13.11.2019 Federball und der Fuchs

Spione im Tiefschlaf, nicht nur Greta kann die Welt verändern

von: GFDK - Reden ist Silber - Sönke C. Weiss

Dass nicht nur Greta, die unter dem Asperger-Syndrom leidet, die Welt verändern kann, beweist der jüngste Held aus der Feder von Frederick Forsyth: Luke Jennings ist 12 Jahre alt, klappert auf seinem Computer herum und hackt dabei - nur um zu zeigen, dass er es kann - in die Hochsicherheitsrechner der CIA und richtet so großen Schaden an, dass man den Autisten gleich einen Job gibt, was die Familie selbstverständlich zuläßt, weil die Alternative lebenslanger Knast wäre.

Und so verändert Luke auf 315 Seiten Geopolitik und wird schnell selbst zum Gejagten. Interessanter als der Plot selbst ist das Insiderwissen des Autoren hinsichtlich der Geheimdienste und wie diese mal mehr mal weniger verdeckt operieren.

„Der Fuchs“, spannend und rasant geschrieben, wie alle Bücher des ehemaligen Journalisten und Kampfpiloten, ist bei C. Bertelsmann erschienen und kostet 20 Euro.

Vier Euro mehr kostet John le Carrés neuestes Werk „Federball“ und ist so irreführend wie der Titel selbst: Nat, der Held der Geschichte, ein mit 47 Jahren bereits in die Jahre gekommener Spion, verbringt seine Zeit meist beim Badminton, ein Sport, der mit Federball nun gar nichts gemein hat. (Wer bei Ullstein auf diesen Titel gekommen ist, sollte seine Berufung in Frage stellen.

Im Original heißt das Buch übrigens:( Agent Running in the Field.) Hier trifft Nat auf den jungen wie ambitionierten Ed, von dem wir nicht wissen, ob er nun ein Agent ist oder nicht, vielleicht sogar ein doppeltes Spiel spielt oder schlicht und ergreifend einfach nur da ist. Es ist, wie gesagt, alles sehr verwirrend.

Die Auflösung gibt es auf Seite 349, bis dahin passiert nie wirklich nichts. Le Carré, der mit seiner Smiley-Reihe und Werken wie „Marionetten“ und „Der ewige Gärtner“ in seinem Genre Weltliteratur geschaffen hat, scheint hier in einen tiefen Schlaf gefallen zu sein, aus dem ihn nicht einmal seine treuen Freunde und Vorableser geweckt haben. Bleibt zu hoffen, dass „Federball“ nicht sein letztes Buch war.

Sönke C. Weiss

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