07.05.2019 Dinner am Mittelpunkt der Erde

Tief und wahr geht es wie immer bei großer Kunst um Liebe und Tod

von: GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Zwei weitere Buchempfehlungen von Sönke C. Weiss - Keine Furcht vor Moral - Apropos Geister: Auf gerade mal 288 Seiten, die 22 Euro kosten und im Luchterhand Literaturverlag erschienen sind, erzählt der jüdisch-amerikanische Schriftsteller Nathan Englander in seinem neuen Buch Dinner am Mittelpunkt der Erde drei spirituelle Liebesgeschichten, die ineinander verwoben wie welt- und zeitumspannend sind und die man einfach, ja, lieben muß.

In Englanders Roman ist alles auf einmal: witzig, brutal, utopisch und doch wieder bodenständig. Groß und ganz geht es um Israel und Palästina, tief und wahr geht es wie immer bei großer Kunst um Liebe und Tod. Und solche Augenblicke schenkt der Autor dem Leser immer wieder. Wer keine Furcht vor moralischen Fragen hat, ist hier wohl aufgehoben. Chapeau.

Wie in der literarischen Spurensuche Shakespeare in Swahililand von Edward Wilson-Lee, Afrika-Kenner und Literatur-Experte.

Die 400 großzügigen Seiten kosten 25 Euro und sind ebenfalls im Luchterhand Literaturverlag erschienen. Wilson-Lee erzählt gekonnt, mit viel Humor und Insider-Wissen, wie sich viktorianische Forscher des 19. Jahrhunderts im Namen der britischen Krone in Ostafrika auf Expedition begaben.

Im Gepäck hatten sie natürlich auch W. Shakespeare und trugen so dazu bei, dass Hamlet, Macbeth und King Lear ihre Spuren auf dem afrikanischen Kontinent ließen.

Was ganz besonders ist, denn Shakespeare, das wohl größte literarische Genie der Literatur-Geschichte, kam sofort bei den Menschen Afrikas an, es gab keinerlei Berührungsängste, die lokalen Theateraufführungen seiner Meisterwerke konnten sich in der Tat sehen lassen.

Es war, als ob Shakespeare schon immer zu Afrika gehörte. Shakespeare in Swahililand ist ein ganz besonderes Buch über einen ganz besonderen Kontinent und einen ganz besonderen Dramatiker. Famos.

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