27.09.2021 Edgar Allan Poe als witziger Jungautor

Von Wutbürgern und anderen Teufeln

von: GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

In seinem Frühwerk „Die Erzählungen des Folio Club“ erweist sich Edgar Allan Poe nicht als tragisch-dämonischer Grübler, sondern als ein witziger Jungautor, der mit viel Vergnügen in die große Welt der Literatur eintaucht.

In diesem hier erstmals auf Deutsch erscheinenden Debüt brilliert er mit extravaganten Teufelsburlesken, schrägen Gothic Novels, spleenigen Piratenabenteuern und launigen Gruselmärchen.

Just veröffentlicht in der Manesse Bibliothek (www.manesse-verlag.de), die bei ihrer redaktionellen Arbeit klassischer Literatur immer größten Wert auf editorische Sorgfalt legt, präsentiert uns der Autor auf gut 300 Seiten einen Klassiker der Weltliteratur, ohne selbst wohl geahnt zu haben, was für einen Schatz er da abgeliefert hat.

25 Euro. Soviel kosten auch Fjodor M. Dostojewskis „Aufzeichnungen aus dem Untergrund“, die ebenfalls aus dem Manesse-Lektorat kommen. Übersetzt von Ursula Keller, rechnet der Held des Buches, ein ehemaliger Beamter, angriffslustig wie bissig mit der Welt ab und schont dabei nichts und niemanden, auch sich selbst nicht.

So schuf der Autor das Urbild aller Wutbürger und eine Charakterstudie, die bis in die Gegenwart reicht. „Ein wahrer Geniestreich der Psychologie“, schrieb bereits Friedrich Nietzsche über das Buch. Auch Sigmund Freud und Vladimir Nabokov waren begeisterte Leser. 263 entlarvende Seiten. 

Sönke C. Weiss

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