22.10.2014 09:43 Ein absurdes Steuerrecht

An den Steuergesetzen herumgeschraubt bis zur Lächerlichkeit und Ungerechtigkeit

Ein absurdes Steuerrecht in Deutschland

Ein absurdes Steuerrecht. Das hat dazu geführt, dass die Reichen immer reicher und der Mittelstand immer ärmer wurde. Foto: (c) Bettler.de

Der Autor, Schriftsteller und Journalist Rainer Kahni

Der Autor, Schriftsteller und Journalist Rainer Kahni findet die Steuergesetze Lächerlich und Ungerecht.

Von: GFDK - Rainer Kahni

Ein Kommentar von Rainer Kahni - Es tut mir unendlich leid, das immer und immer wieder erneut schreiben zu müssen: In der Absicht, der sogenannten "Steuergerechtigkeit" etwas näher zu kommen, haben Politiker aller Couleur seit Jahrzehnten an den deutschen Steuergesetzen herumgeschraubt, bis daraus ein an Lächerlichkeit und Ungerechtigkeit nicht mehr zu überbietendes Monstrum von 70.000 Einzelvorschriften bestehendes Steuerrecht, entstanden ist.

Ein absurdes Steuerrecht

Damit liegt Deutschland weltweit an der Spitze! Dieses absurde Steuerrecht hat dazu geführt, dass die Reichen immer reicher und der Mittelstand immer ärmer wurde. Von den Kleinverdienern will ich in diesem Zusammenhang gar nicht reden. Dort wird die Absurdität auf die Spitze getrieben.

Steuerunschädlich herunterrechnen

Dieses Steuerrecht lässt es zu, dass Konzerne einen grossen Teil ihrer Steuerschuld minimieren können, da sie völlig legal über tausende von Offshore - Gesellschaften in Steueroasen ihre Gewinne steuerunschädlich herunterrechnen dürfen. Allein der halbstaatliche Konzern VW konnte durch geschickte Ausnutzung des deutschen Steuerrechtes sein zu versteuernder Gewinn in kurzer Zeit von 35 Milliarden Euro auf 17 Milliarden Euro senken.

Schulen, Brücken, Strassen, Kitas, Universitäten etc, könnten gebaut werden

Dies alles lässt diese Regierung zu und faselt von Steuergerechtigkeit! Und das Volk schaut zu! Wenn 2/3 der deutschen Steuergesetze, Einzelvorschriften und Ausnahmeregelungen einfach gestrichen würden, dann würden zwar die Steuerberater einmal kurz aufheulen, aber der Bürger würde in die Lage versetzt werden, sein Steuerrecht erstmals zu verstehen.

Die Schwarze Null

Und die Konzerne und Grossverdiener würden einen angemessenen Beitrag zur Daseinsvorsorge leisten müssen. Das heisst, Schulen, Brücken, Strassen, Kitas, Universitäten, Flüchtlingsunterkünfte könnten ohne Neuverschuldung gebaut oder saniert werden und Herr Dr. Schäuble dürfte weiter seinen Fetisch DIE SCHWARZE NULL anbeten.

Der italienische Finanzwissenschaftler Amilcare Puviani (1854-1907) machte sich seinerzeit Gedanken über Steuern:

  • Erhebe mehr indirekte als direkte Steuern, um so die Steuer im Preis der Waren zu verstecken.
  • Finanziere einen wesentlichen Teil der Staatsausgaben durch Kredite, um so die Steuern auf künftige Generationen zu verschieben.
  • Fördere die Inflation, denn diese mindert die Staatsschulden.
  • Besteuere Schenkungen und Luxusgüter, denn der Empfang oder die Gabe von etwas Besonderem mindert den Ärger über die Steuer.
  • Führe "zeitlich befristete" Steuern ein, um eine "Notlage" zu überwinden, wobei allerdings die Ausnahmesituation immer bestehen bleibt und mit ihr die temporäre Steuer.
  • Nutze soziale Konflikte durch die Besteuerung von unpopulären Gruppen, wie z. B. den Reichen.
  • Drohe mit dem sozialen Zusammenbruch und der Verweigerung von Diensten, auf welche die Regierung ein Monopol hat, falls Steuern verringert werden sollen.
  • Treibe die Steuern in kleinen Raten über das ganze Jahr verteilt ein.
  • Halte die Steuerzahler in Unwissenheit über die tatsächliche Höhe ihrer Belastung.
  • Führe die Haushaltsberatungen im Parlament so, dass kein Normalbürger ihnen folgen kann.
  • Verstecke im Haushaltsplan die einzelnen Ausgabepositionen unter wohlklingenden Allgemeinbegriffen wie "Erziehung" oder "Verteidigung", damit Außenstehende nicht die tatsächlichen Bestandteile des Budgets erkennen können.


Rainer Kahni, besser bekannt als Monsieur Rainer, ist Journalist und Autor von Polit - und Justizthrillern. Er ist am Bodensee aufgewachsen, lebt jedoch seit vielen Jahren in Paris und bei Nizza. Seine Muttersprache ist deutsch, seine Umgangssprache ist französisch. Er ist Mitglied von Reporters sans frontières und berichtet für Print - Radio - und TV - Medien aus Krisengebieten.

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