest dem schreibenden Vollpfosten Georg Diez (Spiegel-Online) hatte man wohl was gesteckt, der nämlich tutete ins gleiche Horn: Ein Iran-Arier begeht ein rechtes Hassverbrechen, während einem tragischen Jüngling in Ansbach lediglich ein Suizid etwas außer Kontrolle gerät.

"Trotz des sehr traurigen Hintergrunds - Ich fasse das mal "satirisch" zusammen: Ein Deutsch-Iraner aus einer iranischen Familie mit dem Namen Ali, der in den deutschen Medien lange als "David S." bezeichnet wurde, sieht sich selbst als "deutscher Arier" und begeht einen rechtsextemistischen Amoklauf nachdem er sich zuvor noch mit seinem besten Freund aus Afghanistan getroffen hat."

Kommentar eines FAZ-Lesers

Wie man den Amoklauf von München doch noch irgendwie den Rechten anlastet ... was die FAZ aber vergisst: Adolf Hitler ist das Idol vieler Muslime und Holocaust-Leugnung ist im Iran geradezu Staatsdoktrin. Ali S. war Schiit, seine Opfer waren Sunniten. Sunniten haben ihn in der Schule gemobbt, nicht weil er Deutscher war, sondern weil er Perser und Schiit war. Ali S. war kein Mitglied einer Wehrsportgruppe, nicht der NPD und er rief auch nicht "Sieg Heil!", sondern "Allahu akbar". Ist das so schwer zu begreifen?

FAZ - "Es braucht mehr Religion, um Extremismus zu bekämpfen"

Klingt wie: Es braucht mehr Napalm gegen Feuer

Klar doch! Wenn "David S." schon kein rechtsextremer blonder Weihnachtsmann in Springerstiefeln war, dann zumindest ein AfD-Anhänger, ein Nazi und Rechtsextremer. Und schon wird aus einem psychisch kranken, depressiven, amoklaufenden Selbstmörder.....Na was nun?

Die „Süddeutsche“ hat noch mal genauer recherchiert und konnte noch am gleichen Abend feststellen: „Die Staatsanwaltschaft geht derzeit nicht davon aus, dass David S. aus rechtsextremistischen Motiven gehandelt haben könnte.“

Die offenen Fragen

Wie kommt ein "schüchterner Typ" zu einer 9mm Pistole?
Wie kommt ein schüchterner Typ zu 300 Schuss Munition?
Wie kommt ein schüchterner Typ dazu (heimlich?) den perfekten Umgang mit dieser Waffe zu erlernen??
Wie kommt ein schüchterner Typ zu einer solchen Treffsicherheit???
Polizisten schießen mit kleineren Kalibern (7mm), denn diese lassen sich leichter handhaben.
Polizisten benötigen ein ständiges Training um eine ähnliche Treffsicherheit zu erlangen.
Fazit: der schüchterne Typ muss ein eingehendes Training mit der Waffe absolviert haben und viele Übungsschiessen.
Und das ohne Helfer???
Und das ohne Wissen seines Vaters???
Viele Fragen....

Bremen (ots) - Schon wieder! Schon wieder? Ja, denn kaum etwas spricht gegen die Annahme, dass Terroristen nun auch in München zugeschlagen haben. Wahllos wurde auf Passanten geschossen - offenbar in der Absicht, möglichst viel Blut zu vergießen.

Das war kein Rockerkrieg, keine Auseinandersetzung unter Dealern oder Zuhältern. Am Freitagabend, im Münchener Olympiazentrum, wurden wir alle angegriffen. Genau so wie in Paris, Brüssel, Nizza, Würzburg. Und es wird auch "nach München" nicht vorbei sein. Wer das kurze Video gesehen hat, in dem einer der Attentäter vor einem Schnellrestaurant auf völlig arglose, ihm entgegenkommende Passanten schießt, wird dies in seiner ganzen Brutalität begreifen.

Alle wohlfeilen Wahrscheinlichkeitsrechnungen, nach denen man ja angeblich eher an einem Insektenstich als an durch einen Anschlag stirbt, sind Makulatur. Es kann jeden treffen, überall: im Regionalexpress, im Einkaufscenter, in der Diskothek, am Strand...

Der Ausnahmezustand ist längst eingetreten

Ob er nun noch offiziell ausgerufen wird, ist gleichwohl mehr als reine Formsache. Wir werden dann nicht nur mehr bewaffnete Uniformierte auf den Straßen sehen - die Sicherheitskräfte werden auch mehr Rechte haben. Kontrollen ohne konkreten Anlass werden sich häufen. Es wird eher junge Männer mit dunklem Teint und Vollbart treffen als Rentner oder Frauen mit Kinderwagen. Aber die Sicherheit von Letzteren geht vor.

Ja, die Atmosphäre ist vergiftet, aber wir haben dieses Fass nicht aufgemacht. Nichts, absolut gar nichts rechtfertigt Anschläge auf Zivilisten. Suchen wir nach den Tätern, nicht nach ihren vorgeschobenen Gründen! Schon jetzt fordert die Polizei, keine Videos oder Bilder online zu stellen, die den Tätern Informationen über ihre Taktik geben könnten.

Gesetze, die die Polizei- und Geheimdienstarbeit erleichtern - und jene der Medien erschweren - sind absehbar. Wir werden damit leben müssen - zumindest so lange, bis diese in jeder Hinsicht menschenfeindliche Bedrohung abgewehrt ist.

Quelle: Weser-Kurier

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