06.05.2017 08:42 Gabriels Affront in Israel

Alan Posener von Springers-Weltbild greift Sigmar Gabriel an

Fuer Benjamin Netanjahu sind die Vertreter von  B’tselem und Breaking the Silence Nestbeschmutzer und Verraeter

Für Benjamin Netanjahu sind die Vertreter von B’tselem und Breaking the Silence Nestbeschmutzer und Verräter. Foto: Wikipedia (c) State Department photo/ Public Domain

Von: Gottfried Böhmer Profil bei Google+

Alan Posener von Springers-Weltbild schreibt auf "Welt-Online" - "Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel hat Israel auf eine Stufe mit Autokratien gestellt und damit willentlich das besondere Verhältnis zwischen Deutschland und Israel gestört."

"Wenn es Aufgabe der Diplomatie ist, die politischen Beziehungen zwischen zwei Ländern zu vergiften, dann ist Sigmar Gabriel ein großer Diplomat. Wenn es Aufgabe der Diplomatie ist, die politischen Widersprüche in anderen Ländern zu verschärfen, dann ist Sigmar Gabriel (SPD) ein großer Diplomat.

Wenn es Aufgabe der Diplomatie ist, die Vorurteile gegen andere Länder im eigenen Land zu schüren, dann ist Sigmar Gabriel ein großer Diplomat. Denn das alles hat er mit dem bewusst herbeigeführten Eklat in Israel geleistet."

Und weiter "wenn ein Stier im Porzellanladen ein guter Diplomat ist, dann ist Gabriel ein großer Diplomat."

Gabriels Affront in Israel

Das Verbrechen des deutschen Aussenministers war dass, er sich bei seinem Besuch in Israel mit, nach Poserers Ansicht, den falschen Leuten traf. Die Organisationen B’tselem und Breaking the Silence (Das Schweigen brechen) sprechen von „Apartheid“ und von „ethnischen Säuberungen“ der Regierung in den Palästinenser Gebieten und mit denen hat Herr Gabriel nicht zu sprechen. B’Tselem ist eine der ältesten Menschenrechtsorganisationen in Israel.

Organisationen sind "Nestbeschmutzer und Verräter"

Für Netanjahu sind deren Vertreter Feinde Israels. Israels Premier soll dem deutschen Außenminister ein Ultimatum gestellt haben. Er wollte nur dann mit Gabriel sprechen, wenn dieser die Treffen mit linksgerichteten Nichtregierungsorganisationen absagt.

Herr Posener, der ewige US-Freund, sollte sich daran gewöhnen dass, ein Deutscher Aussenminister nicht bei "Springer" nachfragt wen er zu treffen hat, auch läßt er sich kein Ultimatum stellen. Posener holt die ganz große Keule raus und unterstellt Gabriel und den Deutschen einen Antizionismus.

Die große Keule von Alan Posener

"Antizionismus ist das Brecheisen des neuen Antisemitismus. Indem Israel dämonisiert wird, etwa als „Apartheidstaat“, und „die Juden“ dafür haftbar gemacht werden, wird dem Ressentiment und dem Hass Tür und Tor geöffnet". Gabriel so Posener, hätte in Israel nichts getan, um dem antisemitischen Pack klarzumachen, wo Deutschland steht.

Jakob Augstein schreibt auf "Spiegel-Online" Nun war es am deutschen Außenminister Sigmar Gabriel, Netanyahu auf dem demokratischen Weg heimzuleuchten. Gabriel hat dabei die schwerste Aufgabe mit Bravour bewältigt: Er hat Tapferkeit vor dem Freund gezeigt.

Debatte beendet

Dass in politischen Debatten gerne Totschlagargumente verwendet werden, ist nicht eben neu. Lange Zeit wurde beispielsweise fast jegliche Kritik an der Politik Israels mit dem Totschlagargument bekämpft, wer Israel kritisiere sei eigentlich ein „Antisemit“. Damit war die Debatte beendet. Jens Berger, nachdenkseiten.de

Zwei Meinungen aus Israel

Die israelische Presse kommentierte die Absage des Treffens von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit dem deutschen Außenminister Sigmar Gabriel sehr unterschiedlich, das zeigt, das es sehr wohl verschiedene Positionen, auch in Israel gibt.

„Ma'ariv“: Gabriel tat es bewusst und vorsätzlich

„Ministerpräsident Benjamin Netanjahu war zu 100 Prozent korrekt – und vielleicht sogar mehr -, sein Treffen mit dem deutschen Außenminister Sigmar Gabriel abzusagen. Der Minister kam auf einen offiziellen Besuch, dessen Höhepunkt ein Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten hätte sein sollen.

Aber er entschied sich dazu, ihn und die Israelis zu kränken, indem er vorher Organisationen wie Breaking the Silence und Betselem trifft. ... Mit dieser Entscheidung hat Gabriel Israel ins Gesicht gespuckt, die Empfindlichkeiten der Menschen verletzt, und genau so wichtig: Er tat es bewusst und vorsätzlich.“

„Jediot Achronot“: Netanjahu übergibt Debatte in ausländische Hände

„Die Tatsache, dass sie (die linken Organisationen) zu großen Teilen mit Spenden von ausländischen Regierungen und Organisationen unterstützt werden, spricht nicht für sie. Die Politik der israelischen Regierungen sollte von Israelis bestimmt werden – und nicht von Ausländern.

Aber diese beiden Organisationen bewegen sich im Rahmen des Gesetzes. Man kann ihren Kampf für Menschenrechte respektieren; man kann sie kritisieren und sogar boykottieren, aber man kann sie nicht davon abhalten, sich mit ausländischen Besuchern zu treffen. Netanjahu begeht die gleiche Sünde, die von den linken Organisationen begangen wird: Er übergibt die israelische Debatte in ausländische Hände.“

Gottfried Böhmer

 

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