16.12.2014 Solidarisiert euch zu einem Bürger-Block

Von Mahnwachen, Friedenswinter oder Lichterketten lassen sich Politiker nicht beeindrucken

von: Gottfried Böhmer und Rainer Kahni

Kein Krieg mit Russland - Friedensdemonstranten werden von den Medien verunglimpft. „Nein zu Krieg und Konfrontation“, das war das Motto einer großen Demonstration, die am Samstag, 13. Dezember vor dem Amtssitz des deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck in Berlin stattgefunden hat, wie die Medien berichteten. Wie sie berichteten und wieder manipulierten, werden wir hier aufzeigen.

Nach Angaben der Polizei sowie der Veranstalter der Kundgebung haben etwa 4000 Menschen, darunter Aktivisten von Friedensinitiativen, Gewerkschafter sowie Mitglieder politischer Parteien und katholischer Organisationen, daran teilgenommen.

Wie die Medien die Teilnemer darstellten, dazu später

Die Teilnehmer der Aktion zeigten sich besorgt wegen der Äußerungen von Bundespräsident Joachim Gauck, laut denen Deutschland die zahlenmäßige Stärke seiner Truppen vergrößern und die Rüstungsproduktion und den Waffenexport ausbauen müsse. Die Teilnehmer protestierten auch gegen eine Politik der Konfrontation gegen Russland. Die Demo-Teilnehmer forderten das Ende aller Interventionskriege, die Auflösung der Nato, Abrüstung und friedliche Konfliktlösungen.

Zuvor hatte Rainer Kahni einen Aufruf geschrieben


Wie naiv sind die Menschen eigentlich? Glauben sie allen Ernstes, dass sie mit Mahnwachen, Friedenswinter oder Lichterketten irgendjemand in den Amtsstuben der Mächtigen beeindrucken können? Wenn ihr wirklich etwas erreichen wollt, dass müsst ihr zu Millionen auf die Strassen gehen und die Jauche in die Büros der Politiker leeren.

Unrecht in eurem Namen

Steht auf, errichtet Barrikaden und zeigt den Politikern, dass ihr den Mut habt, für den Frieden und gegen das Unrecht, das tagtäglich in eurem Namen geschieht, etwas zu riskieren. Nur eine solidarische Revolte, der zivile Ungehorsam und die Verweigerung des Konsumterrors der Bürger beeindruckt die Lobbyisten der Macht. Alles andere ist nur lächerlich.

Steht auf und WEHRT EUCH, oder eure Kinder werden eines Tages auf eure Gräber spucken, angesichts des Desasters, das ihr ihnen hinterlassen habt. Pazifismus haben die Kriege dieser Welt erst möglich gemacht. Wenn der Staat den Boden des Rechts verlässt, dann ist ziviler Ungehorsam die erste Bürgerpflicht.

Solidarisiert euch zu einem Bürger-Block


Merkt ihr es nicht? Die Mächtigen wollen euch dividieren zwischen links und rechts, zwischen Moslems und Christen, zwischen Arbeitsplatzbesitzer und Arbeitslosen. "Divide et impera", sagten die alten Römer. Der alte römische Grundsatz "teile und herrsche" wird von den Lobbyisten und ihren Marionetten in der Politik auf perverse Art gegen die Bürger missbraucht. Die Bürger werden bewusst gegeneinander aufgehetzt, um vom eigenen Versagen abzulenken.

Jagt sie vom Hof

Während sich die Bürger zerfleischen, betreiben die anderen ihr schmutziges Geschäft. Es muss also vielmehr unterschieden werden zwischen OBEN und UNTEN. Solidarisiert euch zu einem Bürger - Block und vergesst alle politischen Ideologien. Ihr könnt ja eure Differenzen wieder austragen, wenn die Lobbyisten, Kriegshetzer, Russland - Phoben, USA - Marionetten vom Hof gejagt sind.

Medien kontern mit "100 Osteuropaexperten"

Nach dem von uns am 8. Dezember veröffentlichten Aufruf von 60 Prominenten deutschen Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur, den wir ausfühlich besprochen haben, konterten die aufgeschreckten, und Kalt erwischten Medien, mit einem lächerlichen Aufruf von sogenannten 100 Osteuropaexperten.

Die Süddeutsche, Welt-Online, Der Tagesspiegel und ZEIT-Online drehten fast durch, konnten aber das Meinungsblatt, nicht mehr zu gunsten der NATO-EU und der USA wenden. In den Sozialen Medien und Kommentarfunktionen wurden sie zerrissen.

Der größte Vorwurf der selbsternannten, von den Medien gekürten Osteuropaexperten - obwohl es in dem Text "Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!" um deutsche Russland- und Ukrainepolitik geht, nimmt kaum eine/r der UnterzeichnerInnen an der aktuellen Osteuropaforschung oder Ukraineberichterstattung teil.

Wie die Medien die Öffentlichkeit manipulieren, dazu kommen wir jetzt:

Vor der Demonstration „Nein zu Krieg und Konfrontation“ in Berlin passierte ein ungeheuerlicher Vorgang, der die ganze Niedertracht der deutschen Medien offenbart. Albrecht Müller von den "nachdenkseiten.de" hat das nun veröffentlicht. Albrecht Müller berichtet, dass ihn letzte Woche der Berliner Redakteur Steven Geyer aus dem Pool der Frankfurter Rundschau, Berliner Zeitung etc, angerufen habe, um über die Friedensdemonstration am 13.Dezember zu sprechen.

Also ein Austauschgespräch unter Kollegen, um die Lage einzuschätzen, dachte sich Albrecht Müller. Müller verwies in dem Gespäch darauf, dass schon die Rednerliste zeige, dass von einer Querfront mit "Rechten" keine Rede sein könnte. Müller glaubte noch, dass es dem Kollegen um eine objektive Einschätzung gehe, immerhin ist das die Basis für gute jounalistische Arbeit.

Zwei Tage vor der Demonstration erschien dann am 11. Dezember in mehreren Blättern der Artikel "Geeint in Wut auf Staat und Medien von Steven Geyer.

Weitgefächerte Absprache der Medien

Albrecht Müller wurde nun klar, das diese Machwerke, Artikel, Berichte, und Kommentare, in denen von Agitationsparolen Querfrontler, Verschwörungstheoretiker, Wirrköpfe die Rede war, schon vor der Friedenswinter Demonstration von den gleichgeschalteten Medien festgelegt wurden. Hier eine kleine Auswahl der Artikel mit identischer Wortwahl, die auf eine weitgefächerte Absprache der Medien hindeuten, um die Demonstranten zu diskreditiren.

Dass die Medien eine perfide, abgesprochene Berichtersttatung betrieben, das sollte allen Lesern, nicht nur nach unseren Ukraine-Russland Artikeln nun entgülig klar sein.

Das waren die Redner auf der von den Medien verunglimpften Demonstration:

RednerInnen:
Eugen Drewermann, Theologe
Reiner Kröhnert, Parodist
Siegfried Menthel, Pfarrer

Reiner Braun, Vorsitzender der Stiftung für Friedensbildung

"Uns geht es darum unsere Sorge für die soziale und politische Situation und ihre Entwicklung zum Ausdruck zu bringen. Wir finden, dass wir schon fast wieder in einer Vorkriegszeit sind, bestimmt durch die Osterweiterung der Nato bestimmt durch die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine und in vielen anderen Teilen der Welt, an eine Situation die für den Frieden unsere höchste Besorgnis hervorruft.

Darauf wollten wir Aufmerksam machen und gleichzeitig deutlich machen, dass es für diese Situation auch Verantwortliche gibt, und einer dieser Verantwortlichen war das Ziel dieser Demonstration, nämlich der Bundespräsident der aus unserer Sicht mit völlig unverantwortlichen Kriegspropaganda-Äußerungen das Klima in diesem Land vergiftet und den Friedenswillen in der Bevölkerung zu einer Bereitschaft für den Krieg in unserer Bevölkerung umzupolen und dagegen haben wir uns auch mit der Demonstration gewendet".

Rainer Kahni, besser bekannt als Monsieur Rainer, ist Journalist und Autor von Polit - und Justizthrillern. Er ist am Bodensee aufgewachsen, lebt jedoch seit vielen Jahren in Paris und bei Nizza. Seine Muttersprache ist deutsch, seine Umgangssprache ist französisch. Er ist Mitglied von Reporters sans frontières und berichtet für Print - Radio - und TV - Medien aus Krisengebieten.

Gottfried Böhmer ist seit 1997 künstlerischer Direktor der Gesellschaft Freunde der Künste und Redaktionsleiter der GFDK.

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